plan01: Peter Zumthor – Werkstatt

Werkstattgespräch mit Peter Zumthor vor Baubeginn des neuen Diözesanmuseums.

Auf Rampen, Treppen Brüstungen, Stühlen und vor allem Stehplätzen lauschten Architekten, Studenten und Architekturinteressierte dem ersten Werkstattgespräch mit Peter Zumthor in den Räumen des Diözesanmuseums. Der Andrang war berechtigt, denn die Gesprächsstunde am Samstag war sicher ein Highlight der plan01-Woche.

An drei aufeinander folgenden Tagen definiert Peter Zumthor im Gepräch mit Katharina Winnekes (Kuratorin des Diözesanmuseums) anhand von Begriffspaaren seine Gedanken zu Raum und Architektur im Allgemeinen und zum Neubau von Kolumba im Speziellen.

Beim ersten Gespräch ging es um das Begriffspaar „Intimität und Repräsentation“. Mit Schweizer Gelassenheit und Präzision reflektierte Zumthor über Semantik in der Architektur, repräsentative Gebäude, deren Wirkung im Stadtraum und deren „Adresse“. Er ging der Frage nach, ob Repräsentation gleichzusetzen ist mit der angemessenen Form für die Dinge – Und was die Gestalt eines Gehäuses aus dem städtischen Kontext bezieht und was formgebend von Innen dazu kommt.

Das Stichwort Intimität so Zumthor hat Bedeutung für „das ganze Museum Kolumba“, denn es soll „keine Kunsthalle mit unverwüstlichen Räumen und Wänden“ wie in Bregenz werden, sondern ein Ort der Zurückgezogenheit und des lebendigen Dialogs sein, wo jedes Exponat seinen ihm angemessenen Platz findet.

Die Wettbewerbspläne und die Modellstudien der letzten drei Jahre Planungszeit zeigen anschaulich den Wandel des Museums von der Repräsentation zur Intimität. Die 12 Meter hohe Eingangshalle der Wettbewerbsplanung ist einer niedrigeren gewichen, der Eingang an die Längsseite gerückt und zwei große Ausstellungsräume wurden zu fünf kleineren Räumen modifiziert.

Ein Glüchsfall der besonderen Art ist die nahezu symbiotisch wirkende Verbindung zwischen Architekt und Bauherr. Denn die Auseinandersetzungen mit dem Ort St. Kolumba und dem Bauherrn sind wohl maßgeblich für die Veränderungen verantwortlich. Jedes Detail, jede Form scheint aus der lokalen Form abgeleitet zu sein. Es wird kein gänzlich neues Museum gebaut werden, sondern St. Kolumba wird „geflickt und weitergebaut“ da sind sich Architekt und Bauherr einig.

Weitere Termine für Werkstattgepräche:

23. September 18 Uhr – Stoff und Bild

24. September 18 Uhr – Kontext und Setzung

Moderation Katharina Winnekes

Die Ausstellung

Zur plan01 stellt das Diözesanmuseum den baureifen Entwurf für Kolumba erstmals der Öffentlichkeit vor. Seit Peter Zumthors Wettbewerbsgewinn vor 3 Jahren hat sich das Projekt im Dialog mit dem Bauherrn und dem Ort präzisiert. Die Ausstellung zeigt zahlreiche Arbeitsmodelle, Studien, Skizzen und Pläne die die Arbeitsweise Zumthors, seine Auseinandersetzung mit dem Ort und die Entwicklung des Entwurfes für Kolumba verdeutlichen.

Die Ausstellung „Peter Zumthor: Werkstatt “ findet noch bis zum 4. November 2001 im Diözesanmuseum statt.

Barbara Schlei

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