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Zukunftsprojekte: Ein Haus und Museum der jüdischen Kultur in Köln | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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16.04.2002 Seit Ende der 1990er Jahre gibt es in Köln verstärkte Bemühungen zur Errichtung eines Hauses und Museums der Jüdischen Kultur. Es soll bestehen aus einem musealen Teil, der die Geschichte der Kölner jüdischen Gemeinde - eine der ältesten in Deutschland - anhand der archäologischen Überreste erzählt und einen Ort für die umfangreiche Sammlung von Judaica und Zeugnissen des Kölner Judentums bereitstellt. Gleichzeitig soll das Haus aber auch ein Ort der Begegnung, der Erziehung zu Toleranz und der Erinnerung sein. Mit diesen Vorüberlegungen ist die Gesellschaft zur Förderung eines Hauses und Museums der jüdischen Kultur mit der Stadt Köln in Planungsdiskussionen gegangen. Bisher beschäftigte die Debatte sich vor allem mit der Frage des Standorts. Ein Expertenhearing im Oktober 2001 diskutierte verschiedene Möglichkeiten im Kontext der Kölner Planungen von Kulturachsen wie der "via culturalis" durch die Altstadt und einer Kulturdiagonalen von dem jetzigen Haubrich-Forum am Neumarkt bis zum Dom. Bei diesem Workshop, an dem Vertreter des Fördervereins, der verschiedenen städtische Behörden, der Fraktionen, Experten aus Kölner Museen sowie aus den Fachwissenschaften teilnahmen, wurden insgesamt sieben Standortvorschläge diskutiert. Gesucht wurde nach einem Ort für rund 2.400qm Nutzungsfläche. Die Raumplanung sieht insgesamt rund 1.400qm für die Ausstellungsfläche vor, von denen 1.200qm für Sonderausstellungen vorgesehen sind. Hinzu kommen 600qm für Schulungsräume und 400qm für sonstige Funktionen. Neben einem Neubau am Offenbachplatz standen verschiedene Möglichkeiten der Nutzung vorhandener Gebäude oder von Neubauten in der Umgebung des Rathauses in der Altstadt zur Debatte. Bei allen Standorten wurde versucht, einen mehr oder weniger engen Bezug zu historischen Orten der jüdischen Geschichte Kölns herzustellen. Besonders eindeutig tritt dieser Kontext rund um den heute sogenannten Rathausplatz hervor, da das Haus und Museum der Jüdischen Kultur innerhalb der dortigen Archäologischen Zone direkt mit den Überresten des mittelalterlichen Kölner Judenviertels verbunden werden könnte. Ein Neubau auf dieser Freifläche würde zudem die historische Situation wiederherstellen, der Portalsgasse und dem eigentlichen Rathausplatz vor der Rathauslaube wieder eine städtebauliche Fassung geben. Für diese Realisierung sind die Einhaltung von Sichtachsen auf das neue Wallraff-Richartz-Museum, der Traufhöhe des Spanischen Baus und einer Freifläche an der Südseite vorgegeben. Des Weiteren wurden Umnutzungsmöglichkeiten im Spanischen Bau und im Haus Neuerburg besprochen. Ebenfalls im Umfeld des Platzes könnte auf städtischen Grundstücken neu gebaut werden. Eine direkte Einstiegsmöglichkeit in die Archäologische Zone oder die Herstellung von Sichtbezügen innerhalb des Museums wäre damit allerdings nicht oder nur schwer realisierbar. Die siebte Möglichkeit eines Neubaus am Offenbachplatz wurde relativ schnell verworfen. Man müsste nicht nur in das dortige Platzgefüge eingreifen, sondern auch die historische Legitimation des Ortes, die sich auf den ehemaligen Standort der im 19. Jahrhundert errichteten Synagoge an der Glockengasse bezieht, könnte mit der Thematisierung des langen Zeitraums jüdischer Geschichte in Köln am Rathaus nicht konkurrieren. Die Diskussion zwischen den anwesenden Experten kam zu dem vorläufigen Ergebnis, dass für den Standort Rathausplatz ein Wettbewerb ausgelobt werden solle, um an dieser Stelle ein Gebäude zu errichten, welches synergetisch die Archäologische Zone und einen Neubau des Hauses und Museums der Jüdischen Kultur verbindet. Die städtebaulichen Bedingungen einer Inszenierung dieses authentischen Ortes sollen nun anhand ihrer kulturphilosophischen und kulturhistorischen Hintergründe in einem weiteren Hearing des Kulturdezernats im Herbst 2002 erarbeitet werden. Für die Entwicklung eines Masterplans wurde - nach der noch ausstehenden Bewilligung durch die politischen Gremien - der Zeitraum von einem Jahr veranschlagt. Unsicher bleibt vor allem die gesamte Finanzierung des Projekts, die durch Meldungen zu Jahresbeginn 2002, dass das Land Nordrhein-Westfalen eine finanziellen Unterstützung nicht vorsehe, zusätzlich gefährdet wurde. Die Stadt Köln schließt eine finanzielle Beteiligung aus, die Mittel sollen durch den Förderverein bereitgestellt werden. koelnarchitektur.de wird in den kommenden Monaten weiter über die Projektentwicklung, das kommende Expertenhearing und die Gestaltung von Masterplan und Architekturwettbewerb berichten. Simone Mergen |
![]() Baufeld am Standort Rathausplatz Plan: Stadtplanungsamt Köln, Stand: Oktober 2001 ![]() Simulation der Kubatur Fotos: Stadtplanungsamt Köln, Stand: Oktober 2001 |
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