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Leuchtendes Beispiel für den Wasserpegel | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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11.03.2004 Wettbewerb für das Hochwasser-Pumpwerk an der Schönhauserstraße entschieden In der Regel sind technische Gebäude der städtischen Infrastruktur gestalterische Plumpheiten mit allenfalls wachsender Tristesse- und Einfallslosigkeit. Und doch gibt es - wie bei jeder Regel - Ausnahmen. Jüngstes Positiv-Beispiel ist der Wettbewerbsbeitrag des Kölner Büros Kaspar Kraemer Architekten für den Neubau eines Hochwasser-Pumpwerks, kurz HWPW genannt, in Bayenthal direkt am Kölner Rheinufer. Die Jury unter Vorsitz von Ernst Kasper, Aachen, wählte Kraemers Entwurf unter fünf eingereichten Arbeiten als Besten aus. Weitere eingeladene Teilnehmer, des von den Stadtentwässerungsbetriebnen ausgelobten Wettbewerbes, waren die Kölner Büros: bernd kniess architekten stadtplaner, Reinhard Angelis, ASTOC GmbH & Co.KG und gernot schulz architektur. Konzeptionelle Idee des zur Realisation empfohlenen Entwurfes ist es, ein klar definiertes Verhältnis zweier unterschiedlicher Baukörper zu entwickeln. Die technische Infrastruktur zur Abwehr der Hochwassergefährdung soll harmonisch in die vorhandene Landschaft eingefügt werden, während das Betriebsgebäude als „signifikante Landmarke„ selbstbewusst Stellung bezieht. Sensible wird der Landschaftsraum des Rheinufers durch eine fließende Geländemodulation eingebunden. Diese Modulation leitet sich zum einen aus der Terrassierung der Uferböschungen mit ihren differenzierten Neigungen und zum anderen aus der funktional notwendigen Rampenerschließung des Betriebsgebäudes ab. Zeichenhaft sichtbar ist somit nicht die eigentliche Technik, denn das tatsächliche Pumpwerk verschwindet unter einem Grashügel, der im oberen Bereich mit einer befahrbaren Grasdecke und seitlich, zum Rheinufer hin, mit Basaltstein verkleidet ist. Auf dem Hügel, getrennt durch eine Lichtfuge thront das in seiner Grundfläche fast quadratische Betriebsgebäudes. Im Kontrast zum Tiefbauteil des HWPW ist seine Fassade allseitig mit einer hinterleuchteten Metall-Gitterrost-Konstruktion eingehaust. Die filigrane und dennoch robuste Verkleidung bietet einen sehr hohen passiven Schutz gegen Vandalismus. Gleichzeitig überspielt sie die zahlreichen und unregelmäßigen Öffnungen des Betriebsgebäudes und gibt ihm zusammen mit dem Lichtkonzept eine kristalline Hülle, die die klare geometrische Form fast wie ein Landartprojekt wirken lässt. Das Lichtkonzept des Bauwerks bildet als weithin sichtbares Zeichen die Pegelstände des Rheins ab. Eine elektronische Steuerung vermittelt zwischen Normalwasser - weiß und Hochwasser - rot über die farblichen Abstufungen gelb und orange. So gelingt es den technischen Charakter des 200 Quadratmeter großen und vier Meter hohen markanten Objektes buchstäblich wegzufiltern. Auslober des Wettbewerbs und kommender Bauherr sind die Stadtentwässerungsbetriebe der Stadt Köln, dessen Engagement erwähnt werden sollte, denn es ist keinesfalls selbstverständlich für ein Gebäude der technischen Infrastruktur einen Wettbewerb auszuschreiben und damit den Entwurf in die Kompetenz der Architekten zu legen - auch dies ein leuchtendes Beispiel. Barbara Schlei Redaktion |
![]() [+] Die Freifläche vor dem Pumpwerk eignet sich ideal für einen neuen Fuß- und Radweg, der den Rheinauhafen im Norden mit dem südlichen Rheinufer verbindet. Foto: Kaspar Kraemer Architekten ![]() [+] Wie der Eisberg, den die Titanic rammte: dreiviertel des Gebäudevolumens sind nicht sichtbar. Foto: Kaspar Kraemer Architekten ![]() [+] Je röter der Kristall, desto höher der Pegelstand des Rheins. Foto: Kaspar Kraemer Architekten |
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