Visualisierung des neuen Albertus-Magnus-Platzes. Blick in südlicher Richtung. Grafik: FSWLa (Düsseldorf) mit bob architekten (Köln)

Neugestaltung des Albertus-Magnus-Platzes der Universität zu Köln

Rund um den Albertus-Magnus-Platz ist in den letzten Jahren viel geschehen, das Hörsaalgebäude und Philosophikum wurden wie die Fassade des Hauptgebäudes saniert, so dass sie fast so etwas wie spröden Charme entwickeln konnten. Insbesondere mit dem Neubau des Seminargebäudes von Paul Böhm wurde nach Jahrzehnten des planlos wirkenden Handelns wieder ein Gestaltungswille erkennbar. Nur leider hinkte die Erscheinung diese zentralen Platzes, der die vier Gebäude über die stark befahrene und an dieser Stelle tiefer gelegte Universitätsstraße miteinander verbindet, nun der Bebauung hinterher. Unübersichtlich, uneinheitlich, übermöbliert und ungepflegt wurde er weder seiner Funktion als Verteiler noch als Gesicht der Universität gerecht.

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Die Achse des Hauptgebäudes wird deutlich stärker betont. So ist die neue Ordnung im dichten Gefüge der Unibauten gut nachvollziehbar. Grafik: FSWLa (Düsseldorf) mit bob Architekten (Köln)

 

Anfang September hat die Universität zu Köln nun das Ergebnis eine VOF-Verfahrens vorgestellt, bei dem sechs Teilnehmer eingeladen worden waren, ein Planungs- und Gestaltungskonzept für den Albertus Magnus Platz zu entwickeln. Für die weitere Bearbeitung ausgewählt wurde der Beitrag von FSWLA Landschaftsarchitektur mit bob architekten, Köln.

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Schnitte durch das Planungsgebiet. Grafik: FSWLa (Düsseldorf) mit bob Architekten (Köln)

 

Die Preisträger verstehen den als Zentralcampus bezeichneten Bereich rund um den Platz als eine gestalterische Einheit und schaffen in seiner Mitte eine durchgehende homogene Platzfläche aus hell gefärbten Asphalt, die mit Intarsien aus geschliffenem Asphalt akzentuiert wird. Wie ein Teppich breitet sich die Fläche, die bis auf einen Baum von Möblierungen und Grün freigehalten wurde vor dem repräsentativen Eingang des Hauptgebäudes aus. An den langen Flanken begrenzen Sitzbänke den Platz, wobei an der Südseite die beiden gewünschten Pavillons unter einem Dach ein Gegenüber für das Philosophikum bilden. Mit Sitzstufen kann der Höhenversprung vom Platz bis zum Eingang des Philosophikums ohne Barrierewirkung überwunden werden.

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Links: Ordnung auf zwei Ebenen: Leitung der Fußgängerströme auf der Platzebene, Raum für 500 Fahrräder darunter. Rechts: Zitate aus Albertus Magnus‘ Schriften hinterlassen Spuren im Asphalt. Grafik: FSWLa (Düsseldorf) mit bob Architekten (Köln)

 

Neben der Ordnung der Fußgänger- und Radfahrerströme über den Platz sollten auch der ruhende Fahrradverkehr auf mehreren Ebenen neu strukturiert werden. Die (in der Zukunft noch erweiterbare) Tiefgarage unter dem höher gelegenen Teil des Platzes zwischen Hörsaalgebäude und Philosophikum liegt, fasst etwa 500 Räder. Sie wird über eine Rampe hinter den Pavillons erschlossen und erscheint in der Planung als ein leuchtend grüner, freundlicher Raum.

Die Universität, die in Lindenthal viel Raum einnimmt, möchte ihren stetig wachsenden Campus in der Zukunft besser mit der Stadt vernetzen. Mit der Gestaltung des Albertus-Magnus-Platzes kann an dieser Stelle nicht nur ein hochfunktionaler, sondern auch ein charmanter urbaner Ort entstehen.

 

Uta Winterhager

 

 

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Eine Reaktion auf “Campusgrün”

  1. Kruppa

    Es wäre wirklich sehr schön, wenn dieser karge Platz ein wenig mehr Flair erhielte. Während meiner Studienzeit haben wir ihn immer nur schnell überquert – selbst im Sommer. Eines allerdings stört mich im vorgestellten Entwurf: die Verwendung des englischen Wortes für Fahrrad. Wahrscheinlich klingt „Fahrräder“ zu banal und lässt sich nicht mit dem Anspruch auf Internationalität vereinbaren. Wie wäre es mit „Zweirad“?

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