Aus Buchstabenschnipseln wird #STADTSACHE Fotos © Marlene Zeltwanger und Smilla von Stephani

Die Junior-Redaktion testet die #stadtsache-App (Teil 2)

Weil letzte Woche Girls‘ Day war, musste der Nachwuchs arbeiten. Wir Redaktionsmütter haben ihnen eine Aufgabe gegeben, bei der sie die Experten sind, denn es ging um die #stadtsache App, die Kinder zu Stadtentdeckern macht. Wie das von Anke M. Leitzgen, Bruno Jennrich und einigen Kollegen entwickelte Programm online und offline funktioniert, was ihnen daran gefällt und was sie in Köln, Bonn und anderorts entdeckt haben, schreiben sie hier selbst:

Hallo, wir sind Marlene Zeltwanger und Smilla von Stephani. Wir sind elf und zwölf Jahre alt und gehen in die sechste Klasse des Humboldt-Gymnasiums in Köln. Beide wohnen wir im Belgischen Viertel, spielen Klavier und sind seit der ersten Klasse sehr gute Freunde. Wenn wir uns verabreden gehen wir oft raus, das Smartphone haben wir meist dabei, da es besser ist erreichbar zu sein. Wir benutzen es zum chatten, fotografieren und drehen damit Musical.ly’s.

In unsere Stadt geht es uns sehr gut. Wir wohnen sehr zentral und viele unsere Freunde wohnen ganz in der Nähe, sodass wir alles zu Fuß oder mit dem Kickboard erreichen können. Wir gehen gerne in den Stadtgarten oder shoppen oder bummeln einfach nur so durch die Straßen.

Fotografiert haben wir schon immer gerne mit dem Smartphone, deshalb haben wir uns auch gefreut die App #Stadtsache testen zu können.

Stadtverschönerer bei der Arbeit. Foto: © Barbara Schlei

 

Worum geht es bei der #Stadtsache?

Die #Stadtsache ist eine App, die man sich auf das Smartphone laden kann und in die man dann reinfotografieren kann. Alle Fotos werden auf einer Karte genau dort eingezeichnet, wo sie gemacht wurden. Weil wir draußen kein WLAN haben, wurden sie erst später übertragen, dass klappt nicht immer, die Fotos sind dann zwar in „meine Fundsachen“, aber tauchen nicht als Punkt auf dem Kölner Stadtplan auf.

Man kann die Fotos in der App bearbeiten, was dazu schreiben oder malen. Das haben wir aber noch nicht ausprobiert.

 

Wer fotografiert noch in Köln?

Screenshots #stadtsache – Übersichtsseiten

 

Die Standortmarkierungen haben bestimmte Farben z. B blau bedeutet ‚Lieblingsplätze‘, grün: ‚Pflanzen und Tiere‘, dunkelgrün: ‚Stadtgespräche‘ und ‚Unorte‘ sind rot markiert. Unorte haben wir keine gefunden, zumindest nicht bei uns im Viertel. Aber andere Nutzer aus Köln haben den Dom als Unort markiert… da ist wohl beim Einsortieren etwas schief gegangen.

Momentan ist die App noch ziemlich leer, aber wenn erst viele Menschen mitmachen entsteht eine Karte, auf der man sieht, was anderen gefallen hat oder was sie wichtig finden. Man sieht aber nicht, wie die anderen Kindern heißen. Das ist anders als z.B. Instagram oder bei Pinterest. Wir fanden das gut, weil wir so auch mal Quatsch fotografieren konnten. Allerdings sind wir doch neugierig und haben uns schon überlegt, von wem wohl die anderen Kölner Fotos sind?

Wenn man sich einmal angemeldet hat, ist die App sehr einfach zu bedienen, unkompliziert und mit vielen Möglichkeiten. Allerdings muss man immer mit vollem Akku losziehen, denn die App verbraucht sehr viel Energie. Das Workbook, das es dazu gibt ist sehr schön gestaltet, trägt viel Inspiration in sich und ist ein Mitmachbuch, dass man auch zu Hause bei schlechtem Wetter benutzen kann.

 

Wo gibt es bemalte Stromkästen?

Fotos: © Marlene Zeltwanger und Smilla von Stephani

 

Hier bei uns im Viertel gibt es viele Leute, die lustige Sachen machen, z.B. graue Stromkastenmonster bunt und freundlich ansprayen. Wir haben kaum einen Stromkasten gefunden, der einfach nur noch grau ist.

 

Kategorien aufzählen:

Auf der Such nach etwas Unbekanntem hilft es, dass in der App Kategorien aufgezählt werden. Man kann nach „poetischen Sachen“ suchen oder nach „abenteuerlichen Sachen“ und natürlich nach „gebauten Sachen“. Innerhalb der Kategorien werden Fragen gestellt, danach kann man dann einfacher suchen, wenn man die App benutzen will, aber gerade keine eigenen Ideen hat, wonach man suchen könnte.

Das haben wir in die Kategorie grüne Sachen sortiert:

Fundsache gruen

Fotos: © Marlene Zeltwanger und Smilla von Stephani

 

Hier im Belgischen Viertel ist es sehr grün, obwohl hier so viele hohe Häuser stehen. Aber wir haben für die Kategorie „grüne Sachen“ nicht den Stadtgarten oder den Grüngürtel fotografiert, sondern die Grashalme, die in den Ritzen und zwischen dem Pflaster wachsen. Wenn man genau hinguckt, wächst überall etwas und das sieht eigentlich ganz schön aus.

 

Fragen über Fragen?

Screenshots #stadtsache. Fragen in den einzelnen Kategorien

 

Wo kleben die meisten Kaugummis auf dem Asphalt?

Viele Leute spucken einfach ihre Kaugummis auf die Straße, dort bleiben sie als weißer oder grauer Fleck kleben. Besonders viele Kaugummis haben wir vor der Eisdiele und dem Kino gefunden. Kaugummi kauen und gleichzeitig Eis essen geht auch nicht besonders gut. Im letzten Sommer war ich in London und habe dort Kaugummis auf der Straße gesehen, die ein Künstler (Der Londoner Künstler heißt: Ben Wilson, Anm.d.Red.) angemalt hat, dass sah so lustig aus und hat aus den ekligen Flecken was Schönes gemacht. Das wollten wir hier in Köln auch versuchen.

 

Und hier sind unsere Ergebnisse:

Fotos: © Marlene Zeltwanger und Smilla von Stephani

Foto: © Barbara Schlei

 

Die Bildchen sind nicht so bunt und fein wie die in London geworden, aber wir finden, dass so die grauen Klebereste gleich ein bisschen lustiger aussehen. Und die Leute sind stehen geblieben und haben geschaut, was wir da machen – vielleicht spucken jetzt einige von ihnen ihre Kaugummis nicht mehr einfach unachtsam auf die Straße?

 

Schattenherzen

Schade finden wir, dass die Fotos aus der App nicht in die eigene Handy-Galerie geladen werden können – oder umgekehrt kann man schöne Fotos von früher nicht in die App laden, obwohl sie sehr gut passen würden.

M_Schatten

Foto © Thilo Petri

Nach Buchstaben auf Häuserwänden habe ich schon immer gerne Ausschau gehalten, wie hier in Sardinien mit meiner Freundin Milena, hier passt das M sogar für uns beide.

 

Braucht man die App überhaupt?

Eigentlich braucht man überhaupt keine Apps, aber viele sind prima Zeitvertreiber. Wir hatten wirklich Spaß die #Stadtsache-App zu benutzen, weil wir draußen waren und gemerkt haben, dass man wenn man genau hinschaut viel mehr Sachen entdeckt, als man denkt. Z.B. haben wir erst als wir darauf geachtet haben, viele bemalte Stromkästen bemerkt. Früher sind sie uns nie aufgefallen, obwohl sie auf unseren ganz gewohnten Wegen stehen. Man lernt durch die App die Stadt zu erkunden und Sachen zu finden. An einem Nachmittag hatten wir eigentlich keine Zeit mehr, wir wollten aber trotzdem weiter machen, weil wir durch die App so in Schwung gekommen sind und immer noch mehr Sachen finden wollten.

 

Marlene Zeltwanger und Smilla von Stephani

 

 

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