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Eine weiße Wand geht entlang der Via Sacra auf die Reise

Im Rahmen der Via Sacra, die der BDA Köln in Zusammenarbeit mit Künstlern und Schauspielern inszenierete, schickte der in Köln lebende Künstler John Berg eine weiße Wand auf die Reise. Am Samstag und Sonntag begleitete sie die Pilger auf dem imaginären Weg zwischen den romanischen Kirchen. Entlang des statischen Weges der einstigen Stadtmauer ließ er seine mobile Wand immer neue Stadteindrücke bilden und dabei zum „Raumveränderer“ der Umgebung werden. Ein 450 kg schwerer Stahlrahmen mit 5mm Plexiglas beplankt bildet auf 8 Rollen die semitransparente Wand, in der auf dem immerhin 10 km langen Weg der Via Sacra 5 bis 7 Menschen abwechselnd schwitzen.

Das „Wanderobjekt“, das als Mauer, und Barriere, aber auch als Versatzstück und Projektionsfläche dienen kann ist der Versuch Neugier, auch im zufällig vorbeikommenden Passanten, zu wecken und ihn in die Auseinandersetzung über Architektur und Lebensraum zu verwickeln. Erste Verständnisschwierigkeiten sind programmatisches Konzept. Die leere weiße Wand, so John Berg über sein Projekt, „soll provozierende Fragen auslösen und zur eigenen Befragung über Raum- und Stadtwahrnehmung animieren“. Diese Mischung aus Installation und Performance ist typisch für Bergs Arbeiten im öffentlichen Raum, die gerne Unbeteiligte miteinbeziehen. Zu seinen früheren Projekten gehören Arbeiten mit den Themen Innen und Außen und immer wieder der Raumvarianten, wie „watch your self“ „yellow box“ und „happy box“.

Nach kurzem Stopp im Rheinauhafen parkt die Wand derzeit im Atelier des Künstlers, und wartet dort auf weitere Einsätze. Wer Interesse hat, kann sich mit dem Künstler in Verbindung setzten.

Barbara Schlei
Redaktion

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Szene aus der Via Sacra Inszenierung

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