Jenseits des Schreckens - Eine koelnarchitektur-Auswahl zum Tag der Architektur, der bundesweit am Wochenende, 26. und 27. Juni stattfindet

Beim Tag der Architektur hat die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen den Ruf der Beliebigkeit: Hier wird alles aufgenommen, was reinkommt. Und genau diese Vielfalt wird seit Jahren immer wieder kritisiert. Unter hämischem Grinsen schaffen es die Bauten aus NRW regelmäßig auf die letzte Seite der Bauwelt und Ursula Baus schreibt bei german-architects: „Wenn’s ums Schlechte geht, schießt aber wieder einmal die Kammer von NRW den Vogel ab: In der Online-Recherche gut aufzufinden, versammelt die Liste der diesjährigen Empfehlung ein hohes Maß an Scheußlichkeiten.“

Ändern tut sich jedoch nichts. Die Architektenkammer NRW ist resistent gegen jegliche Verbesserungsvorschläge. Gerade im diesem Jahr könnte sich die Kammer leicht tun, den eigenen, oft kritisierten Standpunkt aufzugeben, denn das Motto in diesem Jahr heißt bundesweit „Horizonte“ und meint damit „aufzubrechen, vertrautes Terrain zu verlassen, Neues zu entdecken, das Abenteuer Architektur zu wagen.“

Dabei ist die Idee des „Tags der Architektur“ gut, allerdings: Es hapert noch immer an der Umsetzung. An diesem Tag gelingt es den Kammern, eine breite Öffentlichkeit für Fragen der Architektur und des Städtebaus zu interessieren und einen offenen Dialog zwischen Architekten und Interessierten, zwischen Fachleuten und Laien zu initiieren. Umso wünschenswerter wäre es auch, eine offene Qualitätsdiskussion zu führen.

Alle Jahre weniger

Ja, man muss sogar sagen, die AKNW erreicht eine große Öffentlichkeit, aber immer seltener ihre besten Kollegen, die sich mit den wirklich interessanten Projekten im Land nicht im Sammelsurium der Absurditäten präsentieren möchten. Denn jeder anspruchvolle Architekt ist gut beraten, nicht dabei zu sein.

Anders als in manch anderem Bundesland, in denen eine unabhängige Jury aus Architekturkritikern und Architekten eine kritische Projektauswahl betreibt, gibt es in NRW lediglich eine Sichtungskommission mit recht weitgesteckten Qualitätskriterien. So liegt die Verantwortung für die Teilnahme bei jedem Einzelnen. Wen wundert es da, wenn die qualitative Bandbreite der gezeigten Objekte groß ist.

Sieben Kölner Projekte

Vor dem Hintergrund dieser Beliebigkeit hat koelnarchitektur.de auch in diesem Jahr wieder eine kleine Auswahl aus allen 41 Kölner Projekten getroffen und in einer Vorschlagsliste zusammengestellt. Kölner Neu- und Umbauten, die sich wirklich lohnen, werden mit Texten, Bildern, Adressen und Öffnungszeiten vorgestellt.

Für diejenigen, die sich nicht abschrecken lassen: Alle 551 in NRW gezeigten Projekte hat die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen in einer umfangreichen Broschüre vorgestellt, die jeder kostenlos bei der AK NRW bestellen kann.

Barbara Schlei

Redaktion koelnarchitektur.de

Auch sind alle Objekte, die am „Tag der Architektur 2010“ teilnehmen, in einer Datenbank zusammengestellt.

Architektenkammer NW, Zollhof 1

40221 Düsseldorf

Tel.: 0211 49 67 56 / 49 67 64

Fax: 0211 49 67 92

E-Mail: tda@aknw.de

Die koelnarchitektur.de Vorschlagsliste

Energetische Revitalisierung der St. Martin Grundschule | Köln-Seeberg; Ute Piroeth, BDA

© Stefan Brühl

Cäcilium Köln

KSP Jürgen Engel Architekten

© KSP Jürgen Engel Architekten

Gleueler Straße 371

Thomas MICHAEL Architekt

© Axel Hartmann

Kinder- und Jugendkulturhaus Comedia Theater

Oxen + Partner Architekten

© Stephan Schilling

Neubau Wohn- und Geschäftshaus

von Lom Architekten GmbH

© Solarlux

Artikel teilen

Ihre Meinung zählt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.