plan03

Ein Ausblick auf das diesjährige Programm von plan03

Festival und Diskussionsplattform, Ausstellungsparcours und Meeting Point: Mit plan03 feiert das dezentrale Forum aktueller Architektur in Köln seinen fünften Geburtstag

plan, das Forum aktueller Architektur in Köln, geht in die fünfte Runde. In der Woche vom 19. bis zum 26. September 2003 präsentieren Architekten, Stadtplaner und Künstler dezentral und in Eigenregie ihre Projekte, Ideen und Visionen. Das gewohnt vielfältige Spektrum der Einzelprojekte führt über die Via Sacra ins Museum für Angewandte Kunst zur Ausstellung „Radical Architecture III“ und zu zahlreichen Raum- und Lichtinstallationen im öffentlichen Raum. Ein besonderer Akzent von plan03 wird auf dem Thema „Stadtarchäologie“ liegen: Mit einem weit gefassten Begriff von Archäologie als Untersuchung und Darstellung materialisierter Zeitschichten sollen entsprechende Herausforderungen an die gegenwärtige Architektur und Städteplanung verhandelt werden. Erstmals wird der mit 5.000 Euro dotierte plan-Preis ausgelobt. Zudem wird anlässlich von plan03 zum neunten Mal der Kölner Architekturpreis (KAP) verliehen.

plan versteht sich als eine Präsentations- und Kommunikationsplattform zum Thema Architektur und Städtebau. Sowohl international arrivierte wie junge, noch unbekannte Architekten nehmen das offene Forum wahr, das einem inspirierenden Mix aus Ausstellungsparcours und Festival gleicht und sowohl Fachleute aus Medien, Unternehmen, Politik und Institutionen wie auch ein breites Publikum von architektur-interessierten Flaneuren und Kunst- und Kulturliebhabern anzieht. Die beste Präsentation von plan03 wird in diesem Jahr mit einem neu ausgelobten Preis ausgezeichnet, der mit 5.000 Euro dotiert ist, und während der Abschlussveranstaltung am 26. September 2003 im plan03-meetingpoint überreicht wird.

Als einer der spannendsten und aufwändigsten Beiträge zu plan03 gilt die Inszenierung der Via Sacra. Das von dem renommierten Architekturhistoriker Wolfgang Pehnt angeregte Projekt greift die Idee des Kölner Stadtplaners und Architekten Rudolf Schwarz aus den 1950er Jahren auf und haucht ihr Leben ein. Die mehr als sechs Kilometer lange Strecke entlang der großen romanischen Stiftskirchen soll als neuer, kulturell wie städtebaulich einmaliger Weg entdeckt werden. Daran maßgeblich beteiligt ist der Kölner Reiseführer und Künstler Boris Sieverts, der in Form einer Fährten- und Spurensuche über die Via Sacra und ihre Seitenpfade führt und so städtebauliche Kostbarkeiten wie Sünden, Absurditäten wie Kuriositäten erschließt, für die unser Blick im Alltag oft blind ist. Performances, Musik, Theater und Lesungen von Anrainern, Künstlern und Schauspielern (künstlerische Leitung: Friederike Felbeck, Freies Werkstatt Theater, Köln) machen am Wochenende vom 20. und 21. September, jeweils von 14 bis 22 Uhr, die Entdeckung der Via Sacra zu einem sinnlichen Ereignis. Für das Gesamtprojekt im Rahmen von plan03 zeichnen verantwortlich der Bund Deutscher Architekten Köln und das Architektur Forum Rheinland.

Das Museum für Angewandte Kunst Köln als zentraler Veranstaltungsort und plan03-meetingpoint: Mit „Radical Architecture III: Processing Uncertainties“ erweist sich das Museum für Angewandte Kunst einmal mehr als aktives Diskussionsforum für Architektur. Kuratiert von dem Kölner Architekten Bernd Kniess, werden aktuelle Positionen und Initiativen präsentiert, die mit dem Phänomen der „Stadt in einem Zustand jenseits der Verwaltungsvorstellungen von Planbarkeit und Kontrolle“ umzugehen versuchen, und sich mit Zwischen- und Übergangsnutzungen von Architektur und Stadtraum beschäftigen. Eingeladen sind u.a. die internationale Projektplattform „Urbancatalyst“, das Projekt „ErsatzStadt“ (Berlin), das Kulturforschungsprojekt „Shrinking Cities“ und das Veranstaltungsprogramm „DRESDENPostplatz“. Das Italienische Kulturinstitut zeigt in dieser Ausstellung Stefano Boeris Projekt „multiplicity:USE“, während das Institut Français als Hintergrundbeiträge „Foucault: Utopie – Heterotopie“ und „Lefebre: Raumbegriff“ liefert. Außerdem werden im Museum für Angewandte Kunst die für den Neunten Kölner Architekturpreis 2003 nominierten Projekte präsentiert. Die Verleihung dieses Architekturpreises durch den Kölnischen Kunstverein, den Bund Deutscher Architekten Köln, den Deutschen Werkbund Nordrhein-Westfalen sowie das Architektur Forum Rheinland erfolgt am 20. September. Über die Auszeichnung für vorbildliche realisierte Bauwerke, Gebäudegruppen, städtebauliche Anlagen und Freianlagen in Köln und Umgebung entscheiden in diesem Jahr Louisa Hutton (Berlin/London), Holger Rübsamen (Bochum), Michael Schumacher (Frankfurt a.M.) und Olaf Winkler (Köln).

Kölner Kulturinstitutionen mit Beiträgen zu plan03: Farbe, Licht, Architektur und Volumen – mit diesen Elementen arbeitet der Künstler Christophe Cuzin (Paris), der am Gebäude des Kölner Institut Français eine Intervention vornehmen wird. Eine farbige Wand, die im Maßstab 1:1 die Fassade des denkmalgeschützten Riphahn-Gebäudes aus den 1950er Jahren dupliziert, wird wie eine architektonische Markierung temporär an das Originalgebäude gelegt. Mit dem 2002 fertig gestellten Rathaus von Fiumicino in Rom, das von einer Gruppe römischer Stadtarchitekten um Alessandro Anselmi geplant wurde, steht ein aktuelles Architekturprojekt im Zentrum einer Präsentation, die das Italienische Kulturinstitut zu plan03 veranstaltet. Und der Rheinische Verein für Denkmalpflege- und Landschaftsschutz (RVDL) beteiligt sich mit Führungen durch die archäologische Zone in der Kölner Altstadt, einer Kinderrallye und der Computer-Visualisierung „Köln im 19. Jahrhundert“.

Zahlreiche, noch im Planungsstadium befindliche Beiträge von Architekturbüros, freien Projektgruppen und Künstlern werden wie jedes Jahr das plan-Programm entscheidend prägen. Für sein Zukunftsprojekt Spatium Gelatum – Habitat für morgen wählte der Künstler Zbigniew Oksiuta den Park am Klingelpütz. Dort lässt er aus Schalelementen eine minimalistische Architektur entstehen, die als 19 Meter langer Ausstellungssraum für ein Objekt aus biologischen Polymeren und für die Präsentation von Filmen über Zukunftsvisionen dient. Im Stadtraum, genauer auf der Strecke der Via Sacra, wird der Künstler John Berg am Eröffnungswochenende von plan03 eine Performance mit dem Titel „Walking Wall“ geben. Passanten werden mit einer drei mal sechs Meter großen, mobilen Wand konfrontiert, die sie zur Auseinandersetzung mit dem von ihnen genutzten urbanen Raum auffordert. Aufblasbar, transportabel und benutzbar ist die Arena des niederländischen Künstlers Wim Salki, die im Innenhof des Museum für Angewandte Kunst platziert werden soll und anschließend zu weiteren Kultureinrichtungen und -Festivals in Europa reisen wird.

Veranstalter von plan03 ist die plan project GmbH. Förderer sind die Stadt Köln und das Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Schirmherr ist Landesminister Dr. Michael Vesper. Das Gesamtprogramm ist ab September im Internet unter www.plan-project.com abrufbar und einer dann erscheinenden Katalogbroschüre zu entnehmen. Die Idee und das Konzept zu plan stammen von Kay von Keitz und Sabine Voggenreiter.

plan project GmbH
Pressemitteilung

plan_logo

1 Kommentar

Zu Plan o3, Projekt 1
„Garten Eden“
Herr Grundner, ein Mann mit Courage. Der Förderer
von Plan o3 die Stadt Köln und die HGK AG
erteilte keine Genehmigung
zu seinem Projekt, weil
überdimmensionale Gefälligkeitsplanungen zwischen Stadt und Invostor bereits beschlossen Sache waren. (Bebauung, auf Grund der Behauptung, die Fläche sei versiegelt).
Er zog sein Projekt auch ohne Genehmigung durch.
Die Sonnenuntergänge auf der richtigen Rheinseite im Garten Eden auf dem renaturierten Grundstück – eine Bereicherung für die Allgemeinheit.
– Unsere Gratulation –

Schreibe einen Kommentar