Aus der Serie RHEINAUHAFEN 2001–2005 (Ausschnitt) © Martin Claßen

RHEINAUHAFEN 2001–2005 Photographien von Martin Claßen

Nirgendwo in Köln ist die Architekturdichte so hoch wie im Rheinauhafen und nirgendwo machen wir mit Archipedes so viele Führungen wie dort. Denn es ist die Transformation eines brachliegenden Hafens zu einem modernen Stückchen (Vorzeige-) Stadt, die sich hier sehr anschaulich erklären lässt. Die Spuren der Vergangenheit finden sich trotz der neuen Nutzung überall denkmalgerecht saniert, in das Freiraumkonzept integriert oder zeitgemäß interpretiert.

Der Kölner Photograph Martin Claßen war jedoch schon früher da. Zwischen 2001 und 2005 machte er die letzten Historischen Aufnahmen des Rheinauhafengeländes vor der Konversion. Grade einmal 15 Jahre sind die ältesten dieser Bilder alt, doch scheinen sie aus einer anderen Ära zu stammen. Martin Claßen, der Wert auf die beiden „ph“ in seiner Berufsbezeichnung legt, fotografiert analog und schwarz-weiß im Groß- und Mittelformat. Die Roll- und Planfilme entwickelt er in der Dunkelkammer seines Photoateliers, wo er auch die Abzüge auf dem heute nur noch sehr schwer zu beziehenden Barytpapier anfertigt. Abschließend führt er die Retusche-Arbeiten mit einem feinen Pinsel aus.

 

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Das Siebengebirge aus der Serie RHEINAUHAFEN 2001–2005 © Martin Claßen

 

Sebastian Linnerz, Inhaber der Galerie plus Raum für Bilder, fasziniert die Liebe mit der Martin Claßen dieses altmodische Handwerk ausübt und zeigt nun 21 Aufnahmen der Serie RHEINAUHAFEN 2001–2005 in einer Ausstellung.

Es sind wunderschöne Bilder, die eine ganz andere Stimmung einfangen als sie heute im Rheinauhafen spürbar ist. Sie zeigen einen verlassenen, menschenleeren Ort zu einem Zeitpunkt an dem er ausschließlich von seiner Vergangenheit berichtet, die Gegenwart verschlief und seine Zukunft ungewiss schien.

Doch schon 2004 wurde am KAP am Südkai der erste Grundstein gelegt – betrachtet man Claßens Aufnahmen, scheinen mehr als eine Dekade zwischen damals und heute zu liegen.

Wie schnell eine Stadt sich wandeln kann.

 

(red./uw)

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Herkuleskran aus der Serie RHEINAUHAFEN 2001–2005 © Martin Claßen. An der Stelle des Raiffeisenhauses wurde 2004 das KAP am Südkai gebaut.

 

Die Ausstellung läuft bis zum 31- Dezember und ist montags bis freitags von 10 – 12 und 15 – 18 Uhr geöffnet.

Sebastian Linnerz
Büro für Grafikdesign
und Fotografie
plus Raum für Bilder

Schillingstraße 14
D 50670 Köln

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