Die schönsten Häuser stehen in Köln!

Häuser Award 2009 vergeben

In der Stadt zu wohnen liegt im Trend. Doch freie Grundstücke sind rar und teuer. Innenhöfe, Baulücken und schmale Restgrundstücke werden dadurch zu neuen Bauplätzen, für die nicht selten originelle Konzepte entstehen.

„Besser Wohnen in der Stadt“

… lautete daher das Thema des Wettbewerbs „Häuser Award 2009“, den das Magazin mit unterschiedlicher Aufgabenstellung jedes Jahr auslobt und dessen Preisträger am 12. März 2009 gekürt wurden. „Wir suchen gelungene Beispiele für den verdichteten Einfamilienhausbau: Häuser, die selbst auf engem Raum ein hohes Maß an Großzügigkeit, Wohnkomfort und Privatsphäre bieten und sowohl architektonisch als auch stadtgestalterisch überzeugen. Wichtig ist, dass das Projekt in einem erkennbaren städtischen Kontext steht, möglichst viele Qualitätsmerkmale eines individuellen Einfamilienhauses besitzt und auch den Freiraum geschickt mit einbezieht“, forderte das Magazin in der Wettbewerbsausschreibung.

Das Ergebnis: Die besten Stadthäuser stehen in Köln ( …und Hamburg)!

Die Jury (Francesca Ferguson, Direktorin des Schweizerischen Architekturmuseums, Klaus Becker, Schüco International KG, Thomas Penningh, Vorsitzender des Vorstands des VPB, Michael Frielinghaus, Präsident des BDA, Wolfgang Nagel, HÄUSER-Chefredakteur) kürte folgende Sieger:

1. Preis: LK Architekten, Köln, Wohn- und Bürohaus auf kleinem Restgrundstück in Köln

Eine Baulücke mit 4,6 Metern mitten in der Kölner Innenstadt. Zu schmal zum Wohnen? Aber nein, sagte das Architektenpaar Regina Leipertz und Martin Kostulski (LK Architekten). Die Kölner Architekten lösten dieses häufige Stadthaus-Problem: Ein offenes Raumkontinuum erstreckt sich nun vom Keller bis zum Dach. Im Zentrum liegen das Treppenhaus sowie ein durchgehender Luftraum, der nicht nur Sichtkontakte zwischen den einzelnen Etagen herstellt – er dient auch als Lichthof und sorgt im Gebäudeinnern für angenehme Helligkeit. So entstanden 146 qm Wohnfläche, 164 qm Bürofläche auf einem Grundstück mit 96 qm!

2. Preis: ARGE/Ute Piroeth Architektur, Architektin BDA/Planungsbüro Michael Heck, Innenhofbebauung in Köln

Und auch der zweite Preis geht an ein Kölner Projekt: Auf den ersten Blick war der Hinterhof im Belgischen Viertel alles andere als attraktiv. Ein asphaltierter Bereich diente als Parkplatz, der Rest war mit mehr oder weniger beliebigen eingeschossigen Gebäuden vollgestellt. Das Konzept der Architektin Ute Piroeth sah eine innerstädtische Nachverdichtung mit 14 individuellen Wohneinheiten vor, aufgeteilt in Stadthäuser, in Geschoss- und Maisonettewohnungen. Entstanden ist ein dreiteiliges Gebäudeensemble aus zwei doppelgeschossigen Häusern sowie einem Wohnturm mit vier Etagen, der das Grundstück umschließt und in seiner Mitte einen Hof als gemeinsame Freifläche entstehen lässt.

„Im ‚Quartier 21‘ mischt sich urbane Dichte perfekt mit einfamilienhausähnlicher Wohnqualität und privaten Gartenhöfen. Insbesondere die Außenbereiche zählen zu den Hauptqualitäten der Anlage“, so die Jury.

3. Preis: Hinrichs Nicolovius Architekten, Köln, Townhouse in Hamburg

Über den dritten Preis konnten sich Jan Hinrichs und Frank Nicolovius wahrscheinlich besonders freuen. Denn das Projekt in Hamburg Ottensen war die erste Realisierung der jungen Architekten. Es entstanden 4 großzügige Loft/Appartements mit innovativen Grundrissen. Auf der Straßenseite präsentiert sich das Stadthaus in schnörkellos moderner Formensprache und fügt sich nahtlos in die Kubatur der Blockrandbebauung ein.

Die beiden obersten Ebenen des sechsgeschossigen Baukörpers treten wie eine Attika hinter die Trauflinie zurück – ein geschickter Schachzug, mit dem die Architekten zwischen den unterschiedlichen Höhen der beiden Nachbarhäuser vermittelten. „Durch den Versatz der Gechossdecken in den Höhenlagen ergeben sich Wohnungen auf unterschiedlichen Ebenen mit differenzierten Raumhöhen“, so die Architekten.

Übrigens: Das Gebäude befindet sich zwar in Hamburg, die Architekten kommen aber aus Köln …

Das Buch zum Wettbewerb

Der HÄUSER-AWARD 2009 wurde in Kooperation mit Schüco und dem Verband Privater Bauherren e.V. (VPB) ausgelobt. Zu gewinnen gab es 15.000 Euro. Das Buch zum Wettbewerb „Die besten Einfamilienhäuser in der Stadt“ ist eine ausführliche Dokumentation der 26 besten Wettbewerbshäuser. Das Buch beinhaltet umfangreiches Bild-, Text- und Planmaterial.

Preis: 49,95 Euro.

Natalie Bräuninger

Weitere Informationen bei CALLWEY

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17.04.2007

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1. Preis: LK Architekten, Köln

4,6 Metern mitten in der Kölner Innenstadt. Ein offenes Raumkontinuum erstreckt sich vom Keller bis zum Dach.

lk architekten 01

1. Preis: LK Architekten, Köln, Wohn- und Bürohaus auf kleinem Restgrundstück in Köln

lk architekten 02

„Das komplexe Haus besticht durch klare Linienführung und eine geniale Lichtregie“, so das Urteil der Jury.

Ute Piroeth

2. Preis: ARGE | Ute Piroeth Architektur, Architektin BDA | Planungsbüro Michael Heck

UTE PIROETH 02

HinrichsNicolovius 01

3. Preis: Hinrichs Nicolovius Architekten, Köln, Townhouse in Hamburg

HinrichsNicolovius 02

„Das Stadthaus bietet dank intelligenter Staffelung viel Licht, Luft und Sonne auf sechs Etagen“, lobte die Jury.

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