Ausstellung in der Tempoary Gallery

He looked at a tree. To be split and made into rafters.
He looked at a streak of rust on the stone and thought of iron ore in the ground.
To be melted and to emerge as girders against the sky.
These rocks, he thought, are here for me; waiting for the drill, the dynamite and my voice;
waiting to be split, ripped, pounded, reborn; waiting for the shape my hands will give them.

(Ayn Rand, The Fountainhead, 1943)

Der Blick des Architekten auf die Welt: ein Rohstofflager, ein zu eroberndes Terrain, ein Sockel für seine Schöpfung. In Ayn Rands Roman „The Fountainhead“ ist der Held Howard Roark nicht nur eine Idealfigur des modernen Architekten, dessen Bauten sich keinerlei Tradition und Gemeinschaft verpflichtet fühlen; zugleich ist er radikaler Individualist, der aus sich selbst schöpft und autonom agiert. Diese zugespitzte Form des total emanzipierten Subjekts – ein Phantasma des entfesselten Kapitalismus, wie Rand ihn stets propagierte – hat allerdings seinen Preis: jeder ist auf sich selbst gestellt. Dieser Widerspruch des Ungebundenseins bildet den Kern der gemeinsam konzipierten Ausstelung „Alleinanspruch“ von Arne Schmitt und Nico Joana Weber. Schmitt beschäftigt sich in fotografischen Serien und dem Film „Mit weniger mehr schaffen“ von 2016 mit der praktischen Seite der Moderne. Ausgehend von Architekt Ernst Neuferts „Bauentwurfslehre“ und dessen Bauten in Darmstadt (Ledigenheim, 1952-55) analysiert er die Folgen von Rationalisierung und Normierung für den Einzelnen. Nico Joana Weber widmet sich in ihrer Rauminstallation mit der neuen 3-Kanal Videoprojektion „Land of Enchantment“ einer Gegend, die der menschlichen Besiedlung durch harte geografische und klimatische Bedingungen trotzt: Im amerikanischen New Mexico liegen im Tularosa Basin fünf Orte, die auf geografisch engem Raum und durch extreme Kontraste wie im Zeitraffer die Geschichte der Menschheit zusammenfassen. Das Erleben von Landschaft vollzieht sich hier in gefühlter Einsamkeit: Der Mensch ist in ihr auf sich zurückgeworfen und stößt an die Grenzen dessen, was dauerhaft gestaltet werden kann.

Kuratiert von / Curated by Regina Barunke

 

Weitere Informationen auf der Website der Temporary Gallery

Datum:
04.02.2017
bis 30.04.2017
Adresse:
Temporary Gallery
Zentrum für zeitgenössische Kunst e.V. / Centre for contemporary art
Mauritiuswall 35, D 50676 Köln