Positionen für eine klimagerechte Architektur in Stadt und Land

Heute ist der Tag des weltweiten Klimastreiks. In Anbetracht der globalen Probleme ist #ALLEFÜRSKLIMA wichtig, um gehört und gesehen zu werden und allen (in Berlin, New York und überall auf der Welt), die bislang nichts hören oder sehen wollten zu zeigen, dass die Klimakrise uns alle betrifft.

Also raus, auf die Straße!

Spätestens am Montag aber gehen alle wieder zur Arbeit – und es geht weiter wie immer? Gerade wir Architekten und Planer, die unser Lebensumfeld maßgeblich mitgestalten, tragen eine hohe Verantwortung. Daher hat der BDA am 25. Mai 2019 in Halle an der Saale das Positionspapier Das Haus der Erde. Positionen für eine klimagerechte Architektur in Stadt und Land diskutiert und verabschiedet.

Wir möchten hier einen Überblick über die wichtigsten Thesen geben, damit vielleicht schon am Montag eben nicht alles weitergeht wie immer.

„Der Traum vom ewigen Wachstum ist geplatzt. Reduktion ist keine modische Attitüde, sondern Überlebensnotwendigkeit. Ökologisches Umsteuern braucht Ideen und Kreativität.“ (Prolog)

Architektur und Stadtplanung müssen dem durch den Klimawandel drohenden Verlust unserer Lebensgrundlagen eine neue Architektur und Stadtplanung entgegen setzen – und dies mit größerer Entschiedenheit als bisher. Denn die Mitverantwortung für die globalen Auswirkungen des stetig steigenden Ressourcenverbrauchs fordert alle Planer als Vorreiter einer klimagerechten Architektur.

 

Das Papier formuliert zehn Kernforderungen – hier nur auswahlweise zusammengefasst:

  • Achtung des Bestands Hier bekräftigt der BDA seine Haltung, der Umnutzung des Bestandes und der Nutzung der „Grauen Energie“ Vorrang vor dem Neubau zu geben – was schon beim letztjährigen BDA-Tag in Hamburg in den „Politischen Grundpositionen zu Stadt, Land und Architektur“ formuliert worden war, in denen es hieß, jeder Neubau müsse seine „unabdingbare Notwendigkeit unter Beweis stellen“.
  • Bauen als materielle Ressource Alle zum Bauen benötigten Materialien müssen vollständig wiederverwendbar und kompostierbar sein. Die Lebensdauer und ökologische Nachhaltigkeit von Gebäuden, kann durch eine hohe Gestaltungs- und Nutzungsqualität zudem wesentlich verlängert werden.
  • Vollständige Entkarbonisierung Mit diesem Stichwort wird ein notwendiger Paradigmenwechsel im Material- und Energieeinsatz angesprochen. Beton und Stahl als wichtigste und die Architektur vielfach auch ästhetisch prägende Baumaterialien müssen reduziert werden zugunsten von Stein, Holz und Lehm. Dies wird das Gesicht unserer Städte nach und nach verändern.
  • Neue Mobilitätsformen Ob wir uns umweltverträglich bewegen oder nicht, ist nicht allein eine infrastrukturelle Frage, sondern entscheidet über die zukünftige Lebensqualität in unseren Städten. Für Architekten und Stadtplaner erwachsen aus den Veränderungen der Mobilitätsformen konzeptionelle und gestalterische Aufgaben, zum Beispiel bei der Schaffung attraktiver öffentlicher Räume.

 

Dies sind nur einige der vom BDA vertretenen Postulate. Obwohl deutlich wurde, dass deren Umsetzung von Architekten und Planern eine hohe Bereitschaft zu neuen Denk- und Handlungsansätzen verlangt, war die Zustimmung bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des BDA-Tages einhellig.

Natürlich werden die Architekten alleine die Welt nicht retten. Und Allen ist bewusst, dass ein solcher programmatischer Aufbruch von Architekten und Planern nur in Kooperationen umsetzbar ist: mit Bauherren, die Mut und Experimentierfreude aufbringen, mit der Bauindustrie, die neue Lösungen wagt, und mit Politik und Verwaltung, die Bereitschaft zum Umsteuern besitzen.

 

red|BDA

 

Hier das vollständige Dokument ansehen: Haus der Erde Positionen für eine klimagerechte Architektur in Stadt und Land


Alternativ können die gedruckten Broschüren beim BDA NRW angefordert werden.

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