Neu im Architekturführer: Das Projekt 'OGTS Cäsarstraße'

Weder in Form noch Material gleicht sich der Neubau der Maria-Sibylla-Merian-Schule im Kölner Stadtteil Bayenthal dem Bestehenden an. Ähnlich wie das Quartier selbst stellt der Bestand ein über die Zeit zusammengefügtes, heterogenes Gefüge dar: Südlich der Cäsarstraße liegt der Altbau, nördlich von ihr ist die Sporthalle zu finden, und wiederum nördlich der Halle bildet der vom Architekten Gernot Schulz entworfene Neubau von 2010 der Offenen Ganztagsschule den Abschluss der Schulbauten. Kein Bau gleicht dem anderen und dennoch ist es die Leistung des Neubaues, der Außen beinahe skulptural anmutet, eine Art verwandtschaftliche Beziehung im diffusen Umfeld herzustellen.

Einschnitte an Nord- und Südfassade gliedern den langen Baukörper und verweisen auf Erschließungszonen. Gelbe Riemchen bilden außen wie innen das Wandkleid. Die hohe Präzision, mit der sie verarbeitet worden sind, spiegelt auch im Detail den Ordnungsgedanken, dem das Gebäude im städtebaulichen Maßstab folgt.

Ähnlich wie bei den Raumfolgen des Schulhofs findet auch im Inneren eine hierarchische Abfolge von Plätzen und Wegen statt. Innen dient eine zweigeschossige Halle als Verteiler und zugleich öffentlichster Teil des Gebäudes.

Die Klassenräume selbst können als kleine Häuser entlang der Straße verstanden werden. Ihre Adressen bilden sich durch ihre unterschiedlichen Farben aus. So gibt es grüne, rote, blaue und orangefarbene „Haustüren“.

Architekturführer: „OGTS Cäsarstraße“

 

Der Neubau bindet seine Umgebung mit der Ausbildung von Wegen und Plätzen zu einem sinnfälligen Ganzen zusammen

Foto: Rainer Mader

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