plan02 – Nachlese

Köln erlebt Architektur.

Bereits zum vierten Mal fand das Architekturfestival „plan“, mit dem Untertitel „Forum aktueller Architektur“ in Köln, statt. In mittlerweile gewohnter Tradition wurde das Konzept, Planen und Bauen als kultureller Event einer breiten Öffentlichkeit nahe gebracht.

Köln-interne Themen direkt am Objekt und begleitet von Diskussionsrunden fanden reges Interesse. Ein Schwerpunktthema lag im öffentlichen Raum. Urbanität ließ sich aus aktuellem und aus geographischem Anlaß, im und direkt vor dem diesjährigen meeting point „die Brücke“ diskutieren. Konkrete Resultate lassen sich indes nicht bilanzieren, auch wenn sich an vielen Themen und Anschauungsobjekten der Meinungsaustausch entzünden konnte. Nun wird es darauf ankommen auch über plan hinaus den Dialog in der Stadt und den Gremien zu führen.

Neben den Architekturbüros als Protagonisten der „plan“-Woche trugen viele kleine Aktionen im öffentlichen Raum dazu bei, nicht nur Architekten sondern Architektur in Szene zu setzen. Trotz der unumstrittenen Popularität ist plan noch immer eine Veranstaltung von Architekten für Architekten. Auch wenn sich hier die seltene Möglichkeit bietet, Werbung in eigener Sache zu machen, lebt die Veranstaltung von Projekte mit der ideellen Motivation der Teilnehmer. Denn wem die Transformation der Themen aus dem Büroalltag gelang und wer mit aktuellen Positionen Denkanstöße initiierte, konnte auch nicht Eingeweihten einen Zugang zum plan-Geschehen verschaffen.

Ohne auf die Vielfalt der Veranstaltung zu verzichten, wäre für zukünftige plan-Jahre eine programmatischere Themenwahl wünschenswert. Außerhalb der „Szene“ könnte Neugierde auf die gebaute Umwelt geweckt und damit Architektur popularisiert werden und innerhalb der Fachöffentlichkeit könnte die Konsumhaltung der Beteiligung weichen

Abgesehen von der Projektauswahl stellt sich auch die Frage, ob vielen der Macher die Inhalte ausgehen, konnte doch in den letzten plan-Jahren noch aus volleren Schubladen geschöpft werden. Bauen ist ein langwieriger Prozeß noch dazu in Zeiten knapper Kassen. Vielleicht würde eine „plan Biennale“ Abhilfe schaffen und ein zwei Jahresrhythmus mehr Luft und damit mehr Ideenreichtum bringen. bs

Schreibe einen Kommentar