Same Procedure as Every Year

Diplomarbeiten an der Fachhochschule Köln im Wintersemester 2007/2008

Wie zum Ende jedes Semesters werden die Arbeiten der Diplomandinnen und Diplomanden ausgestellt. Im Altbau der Fakultät für Architektur in der Betzdorfer Straße können sie besichtigt werden.

Die Ausstellung der Diplomarbeiten des Wintersemesters lässt eine klare Positionierung vermissen.

Sechs Themen…

Der Entwurfsvorschlag des Instituts für Gestaltung stellt in diesem Semester Professor Cord Machens in Zusammenarbeit mit Professor Michael Schütz. Unter dem Titel RHEIN/MUSEUM/KÖLN zeigt sich eine erfreuliche Vielfalt mit spannenden Ansätzen, welche aufgrund der mittlerweile doch völlig abhanden gekommenen Handzeichnungen auch visuell interessant umgesetzt sind.

Das Institut für Entwurf und Konstruktion stellt die Aufgabe basierend auf einer vorangegangenen Exkursion ins italienische Sogliano al Rubicone. Während dieser Studienreise wählten die Studierenden das Thema der Diplomarbeit selbst: In diesem Fall entschieden sich die Beteiligten aus aktuellem Anlass für den Entwurf einer Müllsortierungsanlage und eines Hauses der Begegnung zweier benachbarter Kommunen. Angeleitet wurde die Aufgabe von den Professoren Uwe Schröder, Bruno Franken und Rainer Hempel.

Die Diplomgruppe rund um Professor Norbert Schöndeling setzt sich mit entwurflichen Fragen zum Umgang mit dem Bauen im Bestand sowie mit behindertengerechtem Bauen auseinander. Einige der Studierenden entwickeln dabei passende Präsentationsmöbel um Materialproben und Protokolle des Entwurfsprozesses adäquat darstellen zu können.

Der Themenbereich Thermalbad unter der Regie der Professoren Fred Ranft und Peter Scheder birgt Entwürfe, die spannende Ansätze in der Planung von Schwimmbädern und Thermen unter ökologischen Aspekten hervorbringen: Die Studenten verlassen die Orthogonalität und entwickeln so interessante Ensembles.

Im Gegensatz dazu vermisst der Betrachter Höhepunkte bei der Themengruppe Projektentwicklung: Nutzungskonzept für leerstehende Büroimmobilien des Instituts Organisation des Bauens. Eines der gewählten Gebäude am Friesenplatz beispielsweise erhält lediglich eine neue Fassade sowie ein überdachtes Raumkonzept, doch scheinen die Studierenden sich nicht an innovative Ideen zu trauen und individuelle Möglichkeiten auszuschöpfen.

Ähnlich wie die Arbeiten in dem Institut für Bauorganisation werfen auch die des Instituts für Städtebau Fragen nach der Aktualität auf. Die bearbeitenden Studierenden des Projekts Baumberg 2015 ++ nehmen zwar die Rahmenbedingungen bezüglich des Städtebaus ernst, doch stellt sich dem Besucher zum einen die Frage nach den entwurflichen Qualitäten und zum anderen nach der momentanen Tendenz weg vom Siedlungsbau hin zum verdichteten Bauen.

…eine Ausstellung…

Auf sieben Räume verteilt, finden sich die Diplomarbeiten im 1. Obergeschoss etwas lieblos auf alten Stellwänden der Kölnmesse aufgehängt, präsentiert in einer bedrückenden Enge. Der Betrachter mag sich kaum vorstellen, wie die Ausstellung gefüllt mit Besuchern wirken wird.

Aufgabenstellungen und Inhalte stimmen ihn nachdenklich.

Es stellt sich die Frage nach verkrusteten, festgefahrenen, sich wiederholenden Strukturen in der Lehre – man vermisst eine Auseinandersetzung mit aktuellen Themen. Aspekte, die sich gerade in diesen Abschlussarbeiten niederschlagen und auch eine Erklärung dafür sein können, dass Ergebnisse zustande kommen, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen.

…und die Hoffnung bleibt

Es bleibt zu hoffen, dass die zukünftigen Diplomandinnen und Diplomanden einen Rahmen schaffen, welcher der Ausstellung der eigenen Abschlussarbeiten angepasst ist. Vielleicht wird auch der Ein oder Andere die Motivation und Kreativität verspüren, eigene Vorschläge in die Themenreihe einfließen zu lassen.

Die Ausstellung ist montags bis freitags von 17 bis 20 Uhr und samstags von 11 bis 14 Uhr zu besichtigen. Weiberfastnacht (31.01), Karnevalsfreitag (01.02) und Rosenmontag (04.02) bleiben die Räumlichkeiten geschlossen.

Katja Stamm

A:Jugend

Sogliano al Rubicone, Institut für Entwerfen und Konstruieren, Entwurf: P. Worwa

RHEIN/MUSEUM/KÖLN, Institut für Gestaltung, Entwurf: P. Schäfer

Thermalbad, Institut für Technik und Ökologie, Entwurf: M. Möllmann

Baumberg 2015++, Institut für Städtebau, Entwurf: S. Rosch

Umnutzung einer Büroimmobilie, Insitut für Organisation des Bauens, Entwurf: D. Nonn, M. Wackowski

Umnutzung einer Hofanlage, Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege, Entwurf: D. Harms

4 Kommentare

Als ob es nur um die Formalien gehen würde! Aufwendigst und teuerst erstellte Präsentationsmöbel.
Aber keine Chance an den Ausstellungsräumen und Präsentationswänden irgendetwas zu verändern.
Lieblos aufgehängte Pläne, Entwürfe in den Ansätzen. . .Da möge doch der Verfasser mal Diplom machen.

Die Vergangenheit zeigt, dass wenn Studenten den Drang danach verspürten mehr als nur die geforderte Präsentation auf den Messewänden abzuarbeiten, auch die Möglichkeit dazu bestand. Dabei hat sich auch gezeigt, dass nicht das teuerste Präsentationsmöbel das Beste ist. Sicher zählen nicht nur die Formalien, aber eine Präsentation spiegelt immer auch den Stellenwert einer Arbeit wieder, den ihr der Bearbeiter gibt. Wie dem auch sei, herzlich Willkommen an alle Diplomanden in der Arbeitswelt und damit der Realität. Vergesst die Hochschule und beginnt Architekten zu werden.

sieht aus und hört sich an wie vor 9 jahren, als ich dort diplom gemacht habe.und das war damals schon verschlafen…!!! scheint nicht viel neues passiert zu sein – und das in so einer anregenden stadt mit so guten architekten. das ist schon kaum zu verstehen…

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