Entwurf des Museumsneubaus Visualisierung © Wandel Lorch Architekten

Das BDA Montagsgespräch am 11. Dezember beschäftigt sich mit dem Weiterbau der Kölner Altstadt

Im Rahmen aktueller Innenentwicklungen werten zahlreiche Großstädte ihre in die Jahre gekommenen Innen- und Altstädte auf. So auch Köln! Der „Masterplan Innenstadt Köln“ von Albert Speer hat dazu 2009 die Grundlage gelegt. Seitdem werden erste Projekte umgesetzt, die Arbeiten an der östlichen Domplatte sind sogar bereits weitgehend fertiggestellt. Prominentestes Bauprojekt ist derzeit das LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln, welches auf und unter dem Kölner Rathausplatz als Kooperationsprojekt von LVR und der Stadt Köln entsteht.

Die Kölner Altstadt wird weitergebaut!

Nach jahrelangen Diskussionen um die Finanzierung, um das Wettbewerbsergebnis, um das Bodendenkmal, um die historische Bewertung der Funde, schließlich um das Raumprogramm und die Kosten mutet es fast wie ein weiteres Kölner Wunder an, dass derzeit zügig gebaut wird. Doch sieben Jahre nach dem Wettbewerb zum Neubau des Jüdischen Museums und der Erweiterung der archäologischen Zone gehen die Planungen von Wandel Lorch nun in die Realisierung. Auch ein griffiger Name ist gefunden: MiQua soll das neue Museum heißen.

Das neue Museum ist dabei Teil einer ganzen Reihe von Neubauprojekten in der Altstadt. Die östliche Domplatte und der Kurt-Hackenberg Platz sind fast fertig, die Erweiterung des Wallraf-Richartz-Museums verzögert sich, die „Historische Mitte“ am Roncalliplatz könnte demnächst beauftragt werden. Bemerkenswert ist, dass anders als in den Innenstädten von Berlin, Potsdam, Frankfurt oder Dresden in der Kölner Altstadt „zeitgenössisch“ und nicht „rekonstruktiv“ gebaut wird.

Wir möchten einen Rückblick in die Geschichte der Altstadt wagen, um zu verstehen, warum Köln sich so eindeutig zum „modernen“ Bauen in der Altstadt bekennt und
uns den Planungs- und Baustand des „MiQua“ vorstellen lassen, in den das Jüdische Museum-Archäologische Zone voraussichtlich Ende 2019 einziehen wird.

Begrüßung und Einführung

  • Prof. Andreas Fritzen, Vorstand BDA Köln, führt in das Thema Altstadt, Rekonstruktion und aktuelle Kölner Projekte ein.

Vorträge

  • Prof. Dr. Hiltrud Kier, frühere Stadtkonservatorin der Stadt Köln beschreibt die historische Entwicklung der Altstadt, insbesondere vor und nach dem zweiten Weltkrieg
  • Dr. Thomas Otten, Gründungsdirektor der Jüdischen Museum-Archäologische Zone, erläutert die Ausstellungsplanung und die Archäologie
  • Prof. Wolfgang Lorch, Wandel Lorch Architekten, Saarbrücken zeigt den aktuellen Planungsstand und erläutert das Architekturkonzept

Podiumsdiskussion

  • Anne Luise Müller, Leiterin Stadtplanungsamt, Köln
  • Prof. Dr. Hiltrud Kier, frühere Stadtkonservatorin der Stadt Köln
  • Dr. Thomas Otten, Gründungsdirektor der Jüdischen Museum-Archäologische Zone
  • Prof. Wolfgang Lorch, Wandel Lorch Architekten, Saarbrücken

Moderation

  • Prof. Andreas Fritzen, Vorstand BDA Köln

Die Veranstaltung ist bei der AKNW als Fortbildung mit zwei Unterrichtsstunden genehmigt. Für die Ausstellung einer entsprechenden Bescheinigung erheben wir vor Ort eine Gebühr von 10 Euro. Für BDA-Mitglieder ist die Bescheinigung kostenfrei

11. Dezember 2017

Domforum
Domkloster 3
50667 Köln

Artikel teilen

Ihre Meinung zählt

Eine Reaktion auf “Ganz ohne Rekonstruktion”

  1. erna erika

    köln bekennt sich auch deshalb gegen das rekonstruktive bauen heute, weil es direkt nach dem krieg die kern-altstadt exakt auf demselben zuschnitt wiederaufgebaut hat (und dabei ja auch einiges rekonstruiert hat) wie sie vorher war, während in FFM der altstädtische zuschnitt verworfen und ganz anders überbaut wurde bzw. in dresden um die frauenkirche einfach brache war – dort musste man also mit einem ganz anderen dilemma fertig werden. zu der frage, warum heute rekonstruieren, was 70 jahre lang nicht mehr steht, finde ich kölns haltung klasse: auch weil man in köln weiß, dass es so viele echte und kunsthistorisch wichtige alte denkmäler gibt (die romanischen kirchen aber auch andere kirchen und denkmäler in der altstadt sowie die mittelalterlichen stadtmauerreste), dass eine handvoll disney-land-häuser qualitativ keinerlei mehrwert hätten – und schon gar nicht eingang in die kunstführer der stadt fänden, die dick genug sind! tatsächlich existiert fast jede sehenswürdigkeit auf den vorkriegsstadtplänen in irgendeiner form auch heute wieder – das wird bei all dem köln-bashing gerne vergessen. der wiederaufbau in köln war eigentlich, sieht man von den großen strassen ab, ziemlich konservativ…

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.