Genossenschaft Kalkbreite, Zürich © Foto: M. Stollenwerk

Fragt der BDA Köln im BDA Montagsgespräch im Rahmen der Ausstellung "Neue Standards. Zehn Thesen zum Wohnen"

Mehr Wohnraum und bezahlbar für alle – eine berechtigte Forderung. Denn Wohnen ist nicht nur ein zentrales Grundbedürfnis, sondern ein international verbrieftes Menschenrecht. Dieser Rechtsanspruch wird derzeit in der Regel im Rahmen von Marktmechanismen bedient. Wohnungsnot und teure Mieten, die selbst die urbane Mittelschicht an ökonomische Grenzen bringen, müssen jedoch besonders im unteren Preissegment zu Verteilungskonflikten führen.

Genossenschaften und ihre Bedeutung für kostengünstigen Wohnungsbau

Einen wesentlichen Anteil an den Kosten für das Wohnen hat der Baugrund, besonders in den Städten eine knappe und endliche Ressource. Die Kommunen vertrauen hier auf die Steuerungsmittel des Marktes, in Verbindung mit den Mechanismen der Wohnungsbauförderung. Reichen diese Einflussmöglichkeiten aus, um zukunftsfähige Konzepte zu befördern? Oder ist es nötig, die städtische Grundstücksvergabe künftig stärker inhaltliche zu binden?

Genossenschaftsmodelle, eine tradierte Antwort auf diese Frage, gewinnen nach einem langen Dornröschenschlaf zunehmend an Attraktivität. Eine ebenfalls unhinterfragte Größe der derzeitigen Denkmodelle der Wohnungswirtschaft ist der Anteil der Renditeerwartungen sowohl im frei finanzierten als auch im geförderten Wohnungsbau.

Was wäre, wenn die Bodenpolitik seitens der Kommunen sehr viel offensiver als Steuerungsmethode eingesetzt würde und sich mit ihr eine Abkehr vom Prinzip des Höchstpreisgebots bei der Vergabe kommunaler Grundstücke vollziehen würde? Wenn städtische Liegenschaften nicht verkauft, sondern ausschließlich verpachtet würden, ließen sich darüber die Kosten für das Wohnen senken? Und warum sind diese Erbpachtmodelle in Deutschland so unpopulär? Wie kann das Modell des genossenschaftlichen Bauens reaktiviert werden, um einen Beitrag für bezahlbare Wohnungen für breite Bevölkerungsschichten zu leisten?

Das BDA Montagsgespräch im Rahmen der Ausstellung „Neue Standards. Zehn Thesen zum Wohnen“ thematisiert zwei wichtige Aspekte des preisgünstigen Wohnungsbaus: Die Bodenfrage und die Renditeerwartung.

Einführung:

  • Reinhard Angelis, BDA Köln,

Vorträge

  • Matthew Griffin, Deadline Architects, Berlin
  • Pascal Müller, Müller Sigrist Architekten, Zürich
  • Res Keller, Mitgründer und Geschäftsführer der Genossenschaft Kalkbreite (bis 2016), Zürich

Podiumsdiskussion

Mit den Vortragenden und mit

  • Mathias Metzmacher, BBSR, Leiter Referat Wohnen und Gesellschaft, Bonn

Moderation

  • Frauke Burgdorff, Burgdorff Stadt, Bochum

Das BDA Montagsgespräch findet im Rahmen der Ausstellung »Neue Standards. Zehn Thesen zum Wohnen« des Bund Deutscher Architekten BDA statt. BDA NRW und der BDA Köln präsentieren die Ausstellung, die im Herbst 2016 zunächst im DAZ gezeigt wurde, vom 19. Mai bis zum 16. Juni im AIT-Architektursalon Köln.

Zehn Architektinnen und Architekten plädieren für »Neue Standards«, die vermeintliche Sicherheit technischer Normen gegen die Chance auf eine Qualitätsdiskussion eintauschen. Wie Wohnen bezahlbar bleibt, wie Menschen an ihrer Stadt teilhaben können, sind ebenso Themen wie Dichte als Möglichkeit für städtisches Leben. Die »Neuen Standards« stehen dabei für ein kompaktes Wohnen mit anpassungsfähigen Raumstrukturen und für ein Wohnen, das sich auf Essenzielles besinnt und reich an Atmosphäre ist.

»Neue Standards. Zehn Thesen zum Wohnen« wurde von Olaf Bahner und Matthias Böttger für den Bund Deutscher Architekten BDA kuratiert. Ausstellung, Publikation und Rahmenprogramm werden durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit BMUB und das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen gefördert.
Die Veranstaltung ist bei der AKNW mit 2 Unterrichtsstunden als Fortbildung angefragt. Für die Ausstellung einer entsprechenden Bescheinigung erheben wir vor Ort eine Gebühr von 10 Euro. Für BDA-Mitglieder ist die Bescheinigung kostenfrei

 

 

Montag 22. Mai 19.30 Uhr

AIT-ArchitekturSalon Köln
Vogelsanger Str. 70
50823 Köln

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