Besser wohnen – schöner leben – in der Stadt

Beim BDA Montagsgespräch am 27.8.2012, stehen die Ziele des öffentlich geförderten Wohnungsbaus im Fokus.

In den letzten Jahrzehnten wurde der geförderte Wohnungsbau nicht mehr ausreichend als eine wichtige und existenzielle staatliche Aufgabe betrachtet mit der Folge, dass in den Innenstädten hochpreisige Wohnungsangebote dem stetig steigenden Bedarf bezahlbarer Wohnungen gegenüber stehen. Nicht nur in Köln werden innerstädtische Bestandsquartiere interessant für solvente Bewohner, die zusammen mit wachsender Privatisierung den steigenden Mietpreisen Raum geben und Normal- und Geringverdiener aus den Zentren verdrängen.

Durch die Exklusivität des zentralen Wohnens wird die gesellschaftliche Durchmischung nach und nach in Frage gestellt. Begriffe wie Gentrifizierung, Segregation, Gated Communities und Town Houses umschreiben Phänomene der Entmischung, die auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sind. Bezahlbarer Wohnraum in der Stadt ist eine Forderung und eine existentielle Grundlage für eine intakte Gesellschaft. Verhältnisse wie in den Banlieue in Paris oder in London Nottingham zeigen in unserer räumlichen Nähe die Folgen von unausgeglichenen Verhältnissen.

Aber was bedeutet bezahlbarer Wohnraum und wer bezahlt die Differenz zu den üblichen Marktpreisen? Stadtplanung, Verwaltung, Politik und Architekten sind gefragt, Lösungen und Strategien zu entwickeln, um das Ideal der sozial durchmischten Stadt den heutigen Ansprüchen entsprechend aufrechtzuerhalten, weiterzuentwickeln und neu zu definieren. Wie kann unter steigendem Kostendruck die Gestaltqualität gesichert werden? Welche Strategien sind erforderlich, dass qualitätvolle Gebäude im geförderten Wohnungsbau Standard werden und dadurch Vorbildcharakter für die Baukultur haben?

Diese Entwicklungen müssen zu Veränderungen in der Wohnungspolitik führen, sowohl bei der Neudefinition von Standards und Normen als auch bei der Entwicklung von Modellen für das innerstädtische Wohnen. Gleichzeitig muss aus einer gesellschaftlichen Notwendigkeit das Verhältnis zwischen Staat und privatem Engagement neu geregelt werden.

Das nächste BDA Montagsgespräch beschäftigt sich mit der Frage, wie ein besseres Leben und ein schöneres Wohnen für die Stadtbevölkerung insgesamt als Ziele des geförderten Wohnungsbaus umgesetzt werden können und die Wohnungspolitik diesen Anforderungen gerecht wird.

Begrüßung und Einführung: Ute Piroeth, Architektin BDA, Vorstand BDA Köln

Impulsvorträge:

„Vorbildliche Architektur für den öffentlich geförderten Wohnungsbau“: Andreas Bendzko, Abteilungsleiter und Prokurist der Wohnungsbau-Gesellschaft Ingolstadt „Die Gemeinnützige“, Ingolstadt

Bericht zur Lage des geförderten Wohnungsbaus in Köln: Michael Schleicher, Amtsleiter des Amtes für Wohnungswesen der Stadt Köln

Über die Ziele und die Umsetzung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus diskutieren:

Herr Andreas Bendzko | Architekt

Abteilungsleiter und Prokurist der Wohnungsbau-Gesellschaft Ingolstadt „Die Gemeinnützige“, Ingolstadt

Herr Stefan Frey | Kaufmann

Stefan Frey Immobilien-Projekt-Management AG, Köln

Herr Klaus Möhren | Architekt

Leiter der Hauptabteilung Technik, GAG Immobilien AG, Köln

Herr Kay Noell | Stadtplaner

Referatsleiter Experimenteller Wohnungsbau des Ministeriums für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Herr Michael Schleicher | Sozialpolitiker

Amtsleiter des Amtes für Wohnungswesen der Stadt Köln

Herr Bernd Streitberger | Stadtplaner

Geschäftsführer der Gesellschaft zur Förderung des Städtebaus und der Gemeindeentwicklung mbH „Moderne Stadt“, Köln

Moderation: Burkard Dewey, Architekt BDA, Dewey Muller Architekten und Stadtplaner

Montag, 27. August 2012

19.30 – 21.30 Uhr

Domforum, Domkloster 3, 50667 Köln

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