Ein anderer Tag der Architektur ?

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In Nordrhein-Westfalen hatten Architektur-Interessierte am Wochenende die Qual der Wahl zwischen 438 potenziellen Ausflugszielen – allein in Köln lockten 28 über das gesamte Stadtgebiet verteilte Gebäude, Gärten und Plätze die erwartungsvollen Laien und Fachbesucher.

Die Vorfreude auf zwei Tage voller innovativer und spannender Architektur wich allerdings allzu oft der Erkenntnis, manch weiten Weg vergebens zurückgelegt zu haben. Denn die präsentierten Objekte verfügten leider nicht immer über die erwartete architektonische Qualität. Vielmehr schien der „Tag der Architektur“ von manchem Immobilienbesitzer als Werbeplattform für leer stehende Büroflächen und von einigen Architekten als Messe für vermeintlich gute Entwürfe mißverstanden worden zu sein.

Dabei soll doch insbesondere dieses Ereignis, immerhin eines der Leitprojekte der Initiative „StadtBauKultur NRW“ und Teil der „Nationalen Initiative Baukultur“, eine möglichst breite Öffentlichkeit für qualitätvolle Architektur und Stadtentwicklung sensibilisieren.

So aber wurden weder das gesellschaftliche und gestalterische Potenzial guter Architektur, noch die Leistungsfähigkeit und Kompetenz guter Architekten optimal präsentiert. Manches engagierte Büro mag, ob des Umfeldes, bereits auf eine Teilnahme verzichtet haben oder zukünftig davon absehen. Damit jedoch würde die Veranstaltung langfristig gesehen eine zunehmend kontraproduktive Wirkung erzielen.

Um dem entgegen zu wirken, sollte die Architektenkammer NW dem Beispiel anderer Bundesländer folgen und statt einer Sichtungskommission eine Jury mit der kritischen Auswahl geeigneter Objekte beauftragen. Dabei können die bereits auf lokaler Ebene vergebenen Auszeichnungen, wie etwa der „Kölner Architekturpreis KAP“, erste Anhaltspunkte liefern.

Die gesammelte Aufmerksamkeit von Presse und Bevölkerung muß sich zudem nicht nur auf die bei dieser Gelegenheit präsentierten Gebäude beschränken. Parallel dazu stattfindende Aktionen, wie Vorträge, Ausstellungen und Bürobesichtigungen können der beabsichtigten Förderung von Baukultur eine weitere Dimension hinzufügen.

Ulrich Grützner

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1 Kommentar

liebe Kollegen und Kolleginnen von Kölnarchitektur

das ist so eine Sache mit dem TDA. Zum einen hat die Vertreterversammlung der AKNW zuletzt 2002 mehrheitlich das derzeit praktizierte Vorgehen beschlossen.
Zum anderen sollte es besser werden. Das ist die Ausgangslage. Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass innerhalb der Kammer auch der zuständige
Fachausschuss mehrheitlich für eine andere Vorgehensweise war und sich viele Kollegen für eine Auswahl der Projekte stark gemacht haben. Es hat aber nicht
gereicht. Also demokratisch – parlamentarisch ausgedrückt: die gewählten Vertreter der nordrhein – westfälischen Architekten haben sich in einer Abstimmung
für das aktuelle Verfahren entschieden.

Nun gibt es doch die altbekannten Alternativen:
1. parlamentarisch: Bearbeiten der Vertreter in der Vertreterversammlung: Klassische Lobbyarbeit. die Vertreter sind bekannt und gewählt. Die
Vertreterversammlung tagt mindestens einmal jährlich und kann natürlich auch alte Beschlüsse ändern. Leider sind Architekten nur in geringem Maße
für Lobbyarbeit zu haben. Nächster Termin ist der 27.9.2003
2. parlamentarisch: Hinarbeiten auf eine andere Zusammensetzung der Vertreterversammlung. Diese wird alle 5 Jahre gewählt, der nächste Termin ist meines
Wissens im Jahr 2006. Hier wäre zunächst darauf hinzuwirken, dass attraktive Kandidaten und Kandidatinnen der gestalt – bezogenen Architektenschaft sich in den
Dienst der Sache stellen. Es nützt nichts, wenn man das Feld den anderen überlässt und hinterher unglücklich über die entscheidenden Personen ist. Hier hilft ein
Blick auf die Liste der in der Vertreterversammlung sitzenden Menschen.
3. außerparlamentarisch: Es brauchen sich nur ausreichend viele Architekten mit „guten“ Arbeiten anzumelden. Entweder wird allein deshalb der TDA besser
oder die Verwaltung der AKNW muss Wege finden, wie die vielen Anmeldungen bewältigt werden. Wenn sich die „guten“ nicht beteiligen, wird natürlich der TDA
schlechter.
4. Boykott – Maßnahmen: So wie es ein Teil des BDA derzeit versucht. Das hilft, wenn man ein attraktives Alternativprogramm auf die Beine stellen kann zunächst
der Qualität. Aber aus Lobby – Gründen kann man sagen, dass die Architektenschaft so geringzahlig ist, dass eine Aufsplittung über die derzeitige unselige Länderkammern-
Kleinstaaterei hinaus auf jeden Fall kontraproduktiv ist.

Ich möchte mit der Aufforderung schließen:
Die besseren in den Dienst der Sache!
Dann wird alles gut.

Viele Grüße
Dr. Thomas Baum
Stadtplaner AKNW, IfR
Mitglied der Vertreterversammlung AKNW, Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit

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