Visualisierung des 1. Preisträgers des Gutachterverfahrens für die Neubebauung des Rudolfplatzes © MOMENI Gruppe, Caruso St John

Eine Entscheidung, ein Bild und eine Haltung, die uns nicht gefällt

Schon an den Reaktionen auf unseren Facebook-Post zur Entscheidung des Gutachterverfahrens zur Neubebauung des Rudolfplatzes haben wir gemerkt, dass der Entwurf des Preisträgers Caruso St. John, London sehr kritisch aufgenommen wurde und großer Informations- und Redebedarf besteht. Dieser Diskussion möchten wir bei koelnarchitektur gerne eine Plattform bieten, doch leider fehlen uns an dieser Stelle grundlegende Informationen, sowie Bild- und Planmaterial. Die Hamburger Projektentwicklungsgruppe MOMENI, die die Grundstücke im vergangenen Jahre gekauft hat und daraufhin das Gutachterverfahren mit sechs Teilnehmern initiierte, stellt uns derzeit nur diese eine, inzwischen bekannte Visualisierung zur Verfügung. Gerne möchten wir hier auch den Entwurf des zweiten Preisträgers Carsten Roth aus Hamburg und den mit einer Anerkennung ausgezeichneten Entwurf von Schilling Architekten, Köln, sowie die Beiträge der drei weiteren Teilnehmer (gmp, Hamburg, Hadi Teherani, Hamburg und msm Meyer Schmitz-Morkramer, Köln) zeigen, bekamen dafür jedoch keine Freigabe. Als Konzession an die Öffentlichkeit werde es Mitte Dezember eine Ausstellung aller Entwürfe geben, hieß es von MOMENI dazu.

Hoffentlich haben sich die Wogen bis dahin noch nicht geglättet.

 

(red./uw)

 

Nachtrag: Informationen zu den Wettbewerbsbeiträgen finden Sie im Netz auf den Seiten der Architekten: Caruso St John, CARSTEN ROTH ARCHITEKT und auch bei Schilling Architekten.

 

 

 

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12 Antworten auf “Keine Diskussion.”

  1. Architekt Köln

    Als Architekt aus Köln ein kleines Kommentar.
    Leider neigen Investoren und die Städte immer wieder dazu, renommierte Architekten mit ihren Bauwünschen zu betreuen. Nicht zu selten kommen diese aus dem Ausland. Bis kleinere oder ortsansässige Büros überhaupt von Wettbewerben erfahren, liegen bereits die ersten Entwürfe von Hadi Teherani und Co. auf dem Tisch. Die Öffentlichkeit wird dabei wie ein `dummer Junge´ ausgegrenzt. Entwürfe werden erst gezeigt, wenn eigentlich alle Entscheidungen hinter verschlossenen Türen gefallen sind. Das schlimmste daran ist aber, dass der Bürger keinen Einfluss auf seine Stadtentwicklung hat. Wir alle müssen mit solch einem Bauwerk, wie am Rudolfplatz geplant, leben. Eine Neuplanung des Rudolfplatzes ist eine große Chance für eine Stadt wie Köln, Schandflecke der 50er Jahre endlich zu beseitigen und eben nicht neue Schandflecke zu schaffen. Hierfür ist es unumgänglich, die Bürger einzubeziehen. In unseren Nachbarländern gibt es Gremien aus Fachleuten und Ortsansässigen, die sich regional um solche Belange kümmern und u.a. Bürgerinteressen mit Investoren und Städten kommunizieren. Vermutlich ist es aber einfacher, keine Verantwortung zu übernehmen und bei Misslingen den `schwarzen Peter´ beim Investor oder Stararchitekten zu suchen. Ein Neubau unter dem Deckmantel des Stararchitekten kann ja dann nicht so schlecht sein. Bei über 30.000 Architekten in NRW sollte man sich fragen, ob man tatsächlich immer den gleichen Architekten die Verantwortung für unser Stadtbild übertragen will. Neues, Innovatives, etwas schönes oder einfach nur Geniales wird dabei niemals entstehen, sondern höchstens langweilige Standartarchitektur die überall stehen könnte und zu keiner Identifikation der Bürgern zu ihrer Stadt führt.

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  2. A. Breuer

    Damit wurde Köln leider wieder eine wertvolle Chance genommen, das Stadtbild an historischer Stelle positiv zu formen.
    Diese Architekur schafft lediglich einen weiteren charakterlosen Klotz in Kölns bester Lage. Man könnte meinen, man wolle Köln zur Klötzchen-Hauptstadt machen – das ist architektonische Belanglosigkeit.
    Dabei hätte man gerade an dieser Stelle den historischen Hintergrund berücksichtigen und aus gescheiterten Bauprojekten der Vergangenheit lernen können.
    Die Bürger sind sich einig, solche grauen Kästen sind Modeerscheinungen der Moderne.

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  3. Rainer Kanz

    Liebe/r A. Breuer, Sie vertreten hier lediglich ihre persönliche Meinung. Wie kommen Sie darauf, das dass auch die Mehrheitsmeinung der Bürger ist?? Mir gefällt der Entwurf sehr gut und die Materialbeschreibung läßt auf eine sehr hochwertige Ausführung hoffen. Alles in allem eine wirkliche Aufwertung für diesen Bereich.

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  4. Architekt Köln

    Wie bereits geschrieben, langweilige Standart-Architektur ohne Ortsbezug. Vor Genius Loci haben die auch alle noch nie gehört . . . Mit einer Platzbebauung hat das nun wirklich nichts gemein. Vielleicht sollten die Herren Architekten sich mal Plätze in Italien oder der Schweiz anschauen gehen.

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  5. Architekt Köln

    @ Rainer Kanz: Sie vertreten hier auch lediglich ihre persönliche Meinung. Wie kommen Sie darauf, dass diese für alle gilt?
    @ Frau Dr. Grüterich: Diese Entwürfe können Sie bald oder bereits auf den Homepages der jeweiligen Architekten einsehen.

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  6. Architekt Köln

    @ Rainer Kanz: Entschuldigung, aber Sie haben keine Ahnung!

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  7. Architekt Köln

    Unwissende werfen Fragen auf, welche von Wissenden vor tausend Jahren beantwortet worden sind. Zitat Goethe

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  8. Rainer Kanz

    @Architekt Köln: Ich habe gar keine Fragen aufgeworfen!

    Aber jetzt schon: Wie müsste denn ein Gebäude Ihrer Meinung nach an diesem Platz aussehen? Welche Gestaltungsmerkmale müsste es aufweisen, aus welchem Material sollte es sein um Ihren hohen Gestaltungsansprüchen zu genügen? Dann mal Hosen runter, zu sagen was man alles nicht will ist einfach!

    Ist der Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Köln also kein beratendes Gremium?

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  9. Architekt Köln

    . . . Wo ist der Beitrag von Frau Dr. Grüterich geblieben? . . .

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