Ausstellung mit Werken von Stefan Wewerka im UAA

„Der Künstler Stefan Wewerka (1928 – 2013) gehört zweifelsohne zu den spannendsten Protagonisten ab den 1960er Jahren, der die Grenzen zwischen Architektur, Design, Bildhauerei und freier Kunst konstant geöffnet, bewegt und variiert hat – dennoch alles geeint in einem grundlegenden skulpturalen Denken mit prägnanter Handschrift.

Von der Ausbildung her aus der Architektur kommend – man denke neben einigen Bauten, wie der Jugendherberge in Bonn, vor allem an seine Erdarchitektur-Zeichnungen ab 1956, die eindeutig in Abgrenzung zu den geometrischen Lösungen des ‚Bauhaus‘ der eher ‚Organischen Architektur‘ eines Hugo Häring und Hans Scharoun verpflichtet sind – begann Wewerka zur „Stunde Null“ (Umkreis Zero) ab 1961 mit seinen Trennungen, Teilungen und Zerschneidungen von Dingen – prägnant sind seine Stühle –, um sie neu, anders, verrückt und oft ‚schief‘ collagiert wieder zusammenzufügen. Diese für ihn „intellektuell riskante, waghalsige Idee“ führte zunächst zu einer Befreiung von der Funktion des Gegenstandes, um diesen, dennoch immer eindeutig erkennbar, auf die höhere Ebene der Kunst zu bringen. Das humorvolle, eigensinnige Verschieben der Perspektive(n) – sein Projekt das „Verschieben des Kölner Domes“ hier in Köln sicher eines der ungewöhnlichsten Vorhaben – war für Stefan Wewerka nie ein brutaler Akt der Zerstörung, sondern immer auf eine neue ästhetische Spannkraft hin gedacht und auf eine grundsätzliche Analyse von Volumen und Raum angelegt.

Die Hinterfragung eines gewohnten Bildes/Abbildes, der mutige, muntere und spielerische Umgang mit den Dingen führte bei ihm zu diversen Möbeln/Möbelskulpturen, den „Denkmöbeln“, die ab 1977 zur Ausführung kamen – Stühle, Tische, der Küchenbaum, etc. Hiermit erreichte er eine neue Ebene, die des „Serviceberufes“, die über die zuvor notwendige analytische Zerteilung eine synthetische Stufe erreicht, auf der unaufdringlich Vertrautes aber Variiertes für eine bessere Lebensqualität sorgt, und die überraschend neue Perspektive eine große Veränderung innerhalb der Sicht auf die Dinge, die Welt erlaubt.

Diese Hommage an den im September 2013 verstorbenen Künstler präsentiert mit einer Auswahl an Möbeln, Kunstwerken und Zeichnungen die Gedankenwelt des „Großmeisters des Antifundamentalismus“ und belegt die Komplexität und leise Radikalität von Stefan Wewerkas “Verrückungen“.“ Text: Susanne Kleine

Am Sonntag, dem 12.Januar 2014, wird die Ausstellung mit einem Gespräch zwischen Wulf Herzogenrath, Alexander Wewerka, Stefan Krauss und Susanne Kleine eröffnet.

DENKMÖBEL ist eine Ausstellung anlässlich der Passagen Interior Design Week Köln

 

 

Eröffnung: Sonntag, 12. Januar 2013, 16 – 18 Uhr

Ausstellung:

13.01. – 19.01.2014 (während der Passagen)
Mo – Do 10 – 16 Uhr
Fr + Sa 11 – 20 Uhr
So 11 – 18 Uhr
20.01. – 31.01.2014
Mo – Fr 10 – 14 Uhr

Ungers Archiv für Architekturwissenschaft
Belvederestrasse 60
50933 Köln
Tel 0221-9498360

>>UAA

‚Rote Bank‘ von Stafan Wewerka

Foto: Archiv Stefan Wewerka

Stefan Wewerka

Foto: David Brandt

‚classroom chair‘ von Stafan Wewerka

Foto: Archiv Stefan Wewerka

‚kruemmling‘ von Stafan Wewerka

Foto: Archiv Stefan Wewerka

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