Brandaktuell und sehr interessant: das neue Buch über die KALKschmiede*

Viele Kölner – bei weitem nicht nur architekturinteressierte – dürften sich zwischen 2009 und 2013 über die KALKschmiede* auf dem Laufenden gehalten haben. Denn mit diesem wegweisenden und zumeist zielführenden Projekt haben die Initiatoren, namentlich die Montag Stiftung Urbane Räume und der GAG Immobilien AG, sowie alle weiteren Beteiligten im Kölner Stadtteil Kalk-Nord einiges in Bewegung gesetzt.
Vier Jahre sind allerdings auch eine lange Zeit, in der man es vielleicht nicht kontinuierlich schafft, auf alle relevanten Informationen aufmerksam zu werden. An dieser Stelle kommt das erst vor Kurzem erschienene Buch über die KALKschmiede* genau richtig.

Grundlagen

In einem ersten ausführlichen Teil stellen die beiden Autoren Frauke Burgdorff und Christian Holl das Projekt noch einmal detailliert und mit leicht verständlichen Texten vor. Damit gelingt es zu einen, bei jenen Menschen, die von diesem Projekt bereits gehört haben, noch einmal alles in den großen Zusammenhang zu stellen und alte Informationen zu reaktivieren. Zum anderen erhalten „Neulinge“ in Sachen KALKschmiede* ausreichendes, kurz und prägnant zusammengefasstes Wissen. Besonders hervorzuheben sind die hellgrün hinterlegten Seiten am Ende eines jeden Kapitels, auf denen in wenigen Sätzen zusammengefasst wird „Was wichtig war“, aber auch „Was kritisch war“. Denn nur so können Stadtplaner, Wohnungsbaugesellschaften, Kirchen und alle anderen Engagierten bei künftigen Projekten auch von dem lernen, was nicht optimal gelaufen ist, was beim nächsten Mal anders gemacht werden sollte.

Interviews

Im zweiten Teil kommen in Form von meist sechsseitigen Interviews Menschen zu Wort, die in ganz Deutschland im Quartiersmanagement tätig sind, wie Frank Bielka, Vorstandsmitglied der degewo in Berlin, Thomas Sieverts, Stadtplaner und Hochschullehrer, und Kirsten Sehgal, die im Auftrag der Hamburger Lawaetz-Stiftung das Stadtteilbüro Lohbrügge-Ost leitet. Ihre Erfahrungen und Meinungen bereichern das Buch über den Tellerrand der KALKschmiede* hinaus und beleuchten das weite Feld aus verschiedenen Blickwinkeln.

Erkenntnisse

Bevor auf den letzten Seiten ein Resümee gezogen wird, richtet sich der Fokus noch einmal auf das Kölner Projekt. 22 Akteure, darunter Ralf-Peter Kötter von der Deutsche Annington Businnes Management GmbH, Savas Calisir vom VIKZ e.V., Ausbildungsstätte Kalk, und Magdalena Gather von der Stadt Köln, beantworteten den Autoren jeweils vier Fragen.
Erwähnt werden muss auch noch das sehr gelungene Design des Buchs. Es ist klar strukturiert, lässt viel Weißraum zu und setzt frische Akzente, die aber nicht überdreht wirken. So wird in den Fließtexten das Sternchen aus dem Projektnamen aufgegriffen und statt eines Absatzes eingefügt.
Das Zusammenwirken von Inhalt und Grafik machen das Buch nicht nur für jene interessant, die speziell über die KALKschmiede* mehr erfahren wollen, sondern auch für alle, die in einer anderen Stadt ein ähnliches Projekt planen.

Neue Partner für die Quartiersentwicklung. Die KALKschmiede* in Köln.
Methoden – Erkenntnisse – Interviews
Montag Stiftung Urbane Räume (Hrsg.)
200 Seiten, kartoniert
16,99 €
transcript Verlag, Bielefeld Dezember 2013
ISBN 978-3-8376-2664-3

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Neue Partner für die Quartiersentwicklung. Die KALKschmiede* in Köln. Methoden – Erkenntnisse – Interviews, herausgegeben von der Montag Stiftung Urbane Räume

 

Simone Hübener

Die Autorin ist freie Fachjournalistin im Bereich Architektur und Bauen, Planredakteurin und Geschäftsführerin des gemeinnützigen Vereins architekturbild e.v..
Zur Internetseite von Simone Hübener

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