3x Ebertplatz © Grafik Bachmann Badie Architekten

Weiterbauen als kunstfreundliche Alternative zum Zumauern oder Verfüllen

Im Rahmen der Plan14 stellten Bachmann Badie Architekten ihr Projekt 3x Ebertplatz vor, das sie initativ, also ohne Auftrag oder Bauherr, dafür aber aus ihrem eigenem Interesse als Anwohner entworfen haben. Statt einer utopischen Neugestaltung haben sie nach Lösungen gesucht, die mit dem Bestand arbeiten, um ihn weiterzuentwickeln.

Den in seiner 1977 realisierten Form rund 8.000 Quadratmeter großen Ebertplatz gliedern Bachmann Badie in drei räumliche Ebenen mit unterschiedlichem Charakter – Platz, Halle und Park – und weisen ihnen unterschiedliche Funktionen zu.

 

 

Flächenpotentiale der drei Ebenen © Bachmann Badie Architekten

 

3mal Ebertplatz: Platz oben und Park unten fassen die unter Dach gelegene Halle © Bachmann Badie Architekten

 

Platz – Übergang

 

Verknüpfung der Fußgängerströme über den Platz auf Straßenniveau @ Grafik Bachmann Badie Architekten

 

Der neue Platz in Form einer großen Fußgängerkreuzung entsteht am westlichen Kopf des Ebertplatzes auf dem Deckel der Ladenzeile. Wo heute ungepflegtes Grün wächst, soll ein ebenerdiger und übersichtlich gestalteter Platz die vier hier einmündenden Straßen für Fußgänger und Radfahrer verbinden und die historische Achse zwischen Eigelstein und Agneskirche wieder herstellen.

Die Ladenpassage wäre dann kein notwendiger Transitraum mehr, sondern könnte von den Künstlern und Projekträumen als temporär verschließbare Halle genutzt werden. Die Abgänge in die untere Ebene an den Einmündungen der Straßen sind damit nicht mehr notwendig.

 

Halle – überdachtes Aktionsfeld

Die oberirdische Verbindung eröffnet die Möglichkeit, den unterirdischen Transitraum als Aufenthaltsort neu zu definieren. Die in den letzten Jahren bereits durch Galerien und Projekträume Brunnen e.V. und Labor e.V. wiederbelebte Ebertplatzpassage kann so als überdachtes Aktionsfeld dauerhaft Bestand haben. Die Halle soll kein abgeschlossener Raum sein. Durch wenige Eingriffe (Glasfaltwände zur optionalen Schließung der Halle bei Veranstaltungen, Lichtdecke) wird aus der bestehenden Passage ein lichter multifunktionaler Raum mit einer Gesamtfläche von ca. 1860 qm.

 

Mit einer gläsernen Faltwand lässt sich der Galeriebereich temporär abtrennen © Bachmann Badie Architekten

 

Für diese zentral gelegene, überdachte und lärmgeschützte Halle ist ein Nebeneinander verschiedener Nutzungen vorstellbar. Neben einer nicht kommerziellen Hauptnutzung der Räumlichkeiten als Ausstellungsräume für zeitgenössische Künste bietet die Halle auch Raum für städtische und quartiersbezogene Veranstaltungen. Programmatisch passende kommerzielle Veranstaltungen im untergeordneten Umfang können zur Finanzierung der Unterhaltungskosten der Räume beitragen.

 

Lichtdecken in der Halle © Grafik Bachmann Badie Architekten

 

Park – grünes Archipel

Platz und Park mit erweiterten Grünflächen © Bachmann Badie Architekten

 

Ein großes Potenzial des Ebertplatzes sind die vorhandenen Grünflächen und Bäume. Durch die  geplante Modifizierung der oberirdischen Verkehrsströme, können die Platzflächen erweitert und neu gestaltet werden. Die leichte Absenkung der Platzfläche ist hier kein Nachteil. Eine ansprechende Neufassung der Oberflächen und eine durchdachte Lichtgestaltung werden die Vorteile einer sanften Wegführung zur U-Bahn und zu der angrenzenden Parklandschaft des Theodor-Heuss-Rings jenseits der Riehler Straße offenbaren.

 

Text Bachmann Badie Architekten, red | uw

 

 

 

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Eine Reaktion auf “3x Ebertplatz”

  1. professor unrath

    ich fänd’s klasse, wenn die stadt sich trauen würde, das zu unterstützen und so zu machen! sie muss doch auch ein interesse haben, dass es nicht zu teuer wird. gleichzeitig kann man dieser tabula-rasa-mentalität auch mal entgegen treten: als würde alles immer dann besser, wenn man die dinge komplett weghaut und neu macht… wird es nämlich nicht!

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