Mitglieder der Vorstands: (v.l.) Aysin Ipekci, Reinhard Angelis (Vorsitzender), Ingo Plato, Thomas Knüvener, Ute Piroeth, Erich Pössl, Ragnhild Klußmann, Andrea Wallrath (stv. Vorsitzende) (nicht anwesend: Prof. Andreas Fritzen) © Foto: Barbara Schlei

Der neue BDA Vorstand stellt sein Programm vor

Die im Mai 2017 erfolgte Neuwahl des Kölner BDA Vorstandes, der für nunmehr drei Jahre im Amt sein wird, hat zu einer Verjüngung und zu einer Stärkung der Parität zugunsten der weiblichen Vorstandsmitglieder geführt.

Die Ziele der inhaltlichen Arbeit für die Legislaturperiode 2017-2020 sind im nachfolgend aufgeführete Thesenpapier 2017 zusammengefasst, das der BDA Köln nun der Öffentlichkeit vorstellte. Diese sollen als Einladung zur Diskussion und Zusammenarbeit, wie auch als Prüfsteine für die zur Wahl stehenden Kommunalpolitiker betrachtet werden.

 

Bund Deutscher Architekten BDA Köln stellt Positionspapier 2017 für qualitätvolles Planen und Bauen vor:

Der Bund Deutscher Architekten ist ein Berufsverband von Architekten, der sich für die Qualität unserer gebauten Umwelt einsetzt. Seine Mitglieder werden berufen. Dies geschieht ausschließlich aufgrund ihrer herausragenden fachlichen Qualifikation in einem formalisierten Verfahren. Berufen werden etwa 12% der selbständig tätigen Architekten, die den Mitgliederstamm des BDA bilden. Diese Tatsache, die kompetentesten Köpfe unseres Berufsstandes zu vertreten, verpflichtet und legitimiert uns, als Sachwalter und Streiter für Architekturqualität in einen gesellschaftlichen Diskurs einzutreten.

 

Bauten für die Bildung

  • In Köln, wie auch in anderen deutschen Städten besteht die dringende Notwendigkeit, neue Schulbauten zu errichten und die bestehenden zu sanieren. Der BDA ist der Meinung, dass diese dringende Notwendigkeit die Chance bietet, die Standards für den Schulbau der Zukunft zu definieren. Diese sollten auf der Grundlage von avancierten pädagogischen Konzepten eine herausragende räumliche und gestalterische Qualität beschreiben. An in jüngster Zeit entstandenen Pilotprojekten, wie der Bildungslandschaft Altstadt Nord und der Heliosschule wird bereits heute deutlich, wie diese Standards aussehen können.

 

  • Der BDA fordert dazu geeignete Verfahren, die den Wettbewerb um das beste Architekturkonzept zum Gegenstand haben. Aufgrund der EUweiten Vergaberegeln bedeutet das keine zeitliche Verzögerung, da die Fristen ohnehin durch die vorgeschriebenen Verfahren vorgegeben sind.

 

  • Der BDA ist der Auffassung, dass Schulbauten der Ausdruck einer gesellschaftlichen Wertschätzung für die Bildung der heranwachsenden Generationen sind. Der Anspruch, dass die Stadtgesellschaft sich in Form von gut gestalteten Schulbauten zu dieser Verantwortung bekennt, sollte nicht vor dem Hintergrund von Zeit- und Geldproblemen aufgegeben werden. Die besondere Qualität der in den ersten Nachkriegsjahren entstandenen Schulbauten, die bis heute überregional wahrgenommen und gewürdigt werden, sollte ein Ansporn sein, diese Aufgabe in weitaus besseren Zeiten, angemessen zu bewältigen.

 

Bauten für das Wohnen

  • Köln ist eine wachsende Stadt. Diese erfreuliche Tatsache hat zur Folge, dass derzeit die Nachfrage nach Wohnraum, im besonderen nach preisgünstigem Wohnraum, groß ist. Der BDA wünscht, dass diese Situation zum Anlass genommen wird, neben den eingeführten Verfahren beim Wohnungsneubau, auch Wege zu beschreiten, die zu unkonventionellen Lösungen führen. Wünschenswert ist beispielsweise, dass städtische Grundstücke an Bewerber vergeben werden, die aufgrund der konzeptionellen Qualität ihrer Projektvorschläge ausgewählt werden. Diese Vergaben könnten als Erbbaurecht, beispielsweise an Genossenschaften, erfolgen. Dadurch würde ein Teil der Wohnraumversorgung jenseits ‚des Marktes’ erfolgen und der öffentliche Reichtum bliebe somit erhalten.

 

  • Der BDA fordert ein Programm der Stadt Köln zur Förderung von experimentellen Wohnbauten, sowohl durch beispielhafte Bauprojekte wie auch durch eine theoretische Auseinandersetzung mit diesem Thema. Diese Initiative setzt die, mit dem Verfahrens „Zukunft Wohnen“, bereits erfolgten ersten Schritte fort und systematisiert sie.

 

Bauten für das Profil der Stadt

  • Architekten prägen nicht nur den baukulturellen Diskurs einer Stadt, sie sind auch ein Wirtschaftsfaktor. Die Förderung der heimischen Architektenszene bedeutet einerseits einen Beitrag zur Imagebildung der Stadt Köln als eine junge, dynamische und denkfreudige Metropole und andererseits einen Beitrag zur Stärkung der örtlichen Wirtschaft. Der BDA empfiehlt, die anstehenden städtischen Bauaufgaben zu nutzen, um die örtliche Architektenszene zu profilieren. Das sollte über konkurrierende Verfahren (Wettbewerbe, diskursive Verfahren oder angemessen honorierte Mehrfachbeauftragungen) geschehen.

 

Soweit die zentralen Themen für die nächsten Jahre. Diese werden einerseits im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen, als Schaufenster des BDA Köln diskutiert und andererseits werden wir in direkten Gesprächen mit Politik und Verwaltung unsere Anliegen vertreten und sowohl unser Fachwissen als auch unseren Anspruch an Qualität einbringen.

 

Im Diskurs mit der Stadtgesellschaft begreift sich der BDA als Kompetenzpool, der auf Grundlage der Erfahrung und über Geschäftsinteressen hinausgehende Verantwortung seiner Mitglieder wichtige Beiträge für die künftige Gestaltung unserer Stadt und für unsere gebaute Umwelt leisten kann. Dies gilt sowohl für gestalterische Fragestellungen, wie auch für Verfahrensfragen. Letztlich geht es uns, dem BDA, um einen Beitrag zur Frage nach dem lebenswerten und zukunftsfähigen Köln, oder allgemeiner formuliert um die Frage nach der postindustriellen Metropole.

 

Reinhard Angelis für den Vorstand BDA Köln, Juli 2017

 

red|bs

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