Abstrakte Fotografien von Elmar Schossig im Haus der Architekten, Düsseldorf

Elmar Schossig war nicht nur ein erfolgreicher Architekt, Entwerfer und Produktentwickler, sondern auch ein talentierter Fotograf. Als Architekt arbeitet er intensiv an der Schnittstelle zwischen Architektur und Technik. Dabei galt sein besonderes Interesse der Entwicklung und dem Design von Fassadensystemen, die seinem Anspruch an Ästhetik und Nachhaltigkeit entsprachen. Dass es gerade wieder die Fassaden sind, die in seinem späten fotografischen Werk eine große Rolle spielen, ist demzufolge kaum überraschend.

2005 nach der Diagnose an einer unheilbaren Krebserkrankung zu leiden änderte sich sein Blick auf das Leben und die Arbeit radikal. Er zog sich aus dem Büroalltag zurück und widmete sich ausschließlich der Fotografie. Unzählige Bilderzyklen entstanden. Dabei experimentierte er mehr und mehr mit den Oberflächen und erreichte über Jahre einen zunehmenden Abstraktionsgrad, dass etwas ganz Neues, etwas Künstlerisches daraus entstehen konnte.

Drei Jahre nach seinem Tod zeigt die Architektenkammer Nordrheinwestfalen in einer Ausstellung eine Auswahl seiner abstrakten Fotografien.

Befreiung von der Pflicht etwas abbilden zu müssen

Elmar Schossig hat schon immer fotografiert, etwa 50.000 Bilder umfasst allein sein fotografischer Nachlass. Interessant ist die Entwicklung, die er als Fotograf gemacht hat, von den narrativen quasi dokumentarischen Aufnahmen in seinem ersten Fotobuch „Unterwegs aufgenommen – eine fotografische Novelle“, über die in der Münchner Gruppenausstellung „Raumbilder – Bildräume“ gezeigten strengen Strukturen, die nur wenig über den architektonischen Kontext des abgebildeten Objektes preisgaben, bishin zu den starkfarbigen und äußerst abstrakten Fotografien, die unter dem Titel „Farben und Formen im Quadrat“ drei Monate nach seinem Tod in der Rotonda Galerie in Köln gezeigt wurden. Auch wenn die aufgenommenen Motive meist aus der Architektur stammten, wirken sie nach dem intensiven Prozess der digitalen Nachbereitung, der alles Maßstäbliche eliminiert und Oberflächenstrukturen nur als gestalterisches Mittel zugelassen hat, kaum noch wie Fotografien, sondern wie Malerei. Denn von der Pflicht etwas abzubilden hatte sich Elmar Schossig zunehmend verabschiedet.

Zurück zur Architektur

Unterstützt hat ihn bei allen Projekten Rolf Sachsse, ein Freund aber auch Fotograf und Professor für Designtheorie und -geschichte an der HBKsaar, der auch die Ausstellungen kuratiert hat.

Mit 40 Exponaten aus den unterschiedlichen Epochen seines fotografischen Schaffens gibt die nun im Haus der Architekten gezeigte Ausstellung einen Überblick über Schossigs immenses Oeuvre. Und dank der Ausstellungskonzeption von Dörte Gatermann hängen die Bilder nicht artfremd an Stellwänden, sondern werden dank der Hängung an der fünf Geschosse hohen Sichtbetonwand im Atrium des Gebäudes sowie in den Fenstern wieder zu einem Teil der Architektur.

Uta Winterhager

Die Ausstellung ist bis zum 5. April 2013 im Haus der Architekten zu sehen.

Eintritt frei.

Öffnungszeiten:

Mo. – Do., 8.00 – 17.00 Uhr, Fr. 8.00 – 13.00 Uhr.

Haus der Architekten

Zollhof 1

40221 Düsseldorf

 

Dank der Ausstellungskonzeption von Dörte Gatermann hängen die 40 Exponate verteilt an der fünf Geschoss hohen Sichtbetonwand im Atrium des Hauses der Architekten und werden so wieder zu einem Teil der Architektur.

Foto: Uta Winterhager

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