Lediglich die Fassaden und das Treppenhaus des denkmalgeschützten Domhotels bleiben erhalten. (ingenhoven architects) Auf dem gestalteten Bauzaun lässt sich die Geschichte des Roncalliplatzes ablesen. ©Barbara Schlei

Auftakt der Baukulturspaziergänge durch Köln, präsentiert von der Bundesstiftung Baukultur

Kalt war es, windig und nass, und es war gut, sich unter Dächer flüchten, in Museen aufwärmen und auf Kirchenbänken ausruhen zu können. Beim ersten „Crash-Kurs Baukultur“ war sehr elementar erfahrbar, wie Räume Menschen prägen: Frieren oder nicht frieren, aber natürlich blieb das nicht der einzige Eindruck für die Teilnehmer der ausgebuchten Tour von koelnarchitektur.de, mit der uns die Bundesstiftung Baukultur beauftragt hat.

Alle Straßen führen nach Rom, in Köln aber zum Dom, und deshalb haben wir natürlich hier mit dem Spaziergang begonnen. Als „Wegzehrung“ gab es Stofftaschen mit Infomaterial von der Bundesstiftung Baukultur. © Barbara Schlei

Die Tour beginnt, wie könnte es in Köln anders sein, zwischen Bahnhof und Dom, umrundete den Ostchor des Domes und zeigte hier die Veränderung von Allmann Sattler Wappner, die diesen Bereich nach jahrelanger Planungs- und Bauzeit gehörig belüftet und belichtet haben. Weiter ging es zur „dritten Heimat“ der Sammlung von Wallraf und Richartz und der Fondation Corboud (Oswald Mathias Ungers), Kolumba (Peter Zumthor) und auch die Historische Mitte (Volker Staab) und die Sanierung des Domhotels (ingenhoven architects) liegen auf der Strecke. Ein Blick auf die still ruhende Opernbaustelle fehlte ebenfalls nicht. Die letzte Station widmete sich noch einmal der Architektur der 1950er-Jahre: das Museum für angewandte Kunst von Rudolf Schwarz.

Wir möchten Menschen einladen, sich mit Ihrer gebauten Umwelt zu beschäftigen

Die Bundesstiftung Baukultur sitzt in Potsdam, existiert seit 2007 und sieht sich als Lobbyistin für die Qualität der gebauten Umwelt. Im letzten Jahr gab es ein Pilotprojekt zu kostenlosen Baukulturspaziergängen in Berlin mit unserem dortigen Netzwerkpartner von „Guiding Architects“, Ticket B, und dank des großen Erfolgs sind bei der Wiederauflage in diesem Jahr auch Köln, München und Hamburg mit von der Partie.

Tausendmal daran vorbeigefahren, aber es ergibt sich doch immer wieder ein neuer Blick: Haltestelle Kolumba beim Stadtspaziergang des Bundesstiftung Baukultur. © Barbara Schlei 

Wir von koelnarchitektur.de teilen die Ziele der Bundesstiftung Baukultur, auch wir möchten für die Qualitäten des Stadtraums und für zeitgenössische Architektur sensibilisieren und zur Teilnahme an der baukulturellen Debatte aufrufen. Bei unserem ersten Durchlauf hieß das, offene Türen einzurennen, denn die meisten Teilnehmer haben beruflich mit dem Thema bauen zu tun. Dennoch war auch für sie der Vormittag voller Überraschungen.

Ausruhen und aufwärmen auf Kirchenbänken. Mal etwas anderes als Samstagvormittag shoppen zu gehen: Begreifen, wie neue Architektur auf alte Architektur reagiert. © Barbara Schlei 

Eine Teilnehmerin brachte es so auf den Punkt: „Ich halte mich zwar regelmäßig auf dem Laufenden, aber es ist ganz etwas anderes, die Entwicklungen so kompakt und zusammenhängend nachvollziehen zu können. Es ist auch toll zu begreifen, wie die Projekte miteinander reagieren, und das wir in der Innenstadt nichts bauen können, ohne dass es einen Vergangenheitsbezug hat. Ich bin aber vor allem überrascht, wie viel in Köln für die Zukunft passiert.“

Zum Abschluss eine Hommage an die Planer und Architekten des Wiederaufbaus: Ob zeitgenössisch oder von vorgestern, das ist ganz egal, solange es gute Architektur ist, wie hier in dem Haus von Rudolf Schwarz für das WRM. © Barbara Schlei 

Denn auch wenn sich einige Station der Architektur der 1950er-Jahre und den großen Museen der Nullerahre widmen, berichten wir nicht nur über die Projekte von vorgestern und gestern, sondern über die Projekte die in Zukunft die Innenstadt bereichern und das Beziehungsgeflecht von Alt und Neu weiterschreiben werden. Denn Stadt ist nie fertig.

Ira Scheibe



Für dieses Jahr sind alle Termine ausgebucht, aber wir hoffen auf die Wiederholung mit der Stiftung Baukultur im nächsten Jahr.

Auch in Berlin, Hamburg und München, bei unseren Netzwerkpartnern von guiding architects, gibt es im Rahmen des Formates Crashkurs Baukultur der Bundesstiftung Baukultur offene Führungen.

Führungen im offenen Programm von koelnarchitektur.de gibt es in diesem Jahr durchs Gerling Quartier und mit dem Rad durch den Deutzer Hafen.


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