Drei A:JUGEND-Redakteure machten sich auf zu einem Streifzug über die plan07. Ziel waren die studentischen Arbeiten.

arclos!

Meetingpoint

arclos!, ein Pressespiegel und Reflektionen zu Architektur, Kultur und Planung, herausgegeben an der Universität Kassel, präsentiert sich mit übereinander gestapelten und von Artikeln beklebten Kartontürmen im ehemaligen Sparkassen-Gebäude am Rudolfplatz.

Die gewählte Präsentation erweckt den Eindruck, als wolle die Zeitschrift ihr Auftreten dem Ausstellungsraum anpassen. Einem Raum, der in seinem Charakter durchaus dem jahrelangen Leerstand gerecht wird, betrachtet man einmal die heruntergekommene Decke oder den von Wasserflecken überhäuften Boden, der während der Ausstellungszeit zum Züchten von Kresse umgenutzt wird.

Außerdem stellen lange Textbeiträge in Ausstellungen meist ein Problem dar: Wer lesen möchte, macht es sich zu Hause mit einem Buch bequem – oder nimmt sich nach dem Ausstellungsbesuch den entsprechenden Begleitkatalog vor. Im Ambiente des plan07-Meetingpoints fällt es jedoch schwer, die rechte Muse zum Lesen zu finden.

Wer trotzdem Lust auf eine Leseprobe hat, sich aber den Weg sparen möchte, dem sei ein Besuch auf www.arclos.de empfohlen.

Pilgerhotel Herz-Jesu

Kunstforum in Herz-Jesu

Die FH Aachen präsentiert Studien- und Diplomarbeiten, die eine Lösung zum städtebaulichen Problem des Hohenstaufenring am Zülpicher Platz zum Thema hatten. Bezugnehmend auf die Herz-Jesu-Kirche wurden von vierzehn Studierenden Entwürfe für ein Pilgerhotel auf dem Zülpicher Platz, angrenzend an den Chor der Kirche entwickelt.

Vier von fünf Entwürfen, die es bis in die Ausstellung geschafft haben, planen Riegel, die um die Sakramentskapelle und das Foyer der Kirche angeordnet werden. Diese stehen über die bisher am weitesten in den Stadtraum ragende Aussenkante, das Querschiff, hervor.

Der fünfte Entwurf nimmt die äußerste Kante des Querschiffes auf und führt sie bündig fort, in dem er über das zu planende Pilgerhotel und die in den Bebauungsraum vorstehenden Elemente von Herz-Jesu einen Würfel stülpt.

Der archäologische Ansatz eine Art „Zelt“ über einen Ort zu setzen, der von heutzutage nicht mehr sichtbaren Ruinen geprägt ist, wie in diesem Fall von dem durch den zweiten Weltkrieg zerstörten Chorumgang, ist mit Sicherheit kein falscher. Allerdings könnte über den Fügungspunkt zwischen der Kirche und dem geplanten Hotel noch einmal reflektiert werden: Hier stellt sich die Frage, ob es plausibel ist, dass die Sakramentskapelle in Teilen im Inneren des Würfels verschwindet, andere Teile aber im Außenraum zurückbleiben.

Die Studierenden beschäftigten sich einem äußerst schwierigen und komplexen Thema, was sich einem generellen Problem in der Stadt Köln, nämlich der Nutzung von Plätzen, widmet.

Somit stellt sich im Allgemeinen doch auch die Frage, ob aus dem jetzigen Restgrundstück nicht vielleicht besser ein Platz hätte werden sollen, statt ihn zu bebauen und die in direkter Umgebung vorhandenen Baulücken nicht für solch eine Planung nutzbar hätten sein können.

Für jeden städtebaulich interessierten Kölner ist die Ausstellung definitiv eine Auseinandersetzung wert.

Auf den Spuren von Eduardo Souto de Moura

Haus der Architektur

Nächstes Ziel auf unserem Weg war das Haus der Architektur. Trotz der angegebenen Öffnungszeiten fanden hier jedoch die Vorbereitungen für den abendlichen Vortrag statt. Für den Besucher eine ärgerliche Fehlplanung, die es leider nicht ermöglichte die Modelle der münster school of architecture in Augenschein zu nehmen. So ist kein abschließendes Urteil über die, via Fensterblick als handwerklich fein gearbeitet erachteten, Modelle möglich. Bleibt zu hoffen, dass so manch ein anderer mehr Glück und Geduld hat, sich die Arbeiten anzusehen.

RaumGeschichte – RaumTheorie – RaumEntwurf

Museum für Angewandte Kunst (MAK)

Die FH Köln stellt sich dieses Jahr bereits zum dritten Mal mit einer Ausstellung auf der plan vor, die das Resultat von Semesterarbeiten des Faches Architekturtheorie II behandelt.

Präsentiert werden von den Studierenden eigens entwickelte Porenbetonskulpturen, begleitet von Erläuterungen und einsehbaren Seminararbeiten, die sich auf Architekturtheorien von der Antike bis zur Moderne beziehen.

Das Museum für Angewandte Kunst ist mit Sicherheit ein besonderer Ausstellungsort, aber es stellt sich trotzdem die Frage, ob es die geeigneten Räumlichkeiten für die Objekte bietet:

Die Raummodelle stehen auf einem schmalen, leicht erhöhten Streifen im Hof des Schwarz-Baus. Wobei sie weder draußen stehen, noch richtig drinnen.

Die Objekte, die als solche jedoch fein gearbeitet sind, genau wie die textlichen Auseinandersetzungen mit Theorien von Alberti, Leibniz oder Sörgel, sind dennoch sehenswert.

Zu empfehlen ist auch ein Besuch nach der plan07 im MAK, da ab dem 29.September die Sammelausstellung „Der architektonische Raum I-VI“ zu sehen sein wird, in der sich alle Ergebnisse der letzten Jahre noch einmal präsentieren.

Anlässlich der Ausstellung erscheint im Ernst Wasmuth Verlag außerdem die Materialsammlung Der architektonische Raum I-VI.

klang raum garten

Stadtgarten

Ein schöner Raum, ein schöner Garten, aber schöne Klänge?

Die Installationen, die von dem Medien- und Klangkünstler Frank Schulte in Kooperation mit der Köln International School of Design entstanden sein sollen, waren für uns weder sichtbar, noch hörbar. Nachdem wir wie Ostereiersuchende Kinder durch den Stadtgarten gelaufen waren und feststellen mussten, dass die einzigen Geräusche, die wahrnehmbar waren, Vogelgezwitscher und spielende Kinder gewesen sind, war unser einziger Hoffnungsschimmer, der dort vorhandene Biergarten.

Hätten wir jedoch zuvor im Internet recherchiert, hätten wir sicher den temporären Ausstellungsraum in den Spichernhöfen entdeckt. Also für alle Besucher: sucht die Klänge im Haus und nicht im Garten.

Rheinpromenade St.Kunibert

Rheinpalais

Im Kunibertsviertel präsentiert sich eigentlich die Leibniz Universität Hannover mit Entwürfen zur Freiraumplanung. Eigentlich – denn auch in diesem Fall hätten wir gerne die Ausstellung gesehen, wurden aber durch verschlossene Türen daran gehindert und dass, obwohl wir, wie auch drei weitere potentielle Besucher, während der öffentlich ausgeschriebenen Öffnungszeiten am Rheinufer waren.

Schade, wir hätten gerne Gedanken zu der aktuellen Debatte der Rheinpromenade gesehen.

Resumée

Ein Tag, der voller Spannung begann und mit Enttäuschung endete – das ist Wohl oder Übel unser Resumée. Die Hälfte aller von uns besuchten Ausstellungen war ein Reinfall – wegen terminlicher Unpässlichkeiten vor Ort, schlechter Ausschilderung oder schlicht wegen der Art der Präsentation.

Es bleibt zu hoffen, dass es anderen plan07-Besuchern erspart bleibt, vor versperrten Türen zu stehen, auf belegte Ausstellungensräume zu treffen und nach Installationen suchen zu müssen.

Trotzdem möchten wir euch die plan07 ans Herz legen, um einen Tag mehr mit offenen Augen durch die Stadt zu ziehen und die Architektur-Woche auch als solche zu nutzen.

Franziska Tokarski

arclos! –

Universität Kassel

Pilgerhotel Herz-Jesu –

FH Aachen

Pilgerhotel Herz-Jesu – studentischer Entwurf

RaumGeschichte – RaumTheorie –

RaumEntwurf – FH Köln

A:JUGEND forscht

A:JUGEND-Redakteure bei der Arbeit

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