Baustelle Ressourcenwende – Architektur im Wandel

Ausstellung mit Podiumsdiskussion im Wandelwerk

Das WandelWerk Köln zeigt von Freitag, 2. April, bis Sonntag, 18. April, die Ausstellung Baustelle Ressourcenwende – Architektur im Wandel. Diese setzt sich mit der Zukunft von architektonischer Planung, Materialität, Bauweise und Konstruktion auseinander. Vier Partnerinnen und Partner organisieren gemeinsam die Ausstellung: das rheinische Förderprojekt „Regionale Ressourcenwende in der Bauwirtschaft“ (ReBAU), das Institut für Rezykliergerechtes Bauen der RWTH Aachen, das WandelWerk Köln und die Designerin Claudia Saar (Die Servicekomplizin). Dank der großen, überdachten Glasfassade des Veranstaltungsorts können alle Interessierten die Ausstellung pandemiekonform von außen betrachten. QR-Codes führen die Besuchenden zu den digitalen Zwillingen der Exponate.

Den Höhepunkt der Ausstellung bildet die von ReBAU organisierte Podiumsdiskussion am Dienstag, 13. April, von 18 bis 20 Uhr. Bei dieser diskutieren Annabelle von Reuten (Concular), Marc Matzken, (Heimspielarchitekten), Jasmin Werker (Landmarken AG), Klaus Dosch (faktor X agentur) und Linda Hildebrand (Institut für Rezykliergerechtes Bauen der RWTH Aachen) über den Wandel in der Architektur hin zu einer ressourcenschonenden Zukunft. Eine kurze digitale Ausstellungführung und Positionen der Architects for Future leiten die Veranstaltung ein. Die Moderation des Podiums übernimmt Thomas Knüvener (BDA). Die Veranstaltung ist als Live-Stream zu erleben und für alle Interessierten kostenfrei zugänglich.

Wer erfahren möchte, wann und unter welchen Bedingungen es möglich ist, die Ausstellung im Inneren des WandelWerk zu begehen, erhält aktuelle Meldungen auf den Internetseiten wandelwerk.koeln und rebau.info. 

 

Bauliche Widersprüchlichkeiten – auch virtuell betrachtet

Ressourcenschonend, nachhaltig, kreislaufgerecht, zukunftsfähig: So stellen sich die Macherinnen und Macher dieser Ausstellung die Zukunft des Bauens vor. Sie zeigen die Widersprüchlichkeiten herkömmlicher Bauweisen auf und stellen verfügbare Alternativen vor. So fängt die Designerin Claudia Saar in ihrer künstlerischen Fotoserie „Baustellen – Kulissen des Unfertigen“ buchstäblich architektonische Brüche ein, indem sie Baustellen in einem Moment festhält, den es so nur einmal gegeben hat. Das Projekt ReBAU bietet allgemeine, grafisch aufbereitete Informationen rund um das Thema der ressourcenschonenden und kreislaufgerechten Architektur. Das Institut für Rezykliergerechtes Bauen zeigt eine Auswahl an ökologischen Bauprodukten seiner innovativen Material-Bibliothek, der Ecological material mini library (EMMy). Teile der Ausstellung lassen sich ab Mittwoch, 17. März, unter @rebau.info auch auf Instagram verfolgen.

 

Hintergrund: Paradigmenwechsel voraus

Während das Leben im vorigen Jahr stillzustehen schien, rührten die Betonmischer weiter, zirkelten die Baustellenkräne über langsam emporwachsende Gebäude. Der Bauboom ging weiter. Rund 33 Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen und rund 60 Prozent des Abfalls entstehen in der Bauwirtschaft. Die Branche baut damit auf die Verwendung von Rohstoffen, die nicht mehr lange in den geforderten Maßen zur Verfügung stehen werden. Das Bauen steht vor einem Paradigmenwechsel.

Der Ausstellungsort: WandelWerk, Liebigstraße 201, 50823 Köln-Ehrenfeld

Das WandelWerk ist Kölns Pop-up-Transformationszentrum für den sozial-ökologischen Wandel. Die 4802 Quadratmeter eines ehemaligen Autohauses in Neuehrenfeld bieten Raum für Vernetzung, individuelle Gestaltung und gesellschaftliches Miteinander. Herzstück des WandelWerks ist das Stadtlabor. Dort werden Visionen für die menschen- und klimagerechte Stadt von Morgen entwickelt und für alle erlebbar gemacht. So auch die angekündigte Ausstellung.

Weiterführende Direktlinks

ReBAU

Das Projekt ReBAU (Regionale Ressourcenwende in der Bauwirtschaft) steht für einen Paradigmenwechsel: weg vom reinen Energiesparen, hin zu einem umfassenden Ressourcen- und Klimaschutz im Bauwesen. Statt sich nur auf die Betriebsphase von Gebäuden zu konzentrieren, wird die gesamte Lebensphase von der Herstellung bis zum Wiedereinsatz von Materialien in den Blick genommen. ReBAU ist ein Projekt des Förderprogramms „Regio.NRW – Innovation und Transfer“ (EFRE). Es wird umgesetzt von den Projektpartnern Zukunftsagentur Rheinisches Revier, der Faktor X-Agentur der Entwicklungsgesellschaft indeland GmbH und der Bimolab gGmbH.

 

Emmy Library

Für die Betrachtung der ökologischen Eigenschaften einzelner Materialien steht das Projekt der Emmy: Die Nachfrage nach Baustoffen mit geringer Umweltbeeinflussung steigt kontinuierlich. Die Schwierigkeit besteht darin, diese objektiv einzuschätzen. Die Ecological material mini library EMMy vermittelt wissenschaftlicher Bewertung einerseits und handhabbaren Kategorien andererseits.

Fotoserie „Baustellen – Kulissen des Unfertigen I“ von Claudia Saar

Der Ästhetik und der Allgegenwärtigkeit von Baustellen hat sich Claudia Saar in ihren Fotos gewidmet. Baustellen als Kulissen des Unfertigen werden in den Momenten festgehalten, wo die Transformation sichtbar wird. Vorher und nachher geben sich die Hand, ein unwegsamer Ort wird umgedeutet, auch durch kurioses, was sich auf Baustellen häufig mehr oder weniger zufällig ergibt. In diesen Momentaufnahmen zeigen sich Baustellen als temporäre Skulpturen im Raum mit auffallend unterschiedlichsten Materialien. Materialien, die auch stets einer Transformation unterlegen sind.Mehrere weitere Werke der Serie werden als „Baustellen – Kulissen des Unfertigen II“ imJuli im Speicher Dortmund ausgestellt.

Datum:
02.04.2021
bis 18.04.2021

Adresse:
WandelWerk, Liebigstraße 201, 50823 Köln-Ehrenfeld