Historischer Hintergrund zum Thema Nord-Süd-Fahrt

Die Nord-Süd-Fahrt, ein Produkt der autogerechten Stadtplanung der 50ziger und 60ziger Jahre, geht auf ursprüngliche Überlegungen aus der NS-Zeit zurück. Ähnlich wie die Ost-West-Achse sollte sie, als neuer breiter Straßendurchbruch, den innerstädtischen Verkehr entlastet. Im Kreuzungspunkt der beiden Achsen war ein Aufmarschplatz geplant.

Im Wiederaufbau wurde die Idee modifiziert aufgenommen. An Stelle der Synagoge aus der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand nach Plänen des Kölner Architekten Wilhelm Riphahn das heutige Ensemble Opernhaus, Schauspielhaus, Offenbachplatz und die gegenüberliegende fünfgeschossige Gebäudezeile.

Die Idee der Gesamtuntertunnelung der Trasse ist fast genauso alt wie die Baumaßnahme selbst. 1992 gab es einen ersten städtebaulichen Wettbewerb, aus dem das Büro Böhm als Sieger hervorging. Ökonomische Engpässe, ließen das Projekt nicht in die Realisation gelangen.

Das gelungene Finanzierungsmodell der Trassenüberbauung von Renzo Piano im Bereich Cäcilienstrasse macht der CDU Ratsfraktion Mut die Pläne für die gesamte Untertunnelung wieder aus der Schublade zu holen und in variierter Weise umzusetzen.

In einem Workshop (Architekten und Investoren), im letzten Jahr, sollten die Ergebnisse des 1. Wettbewerbes den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.

Resultat: mehr Fragezeichen als Antworten.

Konsens scheint immerhin bezüglich der generellen Frage zu herrschen: Die Nord-Süd-Fahrt soll auf ihrer ganzen Länge zwischen der Komödienstrasse und der Schildergasse unter der Erde verschwinden,

um darüber ein autofreies Flanierparadies zwischen Oper und WDR zu erreichen: So das Ideal. bs

1 Kommentar

Hoffentlich erlebe ich es noch, dass dieses Projekt realisiert wird, dringend erforderlich! Der Offenbachplatz ist eine der trostlosesten Ecken in Köln, Oper an der Autobahn.

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