Die App „Sight Running NRW“ will Architektur und Breitensport miteinander verbinden. Auch für Köln gibt es eine Route. Foto: Uta Winterhager

Die App Sight Running NRW läuft auch durch Köln


“Wäre es nicht fantastisch, wenn man beim Laufen einer Joggingrunde oder während einer entspannten Radtour durch die Stadt en passant Informationen über interessante Gebäude, Parks oder urbane Quartiere erhalten könnte?” Diese Frage stellten sich einige Akteure aus der Architektur- und Baukulturszene vor einigen Jahren am Rande eines Netzwerktreffens der Landesinitiative StadtBauKultur NRW. Aus der Idee wurde ein Projekt, das nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte: “Sight Running NRW”.

Mit “Sight Running NRW” hat die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen ein neues, nicht kommerzielles Projekt gestartet, das Architektur, Tourismus und Breitensport miteinander verbindet. Sightrunning als Kombination aus dem klassischen Sightseeing und dem Laufen ist mitlerweile besondes in Großstädten ein Trend. Das Alleinstellungsmerkmal des Projektes der AKNW ist der Fokus auf der zeitgenössichsen Architektur.

Ziel des Projektes ist es, flächendeckend in Nordrhein-Westfalen Routenvorschläge zu entwickeln, die Werke der Architektur und der Ingenieurbaukunst, stadttypische Gebäudeensembles, Grünzonen und urbane Räume auf einer attraktiven Streckenführung miteinander verbinden. Architekturinteressierte Läuferinnen und Läufer sowie laufinteressierte Akteure aus dem (Bau- )Kulturbereich sollen damit die Möglichkeit erhalten, ihre Leidenschaften miteinander zu verbinden und laufend Stadt zu erleben.

6,9 km Köln

Auch für Köln gibt es bereits eine architektonische Laufrunde, Links und rechts des Rheines. ©AKNW

Jede Route steht unter einem spezifischen Leitthema, das auf lokale Historie, bauliche Besonderheiten oder Stadtentwicklungsprozesse eingeht, etwa die „Rheinrunde Köln“, das „Museumsufer Bonn“, die „Seidenstadt- und Bauhausroute Krefeld“, der „Medien- und Wirtschaftshafen Düsseldorf“, oder die „Wissenschaftsstadt Aachen“. Zum Start des Projektes im Mai 2019 waren rund 20 Routen fertiggestellt und abrufbar; Ziel der Macher von „Sight Running NRW“ ist es, mindestens eine Route für jede Großstadt und jeden Kreis in Nordrhein-Westfalen anbieten zu können. Die Routen von „Sight Running NRW“ weisen eine Streckenlänge von 6 bis 12 Kilometern auf. Im Durchschnitt wird auf jedem Kilometer ein Objekt automatisch per GPS-Erkennung über Kopfhörer eingespielt, sobald sich der Sportler oder die Sportlerin dem Bauwerk nähert.

Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen formulierte diese Idee als Projektträger im Verbund mit interdisziplinär zusammengesetzten Partnern aus. Dabei bildete der gesellschaftliche Trend zu immer mehr Freizeit- und Sportaktivitäten sowie zu Kulturevents im urbanen Raum den Hintergrund. Diese Entwicklungen sollten mit einer baukulturellen Vermittlungsleistung kombiniert und auch für den entsprechend ausgerichteten Städtetourismus attraktiv dargeboten werden.

“Sight Running NRW” macht stadttypische Gebäudeensembles, Grünzonen und urbane Räume vor Ort und unter Einsatz des eigenen Körpers erlebbar. Hier wird die Digitalisierung geografischer und baukultureller Informationen genutzt, um authentische Erlebnisse in der realen Welt anzuregen. Auf einer Website und in einer App werden Laufrouten aus ganz Nordrhein-Westfalen präsentiert, die spannende und faszinierende Natur- und Stadterlebnisse mit ausgewählten Streckenzielen der Baukultur verbinden. Der Nutzer bekommt während des Laufs über den Audioguide der App automatisch ortsbezogene Informationen über einzelne Bauwerke und baukulturelle Highlights ausgespielt. Genaue, redaktionell angelegte Navigationsansagen auf der Strecke helfen dabei, sicher den Weg zu finden. Entsprechend kann die App auch von Fußgängern, Nordic Walkern, Radfahrern, Inlineskatern und anderen Gruppen genutzt werden. So fördert “Sight Running” nicht nur sportliche Aktivitäten, sondern auch den Städte- und Tagungstourismus und insgesamt die Baukultur in Nordrhein-Westfalen.

Das Projekt wurde mit Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) im Zeitraum Juni 2016 bis Mai 2019 gefördert. Die Architektenkammer NRW richtete die Geschäftsstelle und ein Redaktionsteam ein, das gemeinsam mit den Projektpartnern das Konzept ausformulierte und die Routen entwickelte. Folgende Kooperationspartner unterstützten das Projekt finanziell bzw. ideell: Stiftung Deutscher Architekten, Landessportbund NRW, Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen e. V. (AGFS NRW), Historische Stadt- und Ortskerne in NRW, Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen (IK-Bau NRW), Netzwerk Innenstadt NRW, Landesinitiative StadtBauKultur NRW, Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, Tourismus NRW e. V., Stadt Arnsberg.

Parallel zur Technik entwickelte die Redaktion von “Sight Running NRW” mit der Hilfe regionaler “Städtepaten” weitere Laufrouten für alle Regionen Nordrhein-Westfalens. Alle Audiotexte wurden von einem professionellen Sprecher eingesprochen. “Sight Running NRW” ist nicht einfach eine weitere Lauf-App, sondern eine Plattform, um Baukultur, Sport und Tourismus in einem besondere Hörerlebnis miteinander zu verbinden. Laufend Stadt erleben eben!

Die App “Sight Running NRW” steht zum kostenlosen Download im iTunes Store und auf Google Play bereit.

Die Webadresse lautet: www.sight-running-nrw.de

red|bs

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