Severinsbrücke Köln
Tomas Riehle sieht Köln. © Tomas Riehle

Der Architekturfotograf Tomas Riehle im Porträt

Man kann viel über Architektur schreiben. Doch wenn die Bilder fehlen, ist es, als bliebe etwas ungesagt. So freuen wir uns bei koelnarchitektur, dass viele Fotografen uns und unsere Beiträge schon seit Jahren mit ihren Fotografien unterstützen. Vor zehn Jahren haben wir eine erste Porträtserie von Kölner Architekturfotografen veröffentlicht, die wir in den nächsten Wochen mit einer  Folge von Interviews über Licht und Schatten, Inspiration und Intention fortsetzen möchten.

Mit Tomas Riehle möchten wir hier unsere Porträtserie Kölner Architekturfotografen im Fokus II fortsetzen.

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Tomas Riehle. © Tomas Riehle

 

 

Wie kamen Sie zur Architekturfotografie?

Eigentlich aus Zufall: Bis zu meinem 23. Lebensjahr habe ich nicht fotografiert, sondern intensiv gezeichnet und gemalt. Mit der Fotografie kam ich während meines Industrial Design Studiums an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen das erste Mal in Berührung. Zu Dokumentationszwecken kaufte ich mir meine erste Kamera, eine gebrauchte japanische Spiegelreflex mit dem schönen Namen Miranda. Das Herstellen von fotografischen Bildern machte mir so viel Freude, dass ich sogar zugunsten der Fotografie das Zeichnen und Malen aufgab…

 

Bilden Sie Architektur ab, oder übersetzen Sie das Gebaute in Bilder?

Abbilden, im Sinne von Verdoppeln, hat mich nie interessiert. Fotografie ist eigentlich immer Interpretation.

 

Museum Insel Hombroich; Raketenstation Hombroich; Haus für Musik (Baustelle am 10.03.2010) Architektur: Raimund Abraham

© Tomas Riehle

 

 

Ist die digitale Fotografie gegenüber der analogen Fluch oder Segen für Sie?

Weder Fluch noch Segen, sondern Stand der Technik. Vor zwanzig Jahren schleppte ich noch schwere Koffer – Fotografie war körperliche Arbeit. Die dadurch erzwungene Entschleunigung hat sicherlich auch zur Qualität meiner Aufnahmen beigetragen. Heute genieße ich es, mit einer kleinen, leichten Kamera schnell und unkompliziert arbeiten zu können. Also vielleicht doch ein Segen…

 

Welche Lichtsituationen schätzen Sie besonders?

Das kommt ganz auf die Aufgabe an. Selten wünsche ich mir den kalifornischen blauen Himmel. Oft sind es die grauen Tage mit Dunst, die die Besonderheit der Architektur besonders hervorheben. Manchmal braucht es auch einen dramatischen Himmel und eine klare Beleuchtung.

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© Tomas Riehle

 

Woran erkennt man Ihre Bilder?

Am klaren und ausgewogenen Aufbau.

 

Wovon lassen Sie sich inspirieren?

Von der besonderen Situation, die ich vorfinde. Oft lasse ich mich „verführen“ – geht es doch darum, Architektur (mit allen Sinnen) zu erleben (erspüren) und nicht nur zu sehen. Zu einem angemessenen Bild zu kommen ist weniger ein intellektueller, als ein gefühlsmäßiger Vorgang.

Kinderinsel Hombroich,  Museum Insel Hombroich, NeussArchitektur: Oliver Kruse

© Tomas Riehle

Die Fragen stellten Barbara Schlei und Uta Winterhager

 

 

 

Zur homepage von Tomas Riehle.

 

Kölner Architekturfotografen im Fokus II
Wer sind die Frauen und Männer hinter der Linse?

Zehn Jahre ist es nun schon her, dass wir eine erste Porträtserie über Kölner Architekturfotografen starteten. Zeit, diese Reihe fortzusetzen, denn man kann viel über Architektur schreiben, doch wenn die Bilder fehlen, ist es, als bliebe etwas ungesagt. So freuen wir uns bei koelnarchitektur, dass viele Fotografen uns und unsere Beiträge schon seit Jahren mit ihren Fotografien unterstützen. In den nächsten Wochen werden wir in loser Folge Interviews über Licht und Schatten, Inspiration und Intention veröffentlichen.

Ein visuelles Panorama
Im Fokus I von 2006

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