Ausstellung im MAKK

Zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum präsentiert das MAKK das Werk der
avantgardistischen Keramikkünstlerin Margarete Heymann-Loebenstein sowie der
Bühnenbildnerin Marianne Ahlfeld-Heymann im Dialog mit Farbstudien, Gemälden und Zeichnungen von Johannes Itten, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und László Moholy-
Nagy aus der eigenen Sammlung.

Das MAKK spürt mit seiner Ausstellung dem Wirken von zwei gebürtigen Kölnerinnen aus
jüdischer Familie nach, den beiden Cousinen Margarete (1899-1990) und Marianne (1905-
2003) Heymann. Der Titel bezieht sich darauf, dass es nachweislich 14 Kölner*innen am
Bauhaus gab. Ihre künstlerischen Spuren standen bislang – bis auf wenige Ausnahmen –
nicht im Fokus der Öffentlichkeit.

Margarete Heymann wurde 1920 am Bauhaus zum Vorstudium bei Johannes Itten
zugelassen, 1921 wechselte sie zur Ausbildung in die Keramikwerkstatt Dornburg und lernte
bei Werkmeister Max Krehan und Formmeister Gerhard Marcks. In Weimar nahm sie
weiterhin am Unterricht bei Georg Muche, Paul Klee und Gertrud Grunow teil. Obwohl
Heymann das Bauhaus im Herbst desselben Jahres wieder verließ, beeinflusste die
Bauhaus-Zeit ihr Schaffen nachhaltig. Dies zeigt sich besonders in den avantgardistischen und reduzierten Formen ihrer Gebrauchskeramik wie den berühmten Scheibenhenkel-
Services, die aus geometrischen Grundformen gestaltet waren. Aber auch die Dekore legen einen Vergleich mit Kompositionen von Kandinsky oder Moholy-Nagy nahe. Ihre 1923
gegründeten Haël-Werkstätten galten international als eine der kreativsten
Keramikwerkstätten dieser Zeit.

Marianne Heymann besuchte ab 1923 die Bildhauerei-Werkstatt am Bauhaus, verließ diese
allerdings 1925 wieder, da die Klasse beim Umzug von Weimar nach Dessau nicht
fortgeführt wurde. Sie nahm am Unterricht von Walter Gropius in Bezug auf Bildhauerei und
Bühnenkunst teil; besonders beeindruckt war sie jedoch von der künstlerischen Lehre Paul
Klees. Nach ihrer Bauhaus-Zeit schuf sie Handpuppen und Marionetten für freie
Produktionen, bevor sie als Bühnenbildnerin am Mannheimer Nationaltheater sowie
zeitgleich an der Kölner Oper arbeitete. Zahlreiche Entwürfe zu fantasievollen Szenarien,
Kostümen und Masken entstanden – so beispielsweise für Jacques Offenbachs Operette „La
Périchole“. Besonders die Kostümentwürfe lassen die Einflüsse der Bühnenkunst
Schlemmers erkennen: turmartige Kopfbedeckungen mit konzentrischen Ringen,
trapezförmige Gewänder, gesteppte und wattierte Säume sowie eine klare Farbpalette.
Beide Künstlerinnen mussten nach 1933 in die Emigration gehen.

Datum:
12.04.2019
bis 11.08.2019
Adresse:
MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln
An der Rechtschule
50667 Köln

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag 10–18 Uhr
Montag geschlossen
1. Donnerstag im Monat (Langer Donnerstag) 10–22 Uhr