Unterwegs mit goldenen Flügeln

Die NRWskulptur-App läuft mit euch durchs Land (funktioniert aber auch zuhause sehr bequem)

In diesem Frühjahr haben die Deutschen (und wahrscheinlich alle anderen, die zumindest das Haus verlassen durften) das Spazierengehen entdeckt. Auf unsere Architekturführer KÖLN App haben wir hier schon häufiger mal verwiesen, denn eine kleine maßgeschneiderte Architektur-Tour durch die eigene Stadt ist doch wesentlich attraktiver als die ewig gleiche Runde um den ewig gleichen Block. Nun gibt es noch einen Grund mehr das Sofa oder den Liegestuhl mal zu verlassen: Das Kultursekretariat NRW (das es übrigens schon seit 40 Jahren gibt!) hat die NRWskulptur-App lanciert. Rund 700 im öffentlichen Raum aufgestellte Kunstwerke sind darin erfasst. „Öffentlicher Kunst in den Parks und auf den Plätzen der Städte wird oft zu wenig Beachtung geschenkt. Vielfach sind die Skulpturen und ihre Künstlerinnen und Künstler unbekannt oder vergessen“, sagt Antje Nöhren, Geschäftsführerin des Kultursekretariats NRW Gütersloh. Und damit hat sie durchaus recht. Nun haben wir also ein schönes, mobiles Werkzeug in der Hand, mit dem wir unsere Wissenslücken sehr bequem füllen können. Ob wir nun wirklich das Haus verlassen – eine schnelle Verknüpfung mit google maps hilft, sich selbst und die Skulptur zu verorten, oder ob doch lieber auf dem Sofa nachlesen, wie der gold-geflügelte Ford Fiesta auf das Dach des Zeughauses gekommen ist, beides funktioniert sehr flüssig. Jedes Projekt wird mit mehreren Fotos und einem gut recherchierten und flüssig lesbaren Text dokumentiert. Darunter finden sich die Eckdaten auf einen Blick und mit einer Bewegung des Daumens auf dem Bildschirm swiped man sich durch die Vita des Künstlers/der Künstlerin.

Obwohl 700 Einträge schon eine wirklich große Zahl ist und 103 Städte von Aachen bis Wuppertal erfasst sind, gibt es noch viel zu tun. So wird die App kontinuierlich ausgebaut und neu gefüttert. In jedem Jahr soll es eine Schwerpunktregion geben, wie es in diesem Jahr Aachen ist. Aber das Kultursekretariat freut sich auch über Vorschläge der Nutzer.

Screenshot der App NRWskulptur

Aber schauen wir noch einmal kurz auf Köln. Zehn Einträge gibt es hier, davon ist der letzte der Skulpturenpark. Außerdem finden wir hier Arnaldo Pmodoros „Große Huldigung an das Technische Zeitalter“ im Josef-Haubrich-Hof, Ansgar Nierhoffs „Lichtung zu einem“ im Andreaskloster, die „Fahne im Wind“ von Masayuki Nagare im Garten des Museums für Ostasiatische Kunst, ein „Goldener Vogel“ von HA Schult auf dem Dach des Zeughauses, „Ianua Iudicii / viatori illegali“ von Heinrich Brummack in der Venloer Straße, „SOM“ von Andreu Alfaro, das „Holografische Objekt“ von Martin Hördum auf dem Umspannwerk im Mediakark und die „Frau mit totem Kind“ von Mari Andriessen am Hansaplatz. einguter Anfang ist das Auf jeden Fall – an dieser Stelle erinnern wir noch einmal dran, dass die Redaktion der SkulpturenApp gerne auch Vorschläge annimmt, über deren Aufnahme eine Jury dann entscheidet.

„Ohne Titel“ von Günther Dohr in Hamm © Foto Thorsten Ahrendt

Für einige Städte – darunter Münster, Bielefeld, Paderborn und Herford – gibt es fertig ausgearbeitete Routen. Die Strecken, auf denen sechs bis zehn Skulpturen liegen, können mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden. Eine Karte gibt es zwar nicht, wohl aber Links zur Verortung und einen einleitenden Text, der die Werke im städtischen Kontext platziert.

Vielleicht ist dies noch eine kleine Inspiration, die Sommerferien dazu zu nutzen, das Näherliegende zu erkunden. Wann kommt man sonst schon mal nach Dülmen, Ibbenbüren oder Neuenrade …

Uta Winterhager

Die neue NRWskulptur-App für Android und IOS steht ab sofort kostenfrei in den App Stores von Apple und Google zum Download bereit.

Schreibe einen Kommentar