plan01 – Der Ort der Architektur in Köln ?

Eine Veranstaltung des Architektur Forums Rheinland e.V. und der BUGH Wuppertal im Gebäude ‚Die Brücke‘ von Wilhem Riphahn beschäftigte sich mit Möglichkeiten der Umnutzung nach …

Im Rahmen der plan01 stellten Studierende der Bergischen Universität GHS Wuppertal Entwürfe zur Nutzung des Gebäudes als „Rheinisches Bauarchiv“ aus. Ergänzt wurde die Präsentation durch Fotografien des Baus und seiner Umgebung, die Studierende bei Eusebius Windeier und Sigurd Steinprinz im Fach „Fotografie in der Architektur“ angefertigt hatten.

Anhand der Modelle diskutierten am Donnerstagabend Architekten, Denkmalschützer, Nutzer und Interessierte über Möglichkeiten des Umgangs mit der Architektur der fünfziger Jahre. In einer kurzen Einführung über die Geschichte des Baus und der gesamten – im Kölner Volksmund früher „Riphahn-Viertel“ genannten – städtebaulichen Anlage des Areals zwischen Oper und Ringen betonte Dr. Wolfram Hagspiel von der Denkmalbehörde der Stadt Köln die Notwendigkeit eines historischen Verständnisses dieser Nachkriegsarchitektur. Daran entzündete sich die Frage, inwieweit die städtebaulichen Konzepte der fünfziger Jahre am Beginn des 21. Jahrhunderts in ihrer hergebrachten Form Bestand haben können. Kritiker forderten eine völlige Neugestaltung der Hahnenstraße, deren ursprüngliches Konzept im Lauf der Zeit verwischt, durch die jetzige Nutzung kaum mehr erkennbar sei.

Die studentischen Entwürfe, ebenso wie die Ergebnisse eines städtebaulichen Wettbewerbs, von denen die meisten eine Aufstockung der an der Straße gelegenen Pavillons vorsehen, konnten angesichts dieser grundsätzlich zu klärenden Fragen nicht detaillierter betrachtet werden. Die Suche nach weiteren Möglichkeiten eines zeitgemäßen Umgangs mit der historisch aussagekräftigen Bausubstanz zwischen den radikalen Alternativen von „Bereinigen und Bewahren“ oder „Abreißen und Neubauen“ ging im Schlagabtausch über Modeerscheinungen und Retrobewegungen in der Architektur unter.

Einmal mehr wurde das Bedürfnis nach einem Rahmen für solche Diskussionen vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Aufarbeitung und Vermittlung historischer Kenntnisse über Kölner Architektur und Städteplanung spürbar. Dies soll in Zukunft ein seit vielen Jahren geplantes architektonisches Zentrum in Köln leisten. Das „Brücke-Gebäude“ an der Hahnenstraße könnte einem solchen Haus der Architektur als Sammlungs-, Arbeits- und Begegnungsort ein Dach über dem Kopf geben. Die lebendige rheinische Architekturszene mit ihren zahlreichen Initiativen fände hier einen markanten Standort für Sammlungen, Ausstellungen und Veranstaltungen. Nicht zuletzt bietet der Ort wunderbare Möglichkeiten des kulinarischen Verweilens zwischen grünen Oasen und der hellen Architektur der fünfziger Jahre. Im Raum stehen bleibt die Frage, wann die Stadt Köln diesen in der Republik einzigartigen „Humus vielfältigster Aktivitäten“ (Kaspar Kraemer) rund um die rheinische Architektur aufgreifen und dessen Verortung unterstützen wird.

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