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Symposium am 10. Februar 2017 in Bonn

„In 40 Jahren wachsenden Wohlstandes hat der Staat Bundesrepublik nicht ein einziges Gebäude von architektonischem Rang errichtet“, behauptete 1989 der Journalist Johannes Gross. Damit drückte er die enttäuschte Erwartung einer aufgrund ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit verunsicherten Gesellschaft aus, die eine signethafte Manifestation ihres neuen nationalen Seins suchte. Der an die Bundesbauten gestellte Anspruch auf Repräsentation führte oft zu einer Kritik, die weniger Architekturkritik als gesellschaftspolitische Kritik war.

War diese Kritik berechtigt? Welche Bundesbauten entstanden in den Jahren 1949 bis 1990? Und wodurch zeichneten sich diese Bauten aus?

Die Analyse der Bauten der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Entstehungsgeschichte erlaubt eine in Teilen neue Sichtweise auf den Prozess der Identitätsfindung der BRD. Darüber hinaus eröffnet sie nicht nur neue Ansätze für den Umgang mit dem baukulturellen Erbe der Bonner Republik, sondern auch eine erweiterte Sicht auf die aktuelle bauliche Selbstdarstellung des Bundes in Berlin und im internationalen Kontext. Für dieses erweiterte Verständnis ist ein Diskurs unterschiedlicher Disziplinen erforderlich, der historische und soziologische Aspekte einschließt.

In dem interdisziplinären Symposium am 10. Februar 2017 in Bonn sollen Antworten auf heute noch offene Fragen erarbeitet werden, die von Bedeutung und Nutzung, bis hin zu Umnutzung, Weiterbau und Denkmalpflege reichen.

Veranstalter sind das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bauen und Reaktorsicherheit (BMUB), das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) und das Institut für Architekturgeschichte der Universität Stuttgart (ifag).

 

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Anmeldeschluss ist der 3. Februar 2017.

Anmeldung: Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich verbindlich unter sekretariat@ifag.uni-stuttgart.de (Betreff: Bundesbauten) an. Es gilt die Reihenfolge der Anmeldungen. Nach Eingang Ihrer Anmeldung erhalten Sie per E-Mail eine Bestätigung Ihrer Anmeldung.

Veranstaltungsort: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Deichmanns Aue 31–37, 53179 Bonn

 


 

PROGRAMM

9.30 Begrüßung
Prof. Dr. Klaus Jan Philipp, ifag, Universität Stuttgart

9.45 Grußwort
Ministerialdirektorin Monika Thomas, Abteilungsleiterin BMUB

THEMENBLOCK I: DEMOKRATIE BAUEN – DEMOKRATISCH BAUEN?

10.15 Der Bund als Bauherr
Ministerialdirigent Ralf Poss, BMUB

10.45 Das Bonner Regierungsviertel: Gebaute und nicht gebaute Projekte
Dr. Angelika Schyma, Bonn

11.15 Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe
Prof. Dr. Klaus Jan Philipp, Universität Stuttgart

11.45 Kaffeepause

12.15 Die Bonner Republik sucht Quartier im historischen Berlin
Dipl.-Ing. Petra Wesseler, Präsidentin BBR

12.45 Botschaften – Botschaften?
Prof. Dr. Kerstin Wittmann-Englert, Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik,Technische Universität Berlin

13.15 Diskussion: Referenten und ein Gast

 

13.45 Mittagsimbiss

THEMENBLOCK II: IDENTITÄT BAUEN?

14.30 Architektur als Ausdrucksmittel gesellschaftlicher Identität
Prof. Dr. Heike Delitz, Institut für Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie, Bergische Universität Wuppertal

15.00 Der Neubau des Bundeskanzleramtes in Bonn 1969–76: Eine Architekturmaschine als Staatsbau
Dr. Merle Ziegler, Berlin

15.30 In welchem Stile „dürfen“ wir bauen?
Dipl.-Ing. Elisabeth Plessen, Bonn

16.00 Zwischen Vergangenheit und Gegenwart – Der Historikerstreit von 1986 und das politische Gedächtnis der Bundesrepublik
Dr. Gerrit Dworok, Hannover

16.30 Kaffeepause

17.00 Diskussion: Referenten und ein Gast

17.30 Resümee und Schlusswort

18.00 Einladung zum Umtrunk und weiteren Austausch

 

Moderation: Dr. Christian Welzbacher, Berlin

 

red|bs

 

ifag – Veranstaltung – Programm

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