Nicht jeder kennt Karl Band, wer er war erklärt das Kleingedruckte. Foto: Uta Winterhager

Zwischen Kunibert und Rhein wird an den Kölner Architekten erinnert

 

Die Grünfläche zwischen St. Kunibert und dem Konrad-Adenauer-Ufer ist am 9. Mai in Karl-Band-Platz umbenannt worden. Somit ist Band, nach Wilhelm Riphahn, dem eine kleine Straße in Chorweiler gewidmet ist, der zweite Vertreter der Kölner Schule, dessen Andenken auf diese Weise gewürdigt wird.

 

Die Grünanlage zwischen Sankt Kunibert und Konrad-Adenauer-Ufer wurde zum Karl-Band-Platz. Foto: Uta Winterhager

 

Karl Band wurde als Sohn des Architekten Heinrich Band 1900 in Köln geboren. Zunächst studierte er Kunstgeschichte in Bonn bei Paul Clemen, danach Architektur in Karlsruhe. Anschließend arbeitete er in verschiedenen Kölner Büros, unter anderem auch bei Hans Schumacher, Heinrich Renard und Eugen Fabricius, dann in einem eigenen Büro, bevor er sich 1930 mit dem Kirchenbaumeisters Eduard Endler und später seines Sohnes Clemens Endler zu einer Büropartnerschaft zusammenschloss. Band, der sich schon früh in seiner beruflichen Laufbahn intensiv mit Kirchenneubauten sowie Sanierung und Denkmalpflege auseinander gesetzt hatte, engagierte sich noch vor Kriegsende für den Schutz und Erhalt der zum großen Teil schwerst geschädigten romanischen Kirchen in Köln und führte im Auftrag der Besatzungsmächte nach dem Krieg eine Bestandsaufnahme der Kriegsschäden durch.

 

 

Haus Band in der Kunibertsklostergasse 1 Foto: Uta Winterhager

 

Wiederaufbau

1951 baute Band sein Wohnhaus mit Atelier in der Kunibertklostergasse 1, direkt gegenüber betreute er den Wiederaufbau von Sankt Kunibert und den Neubau des dazugehörigen Pfarrhauses. Doch auch bei Profanbauten war sein Sachverstand als Kunsthistoriker und Architekt gefragt. Von 1952-55 war er gemeinsam mit Rudolf Schwarz den Wiederaufbau des Gürzenich mit der als Mahnmal gestalteten Ruine von St. Alban, 1960-72 betreute er nach dem Gewinn des Wettbewerbs den Wiederaufbau des Kölner Rathauses mit Eugen Weiler.

Bands Nachlass, der im Historischen Archiv der Stadt Köln verwahrt wird, ist gewaltig: endlose Aktenmeter und fast 1000 Planrollen dokumentieren rund 800 Projekte, darunter 157 Kirchen, 12 Klöster, 36 Kindergärten und zehn Tankstellen, hunderte Geschäfts- und Wohnhäuser, sieben städtebauliche Entwürfe und ein Bilderstöckchen. Mit seiner ganz eigenen Handschrift und seiner gleichzeitig voraus- und zurückblickenden Haltung prägte Band die Weideraufbau Kölns maßgeblich mit. Nicht nur bei den Sanierungen ist es ihm immer wieder gelungen, Alt und Neu zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden, auch im Stadtbild erscheinen seine charakteristischen Ziegel-Bauten heute wie damals außergewöhnlich modern und gleichzeitig integrativ.

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Ungewöhnliche Ornamentik: Haus der Begegnung, Karl Band 1957, Jabachstraße 4 – 8. Foto: Uta Winterhager

 

Neuanfang

Einer seiner schönsten und vielfältigsten Werke ist das Wohn- und Geschäftshaus „Wilhelm Wefers“ an der Kreuzung Komödienstraße / Burgmauer, über das der Erzdiözesanbaumeister Martin Struck im Rahmen von „Liebe deine Stadt“ im September 2005 eine erinnerswerte Rede gehalten hat. Nachzulesen hier: Liebe deine Stadt

Gemeinsam mit Rudolf Schwarz, Wilhelm Riphahn, Dominikus und Gottfried Böhm und Hans Schilling (zunächst noch Mitarbeiter im Atelier Band)  war Karl Band ein Vertreter der Kölner Moderne, deren Zeugnisse bis heute davon berichten.

Bis 1960 war er Mitglied der Fachausschüsse Planung, Hochbau, Liegenschaften und Kultur. Sein Büro leitete er zunächst bis 1965 und übergab es dann seinem Sohn Gero Band. Nach dessen Tod 1983 übernahm er selbst wieder die Leitung und arbeitete bis ins hohe Alter.

Karl Band starb im Oktober 1995 in Köln .

 

Uta Winterhager

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