Die Redaktion schaut zurück und damit auch voraus

2015 war das Jahr der großen Ideen. Schauen wir zurück auf die vergangenen zwölf koelnarchitektur-Monate, sehen wir nur wenig Gebautes, einiges Wiederentdecktes aber umso mehr Neuerdachtes.

Die Parkstadt Süd beschäftigte uns das ganze Jahr, Schritt für Schritt konnten wir die Annäherung an die fünf abschließend diskutierten Lösungen dokumentieren. Doch auch mit dieser Entscheidung ist erst eine kleine Etappe einer Langstrecke bewältigt, für die alle Beteiligten noch eine gute Kondition brauchen werden. Für uns heißt das, dass wir auch 2016 weiter darüber schreiben werden.

Und zahlreiche weitere Wettbewerbe, Mehrfachbeauftragungen und Werkstattverfahren sind entschieden worden: Die Hochschule für Musik und Tanz, die Heliosschule, das Antoniterquartier, das WDR Filmhaus, Die Welle, der Rudolfplatz und grade eben erst der ehemalige Güterbahnhof Mülheim. Große Pläne, die wir gerne diskutieren! Da freuen wir uns, dass die Stadt sich traut ein wirklich heißes Eisen anzufassen, wenn es im kommenden Jahr einen Hochbauwettbewerb für die Historische Mitte geben wird.

So finden wir es natürlich immer schade, wenn auf die großen Pläne lange keine Umsetzung folgt, doch wir bemühen uns die Erinnerung frisch und die Informationen aktuell zu halten, damit der Diskurs der Archäologischen Zone / Jüdischen Museum oder dem Historischem Archiv der Stadt Köln nicht einschläft.

Dennoch wünschen wir uns für die Zukunft weniger virtual reality und mehr echt Gebautes.

Immerhin: Auf Clouth werden noch vor Weihnachten die ersten Umzugswagen vorfahren, auch wenn der Blick aus dem Fenster noch einige Monate Kräne, Matsch und große Löcher aushalten muss.

Und wenn es so wenig Neues gibt, entdecken wir auch Altes wieder uns freuen uns über neuen Glanz: zum Beispiel den der Epiphaniaskirche in Bickendorf.

Manchmal wähnt man sich kurz vor der Ziellinie und dann rückt diese plötzlich in weite Ferne. So geschah es mit Oper und Schauspielhaus. Seit Jahren berichten wir darüber, freuen uns, ärgern uns, hoffen, bangen und zweifeln in immer wiederkehrenden Schleifen. Wir mischen uns nicht ein in die Frage von Schuld und Verantwortung, sondern werden auch weiter genau hinsehen: vorne und hinten, drinnen und draußen.

Schauen wir in die Statistik unserer Webseite, sehen wir unter dem Titel „Zeiten der Hoffnung„, dass die Interviews, die wir vor der OB-Wahl mit den beiden Spitzenkandidaten geführt haben, außergewöhnlich häufig gelesen wurden. Nach einem Verb gefragt, das ihre Aktivität für die Kölner Baukultur beschreibt, antwortet Henriette Reker “pflegen“, Jochen Ott, „umsetzen“ – mit der nun vereidigten Oberbürgermeisterin hat sich Köln also für die preisgünstigere Variante entschieden.

Die StadtBauKultur hat uns die UmBauKultur ans Herz gelegt. Nutzt die Häuser von gestern für die Stadt von morgen. In Köln fand die Übertragung in die Praxis unter dem Titel Büros von gestern als Wohnung von morgen statt. Über die Umsetzung lässt sich vielleicht noch etwas streiten, doch der Ansatz ist gut. Sehr bedauern wir den nun schon in Angriff genommenen Abriss der Deutschen Welle, eine – zugegeben – sperrige Ikone aus der Zeit in der hier alles so schön bunt war. Allein hier fehlten die Ideen.

Froh macht uns jedoch immer wieder unser Architekturführer, mit dem wir uns und die Kölner Architektur in den Buchläden und Bücherregalen, auf den Schreibtischen und in den Jackentaschen (nicht nur in Köln!) materialisieren konnten und vielleicht auch ein Plätzchen unter dem Weihnachtsbaum sichern.

 

Mit dieser durchaus persönlichen Zusammenfassung des vergangenen Jahres blicken wir gerne auf ein ereignisreiches Jahr zurück und freuen uns auf das, was uns 2016 – gedacht, geplant und gebaut – erwarten mag.

Loswerden möchten wir aber auch ein kleines Dankeschön: Bei Ihnen, unseren langjährigen Leserinnen und Lesern, und allen die uns im letzten Jahr begleitet und auf unterschiedlichste Art und Weise unterstützt haben – den Kooperationspartnern, allen Förderern und Sponsoren und nicht zuletzt den Autoren!

Wir wünschen Ihnen allen ein schönes Weihnachtsfest, kommen Sie gut über die Feiertage und auf ein glückliches wie schaffensfreudiges Neues Jahr!

Bis zum 7. Januar 2016 verabschiedet sich die Redaktion in die Weihnachtsferien. Danach sind wir wieder da und versorgen Sie jede Woche mit Interessantem und Neuem über Köln, Architektur und Stadtplanung.

 

Uta Winterhager und Barbara Schlei

 

 

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