Nachsitzen im Gerling Quartier

Wer Piazza Navona verspricht … muss damit rechnen, dass sich dort ein gewisses Maß von städtischem Leben abspielen wird

 

Das Gerling Quartier schaffte es letzte Woche prominent auf die Titelseite des KStA: Es häuften sich Berichte, dass Menschen, die sich auf dem Gereonshof aufhielten, vom Wachpersonal aufgefordert wurden, den Platz zu verlassen. Die Straße, die hier früher hindurchführte, hatte die Stadt an den Investor verkauft; nun sollte nach dem Willen der Eigentümer, die beim Kauf ihrer Wohnungen Anteile am Platz mit erworben hatten, nur noch ein Wegerecht auf dem circa 10 m breiten Streifen bestehen bleiben.  

Ein Aufenthaltsrecht für die Öffentlichkeit war im Grundbuch nicht vermerkt; Liegenschaftsdezernentin Andrea Blome gab an, dass ein Gehrecht für große Teile des Platzes im Baulastenverzeichnis eingetragen sei und dies mehr wiege als das Grundbuch. Oberbürgermeisterin Reker hat am Wochenende mit dem Haupteigentümer eine vorläufige Einigung erzielt. Man darf dort nun wieder sitzen und herumgehen. Die Verwaltung muss ihre Hausaufgaben machen und nachträglich eine rechtsklare Situation für Kölns „Piazza Navona“ schaffen.

Es ist und bleibt eine schwierige Aufgabe, dem Gerling Quartier städtisches Leben einzuhauchen, im Ringen zwischen der Club- und Dönerbuden-Szene am Ring und der Mentalität sauerländischer Vorgartenbesitzer der Wohnungseigentümer.

 

Wieder unterwegs
Wer sich selbst davon überzeugen möchte kann mit uns in einer Führung im offenen Programm durchs Quartier spazieren.

»Das Gerling Quartier – Wirtschaftswunder und Herrenabende«

Treffpunkt, Termine und Ticketreservierungen

  • Samstag, 5. September 11.00 Uhr

Treffpunkt: vor dem Gerlinghochhaus auf der neuen Piazza.

Gerling Quartier und Hotel
Kosten 15 Euro
Anmeldung schlei@koelnarchitektur.de

Natürlich können Sie die Führung zur Architektur des Gerling Quartiers auch wie gewohnt individuell buchen.

 

red|bs

 

 

1 Kommentar

Tja, in einem Premiumquartier sind eben nur Premiumpassanten erlaubt. Entsprechende Flanierberechtigungsscheine sind nach Gesichts- und Kleidungskontrolle von den Masterplanern der ksg erhältlich, um die „schlummernde urbane Qualität als Kern des neuen Ortes“ so richtig dornröschenmäßig zu erwecken. Sauerländische Vorgartenbesitzer ist aber auch eine feine Beschreibung. 🙂

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