Geschmacksverwirrung am Kölner Stand: Sieht alles süß aus, ist aber herzhaft. Foto © Uta Winterhager

Die polis convention 2016

Am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche (21. und 22. April) fand die zweite polis convention, Fachmesse für Immobilien- und Stadtentwicklung statt. Mehr als 2000 Besucher kamen an jedem der beiden Tage in die Alten Schmiedehallen auf dem Düsseldorfer Böhler Areal, wo etwa 140 Aussteller aus Städten, Kommunen und Immobilienwirtschaft ihre Projekte, Potenziale und Pläne präsentierten. Der Charme der Veranstaltung – oder war es vielleicht doch ein Handicap – lag in ihrem regionalen Fokus. So blieb dort den einzelnen Städten wie auch den Besuchern deutlich mehr Raum als auf den etablierten Immobilienmessen in München oder Cannes. In Düsseldorf kannte wohl jeder irgendwie jeden, wenn nicht ohnehin schon, dann hinterher bestimmt.

So war es dann auch kaum zufällig die Stadt Köln, die an zentraler Stelle in der denkmalgeschützten Industriekulisse selbstbewusst mit dem größten Stand von allen auftrat. Dies tat sie natürlich nicht alleine, sondern wurde flankiert von ihren Partnern aus der Immobilienwirtschaft, die dort allesamt ein durchaus vielfältiges Portfolio aktueller und kommender Projekte vorgestellt haben, das den Eindruck vermittelt, dass sich in der Stadt doch einiges bewegt.

 

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Oberbürgermeisterin Henriette Reker lud in der Köln-Welt zu bunten Schnittchen und Kölsch. © Uta Winterhager

Die Rückwand des Kölner Standes bildeten großformatige Auszüge – Deutzer Hafen, Messe City, Parkstadt Süd, Erweiterung Wallraf-Richartz Museum u.a. – aus dem soeben im Jovis Verlag erschienenen Buch Kölner Perspektiven, das das Baudezernat zusammen mit dem hdak herausgegeben hat.

 

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Reges Interesse beim Empfang der Stadt Köln. Foto © Christian Deppe / Stadt Köln

 

In das Zentrum des Standes gerückt waren vier Modelle, zwei unterschiedliche Ausschnitte des Konversionsprojektes Mülheimer Hafens, das Wohnbauprojekt Am Butzweilerhof und eine Ecke des derzeit sanierten Domhotels. Rings umher präsentierten sich die lokal bekannten Partner der Stadt, darunter die moderne stadt mit dem Clouth Areal und der Wohnbebauung in der Ehrenfelder Christianstraße, die aurelis mit dem Deutzer Feld, BAUWENS mit dem Raderberger Leben und dem Holzmarkt 1, die Wohnkompanie mit der Welle und der Fuchsstraße in Ehrenfeld oder die CG Gruppe mit dem Euroforum West – Cologneo 2 und Cologneo 1.

 

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Was passiert wo in Köln und vielleicht noch wichtiger … wer macht was? Foto © Christian Deppe / Stadt Köln

 

Allesamt Projekte, die Planern, Investoren, sowie den Vertretern als Politik und Verwaltung wohl eine Menge Diskussionsstoff boten, so dass es aus Kölner Sicht so schien als bliebe der Stand der Stadt Düsseldorf, die Stadt von morgen heute im Vergleich noch etwas leerer …

 

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Damit niemand mit leerem Kopf nach Hause gehen muss: Inhaltliche Unterfütterung der Messe mit Vorträgen und Diskussionen der polis convention © Uta Winterhager

 

Damit nach diesen zwei Tagen noch etwas mehr bleibt als ein – wenn es gut gelaufen ist – ordentlicher Stapel verteilter Visitenkarten, veranstaltete Johannes Busmann, der seit 25 jahren das polis Magazin für Urban Development  herausgibt, unter dem selben Dach zur selben Zeit den Polis Kongress mit dem Thema Stadt – Land – Fluss über die Beziehungen zwischen Metropole, Stadt, Zwischenstadt, Land und Umland. Dort wurde neben Aspekten der Lebensqualität und des sozialen Wohnraums insbesondere Fragen der Mobilität in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt.

 

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… oder auf einen Kaffee in die Planer-Lounge, in der sich Ortner + Ortner Baukunst, Cross Architecture, RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten und FSWLA Landschaftsarchitektur präsentierten

 

Am Abend des ersten Tages wurde der polis Award verliehen, bei demdas Kooperative Verfahren Parkstadt Süd in der Kategorie Urbanes Flächenrecycling eine Anerkennung erhalten  hat. Weitere durchaus inspirierende und ausgezeichnete Beiträge kamen aus Aachen, Wuppertal oder wie in der Kategorie Lebenswerter Freiraum, wo das Augenmerk sogar über die Landesgrenze hinaus gelenkt wurde, mit der von kadawittfeldarchitektur geplanten Grimm-Welt aus Kassel. Ganz sicher wird dies bald ein Thema für unsere Kategorie Heimaturlaub!

 

Uta Winterhager

 

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