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Wie verhält es sich mit der Architekturqualität in Köln? | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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26.03.2004 Wenn auch Jürgen Steffens auf die Frage nach Höhepunkten moderner Baukunst in Köln gewissermaßen schriftlich achselzuckend äußert "In Köln? da muss man schon lange überlegen", finden ansonsten doch alle Befragten hier Bauten, denen sie dieses Prädikat zuerkennen. Johannes Schilling: "Das Wohnhaus von Oswald Mathias Ungers war und ist zumindest schon mal etwas." Er schätzt vor allem die Bescheidenheit des 1958-1959 entstandenen Gebäudes. Das Gebäude, das Wolfram Hagspiel zu den baulichen Höhepunkten Kölns rechnet, ist – fast möchte man sagen das Objekt - "Legal/Illegal" von Manuel Herz, das den Architekturpreis 2003 der Stadt Köln erhielt. Das Gebäude in der Goltsteinstraße experimentiert mit Brüchen in Formen, Winkeln und Erwartungen und stellt eine eigenwillige Mischung aus Skulptur und Wohnraum dar. Molestina nennt Böhms Kirche St. Gertrud in der Krefelderstraße, Coersmeier St. Kolumba und auch Wolfgang Felder entscheidet sich für einen Kirchbau: St. Theodor von Paul Böhm und außerdem den Neubau des Diözesanmuseums von Peter Zumthor. Wenn auch die Neigung zum Sakralen in diesem Fall seinem Wunsch entspricht, einmal eine Kirche zu bauen, scheint doch die Auseinandersetzung mit einer Bauaufgabe von hohem spirituellen Gehalt auch auf diverse Kollegen einen besonderen Reiz auszuüben. Am weitesten blicken Stadtkonservator Krings und Museumsdirektor König in die Kölner Baugeschichte zurück. Beider Vorliebe gilt dem Museumsbau, den Rudolf Schwarz in den 1950er Jahren errichtet hat, dem früheren Wallraf-Richarz-Museum. Stadtbildqualität und Lieblingsplätze Was Krings und König wegen seiner Bauqualität schätzen, ist auch für Wolfgang Felder ein Ort, an dem er gerne verweilt. Der Bereich zwischen St. Kolumba, dem heutigen Museum für Angewandte Kunst und dem Wallraf-Platz gehört zu seinen Lieblingsorten in Köln, denn "einige Stellen haben Poesie." Paul Böhm liebt: "Die romanischen Kirchen, der Blick aus dem Restaurant des Messeturms über die Stadt bei Gegenlicht; das Rheinufer." Wegen des gelungenen Miteinanders aus alt und neu fühlen sich Ulrich Krings und Gisbert Brovot im Martinsviertel besonders wohl. Das Heterogene spricht sie an. Gerade das Gegenteil, die einheitliche Gestaltung durch die Hand eines Bildhauers, macht den Heinrich-Böll-Platz (Künstler: Dani Karavan) und das Andreaskloster (Künstler: Ansgar Nierhoff) zu den Lieblingsorten von Helmut Fußbroich. Für Jürgen Steffens stellt sich die Frage nach den städtischen Lieblingsorten nicht: "Urbane öffentliche Räume werden benutzt. Ich wüsste keinen Ort den ich hier besonders hervorheben würde. Eher empfinde ich eine Affinität zum Fluss. Für den Rhein als Naturraum und als Antagonismus zur pulsierenden Großstadt empfindet ich ein herausgehobenes Gefühl." Der Kontrast zum bebauten Raum mag auch für Frauke Burgdorff ausschlaggebend sein, die den Grüngürtel angibt. Weil er dort "schöne weite Sichtachsen, viele Bäume und auch Leute" findet, mag Juan Pablo Molestina besonders den Decksteiner Weiher. Die Ehrenstraße tauchte gleich mehrfach in der Beliebtheitsskala auf. "Abwechslungsreiches Straßenbild", "individuelle Geschäfte" und Authentizität lauten die entsprechenden Stichworte. Für viele der Befragten spielt die Belebtheit eines Ortes eine wichtige Rolle. Das gilt auch für Axel Joerss, denn er ist gerne "spät abends auf dem Ring und im Bahnhof. Diese Orte haben urbane Qualität: sie sind weiträumig und belebt, es sind soziale Orte und sie bedrängen einen nicht." Robert von Zahn ist gerne auf der Südbrücke, denn ihr Blick, ihre Akustik und die Architektur sprechen ihn gleichermaßen an. Daneben führen er und Johannes Schilling Orte des sozialen und kulturellen Lebens an. "Natürlich liebe ich auch Orte, die Leute mit Fantasie, Kultur, Geschmack oder Engagement besetzt haben, z.B. bestimmte Läden, Bars, Galerien, Treffpunkte, Werkstätten, Konzertsäle..." äußert Johannes Schilling und gleich darauf schlägt er eine Brücke zur letzten Antwortgruppe, für die in Puncto Wohlfühlen der persönliche Bezug vor der ästhetischen Qualität rangiert. Denn am meisten liebt Architekt Schilling die Straße, in der er wohnt. "Sie ist nicht die Schönste, aber hier kenne ich viele nette Leute." Auch Kasper König fühlt sich dort besonders wohl, wo er zu Hause ist: im Agnesviertel. Die pointierteste Antwort in dieser Richtung gab wohl Georg Giebeler, der auf die Frage nach dem Lieblingsort angab: mein Bett. Das größte Übel in Köln Was wäre Ihre erste Tat, wenn Sie als Stadtplaner in Köln umsetzen könnten, was Sie wollten? Diese Frage ergab, dass man sich über die Problemzonen der Stadt recht einig ist. Robert von Zahn schildert seine Vision zur Stadtreparatur: "Rückbau der Nord-Süd-Fahrt. Beseitigung eines Verbrechens gegen Urbanität und Humanität." Er deutet die Verkehrsschneise als eine Wunde im Stadtbild, wobei das Zusammenwachsen der Innenstadt nicht allein sein Ideal ist, sondern auch Ziel eines stadtplanerischen Eingriffs von Ulrich Coersmeier, Helmut Fußbroich und Uta Joeressen wäre Hochhäuser ja oder nein, und wenn ja, wo und welche? Das Thema gehört zu den meistgenannten. Soll man die Stadtsilhouette eher schützen und den jetzigen Bestand als Wert bewahren oder sich für qualitätvolle Hochhausarchitektur als Ausweis der Zukunftsfähigkeit Kölns einsetzen? Das deutlichste Bekenntnis für den Hochhausbau kommt von Molestina und Coersmeier. Die eindeutigen Neins und die eher kritischen Stimmen, wie "Höhenzonierung für die historische Altstadt prüfen" (Krings) oder "Hochhaus Landschaftsverband verhindern" (Felder) dominieren. In der Auffassung, dass es das Beste wäre, man würde sich auf Umgangsweise grundsätzlich einigen, sind sich Befürworter und Gegner grundsätzlich einig. Die Gretchenfrage "Wie hältst du es mit den Hochhäusern?" hat in Köln Tradition. Doch als eine lokale Besonderheit liegt die eigentliche Spannung gar nicht in der Frage welche, sondern ob sich in Köln überhaupt jemals eine Position durchsetzen wird. "Ich würde die Hahnenstraße sanieren - sie hat das Zeug dazu", regt Helmut Fußbroich konkret an. Als bedürftig gelten zudem Rheinufer und Breslauer Platz. Diesen möchte zum Beispiel Wolfgang Felder "neuordnen" und ebenfalls Gisbert Brovot, der als erste Amtshandlung "das Musical-Zelt abreißen" ließe. Von einem rechtsrheinischen Pendant zum Rheinauhafen träumt Paul Böhm. "Ich würde das Deutzer Rheinufer zwischen Severinsbrücke und Deutzer Brücke und anschließend bis zur Südbrücke mit einer großstädtischen, urbanen Struktur bebauen, mit Promenaden, Läden, mit Wohnen und Arbeiten." Gleich zwei Absichten äußert Kaspar König. Er würde gerne die Bastei wieder als reguläres Lokal zugänglich machen und Matarés Taubenbrunnen vor dem Dom von der Nachbarschaft der Domspitzenreplik erlösen. - Auf der Suche nach Architekturqualität - Von Vorbildern, Vorlieben und Qualitätshindernissen - Qualitätsvorstellungen zwischen Emotionalität und Identität - Wie lässt sich vermitteln, was sich nur schwer erklären lässt? - Was ist denn nun eigentlich Architekturqualität? Versuch einer Annäherung - Schlaglichter |
![]() [+] Johannes Schilling auf die Frage nach Höhepunkten moderne Baukunst in Köln. ![]() [+] Kasper König auf die Frage: 'Was wäre Ihre erste Tat, wenn Sie als Stadtplaner in Köln umsetzten könnten, was Sie wollten?' ![]() [+] Axel Joerss auf die Frage: 'Wie könnte man Architekturwissen fördern und gesellschaftliche Debatten über Architektur fördern?' |
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