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Von Vorbildern, Vorlieben und Qualitätshindernissen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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26.03.2004 Die raum-zeitliche Verteilung richtungweisender Architektur Alle befragten Architekten haben ihre Leitbilder im 20. Jahrhundert. Historische Größen wie Andrea Palladio oder Balthasar Neumann werden beispielsweise von Architekturhistoriker Helmut Fußbroich (Palladio) und Stadtkonservator Ulrich Krings (Neumann) besonders geschätzt. Es fällt auf, dass die Urbanophilen eine weitere zeitliche Strecke in den Blick nehmen, werden sie nach ihren favorisierten Architekten befragt. Dennoch wird auch die Gegenwart nicht ausgeklammert, denn auch Richard Neutra (Uta Joeressen), Hans Hollein (Robert von Zahn) oder Willem Jan Neutelings (Frauke Burgdorff) tauchen in der Liste auf. Von Architekten oft benannt wurden Le Corbusier, Mies van der Rohe und Günther Behnisch. Wie eindrücklich Architektur sein kann, belegt die Tatsache, dass für zwei Architekten ein konkretes Gebäude den Ausschlag für den Berufswunsch gab. Für Gisbert Brovot war es zum Beispiel das Indanthrenhaus von Wilhelm Riphahn, das ihn schon als Kind beeindruckt hat. Der Eine kann in ganz Europa keine architekturgeschichtlichen Meilensteine (Axel Joerss) entdecken. Der Andere findet sie in Gestalt der Kirche St. Alban im Stadtgarten (Wolfram Hagspiel). Die Nächste – nämlich Frauke Burgdorff - erblickt einen baukünstlerischen Quantensprung in einem Lückenfüller. Neben Ronchamps, dem Bauhaus in Weimar und Paxtons Glaspalast setzt sie den Bau Eigelstein 115 aus dem Jahr 1997 von b&k+. Die gegenwärtige Baukunst in Deutschland Geht es um moderne Architektur in Deutschland, so zählen der Bundestag in Bonn von Günther Behnisch wie auch das Münchener Olympiastadion zu den Favoriten der Architekten, werden aber auch von Urbanophilen genannt. Den Landtag in Dresden schätzen Frauke Burgdorff und Wolfram Hagspiel und Jürgen Steffens führt die Herz Jesu Kirche von Allmann, Sattler, Wappner aus dem Jahr 2000 –ebenfalls in München- als ein Architekturhighlight an. Doch für Nordrhein-Westfalen schränkt er ein, hier gäbe es "viele gute Architekturbeispiele aber keine Höhepunkte moderner Baukunst". Ein anderer Maßstab gilt etwa für Professor Molestina, der in Berlin Scharouns Philharmoniegebäude und in Nordrhein-Westfalen die Zeche Zollverein sowie den Landschaftspark Duisburg bedeutsam findet. Für die Urbanophilen zählen außerdem der Düsseldorfer Medienhafen (Hagspiel und Burgdorff), das Städtische Museum Abteiberg in Mönchengladbach (von Zahn), das Drei-Scheiben-Haus in Düsseldorf (Kasper König) und die Wallfahrtskirche in Neviges von Gottfried Böhm (Joeressen) dazu. Was die Rubrik 'Meilensteine der Architektur in Deutschland' angeht, fällt auch Johannes Schillings Einschätzung eher kritisch aus. "Es gab sie mal in großer Zahl. Heutzutage allerdings eher in Frankreich, England, Italien, Spanien, Japan den USA, oder auch in der Schweiz, Portugal oder in den Niederlanden. Deutschland ist eher etwas mutlos, erzeugt "große" Architektur lieber im kleinen Maßstab, wo keine Gefahr droht (aber auch nichts zu bewirken ist). Oft wird in Deutschland heute alles Mögliche, Pardon, zusammengeklaut oder gleich importiert, wie übrigens auch in China; Ausnahmen bestätigen die Regel. Welches deutsche Büro ist in puncto Innovationspotential aktuell mit Nouvel oder Perrault, Foster oder Hadid, Piano oder Liebeskind, Moneo oder Calatrava, Ando oder Ban, Gehry oder Eisenman, Zumthor, oder Herzog und de Meuron, Kolhaas und vielen anderen wirklich vergleichbar?" Die Rolle des Kapitals Große Einigkeit herrschte darüber, dass der Zwang zum Sparen gute Architektur nicht verhindert.! Während wir die Urbanophilen gefragt haben 'Woran liegt es, dass es nicht mehr qualitätvolle Architektur gibt?', sollten die Architekten angeben, wodurch sie sich beruflich am meisten beeinträchtigt fühlen. Wenn es also nicht das Geld ist, woran liegt es dann, dass es nicht mehr beispielhafte Objekte gibt? Das Qualitätsproblem – meinen die Architekten – liegt vorrangig bei den Auftraggebern: Ihr Kleinmut verhindert entschlossene Lösungen und fördert das architektonische Mittelmaß. Und die Urbanophilen stimmen ihnen insofern zu, als dass auch sie die Bauherren in die Pflicht nehmen. Hier lautet das Credo: Fehlt es an kultureller Verantwortung seitens des Auftraggebers, darf man auch keine Baukunst erwarten. Auf die Finanzierung als Teilproblem der Qualitätsdiskussion weist dann doch einer hin, nämlich Helmut Fußbroich; "geschlossene Immobilienfonds, Investorenmodelle" sind für ihn eine Mitursache misslungener Bauten. Es liegt aber auch an zu vielen schlechten Architekten, findet immerhin die Hälfte der urbanophilen Antwortgeber, eine Option, die wir übrigens den Architekten nicht gestellt haben. "Ein guter Architekt findet immer einen Weg, seine Ideen umzusetzen." Dieser Auffassung ist der größte Teil der Nicht-Architekten und bis auf eine Ausnahme (Georg Giebeler) stimmen die Architekten mit den Urbanophilen darin überein, selbst, wenn sie für sich eine bescheidenere Variante wählen und aus dem Finden ein Suchen machen. - Auf der Suche nach Architekturqualität - Qualitätsvorstellungen zwischen Emotionalität und Identität - Wie verhält es sich mit der Architekturqualität in Köln? - Wie lässt sich vermitteln, was sich nur schwer erklären lässt? - Was ist denn nun eigentlich Architekturqualität? Versuch einer Annäherung - Schlaglichter |
![]() [+] Axel Joerss auf die Frage: 'Ist gute Architektur reine Geschmackssache?' ![]() [+] Johannes Schilling auf die Frage: 'Anhand welcher Kriterien lassen sich maßstabsetzende Objekte und bauliches Mittelmaß unterscheiden?' ![]() [+] Kasper König auf die Frage: 'Wie läßt sich Architekturwissen populärer machen?' ![]() ![]() [+] Frage an die Urbanophilen: 'Woran liegt es, dass es nicht mehr qualitätvolle Architektur gibt?' und an die Architekten: 'Wodurch fühlen Sie sich beruflich am meisten beeinträchtigt?' |
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