Der Grundstein ist gelegt

Fast drei Jahre nach dem Auszug des Gerling-Konzerns wird das Areal zum innerstädtischen Wohn- und Geschäftsquartier umgewandelt und nachverdichtet.

Am 18. Oktober 2011 wurde Grundsteinlegung gefeiert

Die Erleichterung war ihnen ins Gesicht geschrieben. Hatte man doch zuvor jahrelang über das Großvorhaben gestritten, insbesondere über die geplanten Nachverdichtungen und die Gebäudehöhen rund um die romanische Kirche St. Gereon. Nach einem „langwierigen, demokratischen Planungsprozess“, so Projektleiter Philipp Menzel von der Frankonia und zahlreichen Architekturentwürfen, konnte am 18. Oktober 2011 endlich Grundsteinlegung gefeiert werden. Mit dabei: Oberbürgermeister Jürgen Roters, Dr. Norbert Walter-Borjans, Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen und sowie Prof. Johannes Kister, ksg Architekten Köln und Bauherr Uwe Schmitz, Vorsitzender des Vorstands, Frankonia Eurobau AG.

Die Architektur-Entscheidung fiel am Ende für kister scheithauer gross architekten und stadtplaner (ksg). Das Kölner Büro ist der Masterplaner für das neue Quartier. Hinzu kommen Steidle Architekten, München; Kahlfeldt Architekten, Berlin; Petzinka Pink, Düsseldorf sowie HPP, Köln und RKW, Düsseldorf, welche die einzelnen Gebäudekomplexe realisieren.

Hans Gerling – Konzernchef und ‚Architekt’ der ersten Stunde

Aber trotz der vielen großen Namen: Keiner der beteiligten Architekten wird solch einen Einfluss auf die Gestaltung der Gebäude haben wie der Bauherr selbst, Konzernpatriarch Hans Gerling, der im Gereonsviertel ab den 1950er Jahren eine kleine Stadt in der Stadt nach seinen Vorstellungen erstehen ließ. Sämtliche auch spätere Gerling-Bürogebäude zeugen auch im Bautypus von der patriarchalische Selbstauffassung der Firmenchefs: Es herrscht der klassische Palasttyp mit überhöhtem Mitteltrakt und niedrigeren Flanken. Auch nach dem Umbau zu einem lebendigen Quartier, in dem ab 2014 einige hundert Menschen leben und arbeiten werden, soll seine Handschrift lesbar bleiben, versprach Uwe Schmitz, der Vorstandsvorsitzende der Frankonia Eurobau AG. Sie setzt das 370-Millionen-Projekt gemeinsam mit der Immofinanz Gruppe auf einem Gelände von insgesamt 4,8 Hektar um.

Neu- und Umbau auf 130.000 m2 BGF

Ziel ist es, das überwiegend unter Denkmalschutz stehende Gerling-Ensemble im Kern zu erhalten und zugleich durch mehrere Neubauten, Gebäude-Aufstockungen und eine Nutzungsmischung weiterzuentwickeln. Geplant sind insgesamt 139 luxuriöse Neubau- und Altbauwohnungen, Büroflächen, Serviced Apartments sowie Gastronomie und Einzelhandelsflächen. Insgesamt 130.000 qm Bruttogeschossfläche. Fertigstellung soll 2014 sein.

„Im Gerling-Quartier gelingt es, moderne Investition und Denkmalschutz zusammenzubringen“, so Oberbürgermeister Jürgen Roters bei der Grundsteinlegung. So sieht es auch Brita Gerling-Koehne (Kölnische Rundschau, 18.1.2011), die Tochter des 1991 verstorbenen Konzernchefs. Durch den Abriss von Gebäuden vor allem der 70er Jahre, die nicht mehr die Handschrift ihres Vaters getragen hätten, könnten „seine“ Bauten, aber auch Kapelle und Archiv nun wieder die alte Wirkung entfalten. „Zu sehen, dass sein Quartier erhalten bleibt und auch weiter seinen Namen trägt, würde meinen Vater sehr freuen.“

Natalie Bräuninger

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Weiterführende Links

Internetseite des Projektentwicklers

Frankonia Eurobau

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