Das Filmhauskino in der Maybachstraße zeigt im Februar zwei Dokumentarfilme über Pier Luigi Nervi und die Brüder Auguste und Gustave Perret

PARABETON – PIER LUIGI NERVI UND RÖMISCHER BETON

Freitag, 15. Februar – 18.00 Uhr

Sonntag, 17. Februar – 15.00 Uhr

Seit 1993 arbeitet Heinz Emigholz an der Serie „Architektur als Autobiografie“. Er erzählt darin anhand ihrer Gebäude die Biografien einzelner Architekten und dokumentiert tagebuchartig seinen filmischen Zugang zu den Räumen. Die dritte Autobiografie, die die Serie schreibt, ist die der architektonischen Moderne. Zum großen Finale schlägt er deshalb einen historischen Bogen: PARABETON erzählt von Großbauten mit römischem Beton um die Zeitenwende und stellt sie denen des italienischen Meisters des Betonbaus Pier Luigi Nervi gegenüber. Beton bietet die Möglichkeit der freien Formgestaltung, und so sind die Bauwerke mit ihren Kuppeln, Schrägen und Wendeltreppen besonders kühn und stilbildend. Der Emigholz-Kenner wird deshalb auch feststellen, dass seine sonst schräg gehaltene Kamera geradegerückt wurde. Zudem scheinen die Konstruktionen der Antike belebter zu sein als die des letzten Jahrhunderts. Die fast menschenleeren Bilder, die wir aus den früheren Filmen kennen, lassen Ruinen der 1930er bis 70er Jahre, aber auch vertraute Betonkonstruktionen des lebendigen Alltags mit ihren Schatten und Lichteinfällen, oder die Audienzhalle des Papstes geisterhafter erscheinen als die antiken Sehenswürdigkeiten. (Berlinale Katalog)

Regie: Heinz Emigholz

D 2011, 100 Min., DF., Dokumentarfilm

PERRET IN FRANKREICH UND ALGERIEN

Freitag, 16. Februar – 18.00 Uhr

Sonntag, 17. Februar – 17.00 Uhr

Der Film PERRET IN FRANKREICH UND ALGERIEN zeigt dreißig Bauwerke und Ensembles der französischen Architekten und Bauingenieure Auguste und Gustave Perret. Auguste Perret hat in seinen ausgeführten Projekten den Betonbau meisterlich verfeinert und zu einem klassischen Ausdruck gebracht. Parallel zur Ausführung zahlreicher Bauprojekte in Frankreich hat Perret auch unter den Bedingungen des Kolonialismus in Nordafrika gebaut. Der Film zeichnet diese Zweiteilung chronologisch nach. Die von 1912 bis 1952 in Algerien errichteten Gebäude sind erstmalig ebenso Gegenstand eines Films wie die in Frankreich errichteten. Die Bauwerke Perrets in Frankreich und deren Weiterleben in der Gegenwart stehen damit in direktem Vergleich mit seinen in Nordafrika realisierten Projekten. Sichtbar wird ein differenzierter Umgang mit dem „architektonischen Erbe“ in auseinanderstrebenden Kulturen. Das Schicksal der westlich geprägten, architektonischen Moderne – ihr Symbolgehalt und ihre Nachhaltigkeit –zeigt sich im alltäglichen Umgang mit ihren Produkten in sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Gegebenheiten und Landschaften.

Regie: Heinz Emigholz

D 2012, 110 Min., DF., Dokumentarfilm

Filmhauskino
Maybachstr. 11
50670 Köln

Redaktion
koelnarchitektur.de

 

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