Albert Speer © Foto: AS+P Albert Speer + Partner GmbH/ Robert Fischer

Zum Tod des Architekten und Stadtplaners

Am Freitag, dem 15. September verstarb der Architekt und Stadtplaner Albert Speer gänzlich unerwartet im Alter von 83 Jahren in Frankfurt im engsten Familienkreis.

Albert Speer wurde 1934 als ältestes von sechs Kindern des gleichnamigen Vaters, der für Hitler als Architekt und Rüstungsminister arbeitete, in Berlin geboren. Nach Schreinerlehre, Abendschulabitur sowie einem Studium der Architektur in München, spezialisierte er sich auf die Planung ganzer Städte und Regionen weltweit. Über 25 Jahre war Prof. Speer Lehrstuhlinhaber für Stadt- und Regionalplanung an der TU Kaiserslautern. Sein 1964 gegründetes Architektur- und Planungsbüro beschäftigt heute mehr als 200 Mitarbeiter. Albert Speer hatte sein Wirken von Beginn an international ausgerichtet.

Zu seinen bedeutendsten Projekten zählen die Masterpläne für mehrere neue Städte in China, für die EXPO 2000 in Hannover und die erfolgreiche Bewerbung zur FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Speer entwarf unter anderem die Diplomatenstadt im saudi-arabischen Riad und Konzepte für die Innenstadt der nigerianischen Hauptstadt Abuja. In Ägypten arbeitete er seit 2010 am strategischen Masterplan für die Stadt Alexandria. In Deutschland entwickelte er den Masterplan für die Innenstadt von Köln und die Denkschrift „Frankfurt für alle“ als strategische Stadtentwicklungsstudie mit dem Zielhorizont 2030. 2013 wurde die Unternehmenszentrale der Fraport AG am Frankfurter Flughafen und aktuell eines der zahlreichen Passivhaus-Geschosswohnungsbauprojekte „Lyoner Carrée“ fertiggestellt. 2012 bis 2014 bearbeitet das Büro unter anderem den zukunftsweisenden Masterplan und das Innovationshandbuch für die InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop. 2019 wird der Neubau für die Konzernzentrale HeidelbergCement bezugsfertig sein.

Seit 1970 war Albert Speer Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung. 1995 hatte er die Professor Albert Speer-Stiftung gegründet. 2004 wurde er mit dem Großen Architekturpreis des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V. ausgezeichnet. Seit 2008 war er Mitglied im Kuratorium Nationale Stadtentwicklungspolitik. Albert Speer wurde mit der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt und dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. 2011 erhielt er die Ehrenprofessur der TU München.

Speer war sich der Grenzen der Einflussnahme von Planern auf den Organismus der Stadt immer bewusst und hat sich nie der Hybris hingegeben, alles bestimmen zu können oder zu müssen. Er war einer der ersten, die nachhaltigen Städtebau praktizierten, Jahrzehnte bevor dies zum Gemeinplatz wurde.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Kollegen, in deren Kreis er nicht nur als geschätzter Ratgeber, sondern auch als ein überaus freundlicher, bescheidener und zugewandter Mensch fehlen wird.

red|uw

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