Hélène Binet – Das Echo von Träumen

Ausstellung im MAKK zum 100. Geburtstag von Gottfried Böhm

Anlässlich des 100. Geburtstags Gottfried Böhms hat das MAKK die international renommierte, in London ansässige Fotokünstlerin Hélène Binet eingeladen, ausgewählte Sakralbauten des Kölner Architekten zu porträtieren. Durch die Komposition von Licht, Schatten und Textur arbeitet Binet in ihren Arbeiten die charakteristischen Eigenschaften der Bauten heraus und  bietet dem Betrachter gleichzeitig eine neue Sehperspektive.

Kirche St. Matthäus, Düsseldorf-Garath © Hélène Binet, Courtesy Ammann//Gallery/Cologne

Mit seinen Bauten, unter denen sich zahlreiche international gefeierte Architekturikonen befinden, prägte Gottfried Böhm mehr als ein halbes Jahrhundert maßgeblich den modernen Sakral- und Profanbau. Bezeichnend für Böhms Bauten sind deren skulpturaler Charakter sowie deren stringente und unmittelbare Materialität. Eine zentrale Rolle nehmen hierbei die Werkstoffe Beton, Glas und Stahl ein, inklusive der damit verbundenen neuen Technologien und Möglichkeiten der Umsetzung, die Böhm als Medium für eine innovative und moderne Architektursprache nutzt. Unter den zahllosen von Gottfried Böhm realisierten Bauten sind alleine über 20 in Köln und Umgebung entstanden. Mit diesem immensen Schaffenswerk hat er einen wichtigen und nachhaltigen Beitrag zur Baukultur und Stadtplanung in Köln und Region geleistet und durch seine markante Architektur stilprägende Setzungen im Stadtbild vorgenommen.

Kirche Christi Auferstehung, Köln-Lindenthal © Hélène Binet, Courtesy Ammann//Gallery/Cologne

Hélène Binet ist eine schweizerisch-französische Fotokünstlerin, deren Arbeitsschwerpunkt auf dem Bereich der analogen Architekturfotografie liegt. Im Rahmen ihres künstlerischen Schaffens arbeitet sie weltweit mit den bedeutendsten zeitgenössischen Architekten zusammen. Hierzu zählen u.a. Zaha Hadid, Daniel Libeskind, Peter Zumthor, Caruso St John, Studio Mumbai und Kashef Chowdhury. Darüber hinaus hat sie auch Bauten früherer Architekten wie Le Corbusier, Rudolf Schwarz, John Hejduk, Dimitris Pikionis, Sigurd Lewerentz, Jørn Oberg Utzon, Nicholas Hawksmoor und historische Architektur in Korea fotografiert. Binets Arbeiten wurden bereits in zahlreichen internationalen Ausstellungen präsentiert und in Publikationen veröffentlicht.

Kirche Christi Auferstehung, Köln-Lindenthal © Hélène Binet, Courtesy Ammann//Gallery/Cologne

Basierend auf ihrem fundierten Architekturverständnis arbeitet Binet durch die Komposition von Licht, Schatten und Textur die charakteristischen Eigenschaften der Bauten heraus. Sie bietet dem Betrachter gleichzeitig eine neue Sehperspektive und ein einzigartiges Raumerlebnis. Für Ihren signifikanten Stil wurde Hélène Binet mit prestigewürdigen Preisen wie dem „Julius Shulman Institute Excellence in Photography Award“ (2015) und dem „Ada Louise Huxtable Prize“ (2019) ausgezeichnet. Hélène Binet gilt als eine der international bedeutendsten Architekturfotografinnen.

Kirche St. Matthäus, Düsseldorf-Garath © Hélène Binet, Courtesy Ammann//Gallery/Cologne

Den Arbeiten von Hélène Binet werden Originalzeichnungen von Gottfried Böhm gegenübergestellt, die als eigenständige Kunstwerke auf beeindruckende Weise die Architekturdarstellung der Moderne zum Ausdruck bringen.

Katholische Kirche Christi Auferstehung Köln © Gottfried Böhm-Archiv, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main, Foto Uwe Dettmar
Kirche St. Gertrud Köln, © Gottfried Böhm-Archiv, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main, Foto Uwe Dettmar
Pfarrkirche Herz Jesu Bergisch Gladbach-Schildgen © Gottfried Böhm-Archiv, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main, Foto Uwe Dettmar
Universitätskirche St. Johannes der Täufer Köln, © Gottfried Böhm-Archiv, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main, Foto Uwe Dettmar

Gottfried Böhm (geb. 1920) zählt zu den bedeutendsten und vielfältigsten Architekten des 20. Jahrhunderts, gewürdigt durch zahlreiche bedeutende internationale Preise und Auszeichnungen. Die größte Auszeichnung erhielt er mit der Verleihung des Pritzker-Preises (USA), der als Nobelpreis für Architekten gilt. Diesen Preis erhielt Böhm bereits 1986 als erster und bis heute einzig lebender deutscher Architekt. Gottfried Böhm hat aber nicht nur Architekturgeschichte geschrieben. Er gilt auch als Meister der Architekturzeichnung. Geprägt durch seinen Vater Dominikus Böhm (1880–1955), von dem er in den 1950er Jahren das Büro übernahm, und ausgebildet durch Hans Döllgast (1891–1974), seinen Zeichenlehrer an der Technischen Hochschule in München, entwickelte Gottfried Böhm einen eigenen suggestiven Zeichenstil.

red | bs

Ausstellung Hélène Binet – Das Echo von Träumen

MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln
An der Rechtschule 7
50667 Köln

23. Oktober – 20. Dezember 2020

Öffnungszeiten:
Dienstag–Sonntag 10–18 Uhr
Montag geschlossen
1. Donnerstag im Monat Langer Donnerstag / KölnTag 10–22 Uhr

 

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