Der erste Feierabendspaziergang des Rheinischen Vereins und des Landschaftsverbands Rheinland begann vor der eigenen Haustür. Das Landeshaus des LVR von 1957/58. (Architekten: E. Schulze-Fielitz, E. Rudloff und U. S. v. Altenstadt) Foto @Barbara Schlei

Rheinischer Verein und LVR laden zum Spazierengehen ein – der Auftakt fand am Deutzer Ufer statt.

Ein neues, einladendes Format bereichert das Programm für Kölner Architekturinteressierte: Der Rheinische Verein und die Abteilung Kulturlandschaft des LVR laden ein zu „Feierabendspaziergängen“. An jedem zweiten Dienstag im Monat von 17.30 Uhr bis etwa 19 Uhr stellen sie ausgewählte Orte vor. Es geht um gute Geschichten, und es ist ein Angebot an alle Bürger, besonders an die, die gegen 17.00 Uhr Feierabend machen und ihre Umgebung kennen lernen wollen.

Der erste Spaziergang galt dem Deutzer Rheinufer. Auf den wenigen Schritten zwischen Hyatt Hotel und Deutzer Brücke führte Dr. Martin Bredenbeck vom Rheinischen Verein ganz locker mal eben durch über 2000 Jahre Baugeschichte. Die Touren richten sich an Nicht-Fachleute, aber auch Architekten werden sich informiert und unterhalten fühlen.

Start war vor der eigenen Haustür, dem Landeshaus des LVR. Eine junge Essener Bürogemeinschaft (E. Schulze-Fielitz, E. Rudloff und U. S. v. Altenstadt)  baute 1957/58 auf dem damals noch fast leeren Deutzer Ufer das neue Landeshaus des LVR als flache Vierflügelanlage im Stile der amerikanischen Moderne. Ein gewagtes Experiment – das sich in Köln auch nicht durchsetzte, da blieb man doch lieber noch eine ganze Weile bei der Steinverkleidung.

 

Foto @Barbara Schlei

Die hohen, schlanken Fenster der Kirche der wiederaufgebauten Abtei St. Heribert zeigen zwar gotische Formen, diese aber sind ein Beitrag aus dem Barockzeitalter!

 

Foto @Barbara Schlei

Alles nur noch Vorhang: Neben dem kürzlich umgebauten Lufthansa-Hochhaus lagern die Reste des römischen Osttores der Deutzer Festungsanlage. Und irgendwann in der Baugeschichte hörte die Wand auf zu tragen. Foto: @Barbara Schlei

 

Foto @Barbara Schlei

Kurioser Anblick: Das moderne Bürogebäude schiebt sich über ein Wohngebäude aus den 60er Jahren. Diese räumliche Situation hat sich „vererbt“: Unter dem Mantel aus Glas und Stahl steckt das ehemalige Lufthansagebäude von 1978. Die „Chalet suisse“ Anmutung des Appartementhauses mit den dunklen Spitzgiebeln zeigt, dass es zu allen Epochen Retro-Aspekte in der Architektur gab, auch in den 60ern.

 

Foto @Barbara Schlei

Die längeren Gebäudeseiten des LVR Hauses sind um Erdgeschoßhöhe aufgeständert, so daß sich die umgebende Grünfläche durchgängig über den Innenhof bis zum Rheinufer hinzieht. Die Lagerung in die Breite teilt es mit der Messehalle aus den 20er Jahren weiter nördlich und auch mit dem Hyatt Hotel. Eine Schaufront hat es nicht, so dass eine begleitende Rahmung für den neu entstandenen Stadtraum der Uferpromenade gegeben ist.

Foto @Barbara Schlei

Diesen Anblick wird es nicht mehr lange geben, denn das LVR Hochhaus am Ottoplatz wird neu gebaut.

Foto @Barbara Schlei

Auch ohne Guide ein guter Ort für einen Feierabendspaziergang durch über 2000 Jahre Architekturgeschichte: das Deutzer Ufer zwischen Hohenzollernbrücke und Deutzer Brücke

 

Ira Scheibe

 

Weiterführende Infos zu den Feierabendspaziergängen

 

Feierabend auch in Koblenz

Das nächste Treffen ist am Dienstag, 11. Juli 2017 um 17:30 Uhr zum Thema:
„Downtown Koblenz-Rauental“. Dieser Feierabendspaziergang findet also nicht in Köln, sondern in Koblenz, Treffpunkt Schlachthofstr. 50 (vor dem Gasthof Schlachthof) statt, da sollten dann alle Kölner ein bisschen früher Feierabend machen.

 

Artikel teilen

Ihre Meinung zählt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.