Plakat aus dem Beteiligungsprozess, Grafik: UC Studio Berlin

Mitten im Planungsprozess

Bereits seit Monaten wird öffentlich geplant für die Parkstadt Süd: die fünf internationalen Teams aus Stadt- Landschafts- und Verkehrsplanern haben sich gerade in ihre Büros zurückgezogen, um die komplexe Aufgabe für das neue Stadtquartier zu bearbeiten. Ziel des großen Stadtplanungsprojektes ist es, den Grüngürtel auf circa 26 Hektar bis zum Rhein, als Park zu vollenden und mit ihm ein ganz neues Stadtquartier zu entwickeln. Im Gepäck haben die Planer eine Aufgabenstellung, die alle bisherigen Zwischenergebnisse aus dem Kooperativen Verfahren zusammenfasst.

 

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Eines der Plakate mit Ergebnisse aus den Themenrunden. Foto: Ragnhild Klußmann

 

Zeitgleich arbeiten auch zahlreiche Bürger ihre Ideen für die Parkstadt Süd weiter aus, die sie den Planungsteams als konkrete Projektvorschläge mit auf den weiteren Weg geben möchten. Der Austausch zwischen der Öffentlichkeit, der Stadt Köln und den Planungsteams entwickelt langsam eine Kontinuität, die sich sehen lassen kann. Bisher hat der Planungsprozess der Parkstadt Süd trotz oder gerade wegen der kritischen Stimmen (die eben hier zu Wort kommen) schon fast Vorbildcharakter. Damit steigen auch die Erwartungen an die Projektvorschläge. Aber auch die Erfahrung der Beteiligten, wie viele gegenteilige Interessen, Vorschläge und Ansätze ein neues Stück Stadt wohl immer begleiten. Eine so vielschichtige Aufgabe kann nicht ohne Konflikte und Schwierigkeiten gelöst werden.

 

Zum Stand der Dinge

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Prozessgrafik für den Planungsprozess, Grafik: Urban Catalyst studio für Stadt Köln

 

Die Prozessgrafik zeigt, wie das Planungsverfahren zur Parkstadt Süd abläuft. Nach einer öffentlichen Auftaktveranstaltung mit zahlreichen Stadtspaziergängen im April diesen Jahres wurden die letzten Monate genutzt, um Ideen zu sammeln, wichtige Themenfelder anzusprechen und in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Unter der Federführung von Klaus Overmeyer arbeitet eine Team von Urban Catalyst Studio aus Berlin mit dem Büro Neubighubacher aus Köln daran, in verschiedenen Beteiligungsformaten möglichst viele Bürger und Interessierte zu Wort kommen zu lassen und die Ergebnisse für die Planung verwertbar zu sortieren und zu dokumentieren. Diese Phase zwei nähert sich nun ihrem Ende: im Juni wurde den Planungsteams die Aufgabenstellung übergeben, zeitgleich haben sie ihre Analysen in der Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt. Anfang September werden die Teams ihr erstes Gesamtkonzept präsentieren, gleichzeitig findet der Ideenmarkt der Bürger statt. Die Planung wird damit konkret. Bis Ende November haben die Planer dann noch Zeit, ihr Konzept zu vervollständigen, dann gibt es das vorerst große Finale. Doch eins ist klar: das kooperative Verfahren für die Parkstadt Süd geht weiter. Auch im nächsten Jahr gilt es, geeignete Strukturen und Modelle zu finden, um die gemeinsame Planung von Stadt, Planungsteams, Begleitgremium und Öffentlichkeit weiter zu führen.

 

Spielregeln statt Vorgaben

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Themenabend: Klimagerechte Metropole Köln, Foto: Ragnhild Kußmann

 

Wie sieht eine Aufgabenstellung aus, die in einem so breit angelegten Verfahren versucht, auf wenigen Seiten möglichst viele Erkenntnisse, Rahmenbedingungen und Fragestellungen, aber auch Wünsche und Hoffnungen zusammen zu fassen? Natürlich gibt es zunächst wie in jeder ähnlich lautenden Aufgabe die planerischen Rahmenbedingungen, die in den Entwürfen weiter zu entwickeln sind. Das ist natürlich das verabschiedete Entwicklungskonzept südliche Innenstadterweiterung (ESIE) und der städtebauliche Masterplan. Gesetzt ist damit der Grüngürtel-Park als zentrales Element der neuen Planung, seine Größe steht nicht zur Disposition. So einfach das klingen mag, ist diese Tatsache unter Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit schon eine wichtige Aussage. Nicht die größtmögliche Ausnutzung der Planungsgebietes, sondern die Qualität des neuen Quartiers am Gürtel steht damit im Fokus.

Die Ergebnisse des bisherigen Verfahrens werden dann in Zielvereinbarungen und Qualitäten, in Spielregeln und Prüfaufträgen an die Planer weiter gegeben. Während die Zielvereinbarungen noch einen eher allgemeingültig Charakter eines möglichst gemischten, vielseitigen und vor allem nachhaltigen und zukunftsfähigen Stadtquartiers beschreiben, geht es in den Spielregeln und vor allem mit den Prüfaufträgen schon sehr konkret zu. Eine wichtige Grundlage für die Planer ist es, alle eingebrachten Ideen und Vorschläge immer wieder auf den Prüfstand zu bringen. Sie müssen fachspezifisch zwischen Gemeinwohl und Partikularinteressen abwägen, was nicht immer leicht ist, denn es gibt zahlreiche sympathische und schon gut funktionierende Ideen für den Stadtteil, die unter Umständen dennoch ganz neuen Projekten weichen müssen. In den Prüfaufträgen geht es dann um die schwierigen Fragestellungen, die in dieser Aufgabe lauern. Welche Gebäude können und sollten wir erhalten? Wie sieht der Großmarkt in Zukunft aus? Was wird aus der Raderberger Brache? Wie kann trotz starken Verkehrsachsen eine Verbindung der angrenzenden Stadtteile mit dem Park gewährleistet werden? Welche Form erhält der Grüngürtel? Und ist der Ort für das neue Stadtarchiv wirklich gut gewählt? Wie sieht eine „Schule der Zukunft“ im neuen Stadtteil aus? Und wie überhaupt wird der lange Planungs- und Umsetzungsprozess für Zwischennutzungen und bestehende Aktivitäten im Planungsraum genutzt? Wie können wir uns mit dem Fahrrad durch das neue Quartier bewegen? Und wird nun endlich bezahlbarer Wohnraum in einer nennenswerten Größenordnung für Köln geschaffen?

Nicht alle Fragen, die hier entstehen, können in diesem ersten Planungsschritt bis November gelöst werden. Der Planungsprozess wird noch viele Jahre Arbeit in Anspruch nehmen. Franz- Josef Höing nennt es ein „Stadtregal“, welches in diesem Jahr zunächst entwickelt wird. Es mit Inhalten zu füllen, wir eine dann Aufgabe der nächsten Jahre sein. Das öffentliche und breit angelegte Ringen um eine gute Lösung für diese anspruchsvolle Aufgabe ist aber ein wichtiger und qualitätvoller Ansatz, den wir noch weiter begleiten möchten.

Ragnhild Klußmann

 

 

Der nächste Termin für die Öffentlichkeit ist am 04. Und 05. September 2015

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Plakat aus dem Beteiligungsprozess, Grafik: UC Studio Berlin

 

 

 

Präsentation der Gesamtkonzepte am 4. September 2015

Am 4. September 2015 präsentieren die Planungsteams zunächst ihre städtebaulichen und freiraumplanerischen Gesamtkonzepte der Öffentlichkeit.

Ideenmarkt am 5. September 2015

Vormittags tagt das Begleitgremium mit den Teams. Es werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Gesamtkonzepte diskutiert. Nachmittags beginnt der öffentliche Ideenmarkt: Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer der öffentlichen Veranstaltung kann mithilfe von Marktständen seine Projektideen und Hinweise vertreten. Auch die Teams stellen ihre Konzepte für den Planungsraum aus. Im Rahmen des Ideenmarkts sollen die Planungsvorschläge durch Ideen aus der Stadtgesellschaft angereichert werden. Im Zentrum steht der Dialog mit den Teams. Diese entwerfen für die nächste Arbeitsphase bestimmte Teilbereiche

Ideensammlung vom 22. Juni bis 21. August 2015

Die fertigen Ideenplakate sind die „Eintrittskarte“ zum Ideenmarkt am 5. September 2015. Bitte melden Sie sich bis zum 21. August mit einem Foto Ihres Plakates für den Ideenmarkt per E-Mail an:

halemba@urbancatalyst-studio.de

 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier:

 

 

 

 

 

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