Foto: Christopher Schröer-Heiermann

Neu im Architekturführer: Das Projekt 'Seminargebäude Universität Köln' von Paul Böhm

Die Universität zu Köln betreibt seit einigen Jahren ein gigantisches Umbauprojekt. Über einen Zeitraum von zehn Jahren sind für Sanierungen und Neubauten 500 Millionen Euro eingeplant.

Den im Rahmen der städtebaulichen Neuorientierung 2008 ausgeschriebenen Wettbewerb gewann das Büro Paul Böhm. Er wagte mit der Umsetzung seines Seminargebäudes, inmitten der architektonischen Ödnis des Kölner Campus, die Ehrenrettung für den Sichtbeton. Denn, auch wenn die Kubatur von Böhms Neubau städtebaulich sein älteres, graues Gegenüber aus den 1960er Jahren spiegelt, so wirkt der neue Betonbau doch sachlich, behaglich, klassisch schön und erhaben schlicht.

Das helle, mit Meißeln aufgeraute Material ist in seiner organischen und lebendigen Wirkung Naturstein sehr ähnlich. Beton und Glas, offene und geschlossene Flächen geben dem Gebäude eine kräftige, klare Struktur. Holz tritt an der Eingangstür als drittes Material hinzu und leitet in die Innenräume über.

Knapp gehaltene Materialauswahl setzt sich auch hier fort. Licht fällt durch die rahmenlos auf Bodenhöhe ansetzenden, über die eigentliche Raumhöhe hinaus greifenden Fenster und bietet reichlich Tageslicht und Ausblicke.

Die Studierenden jedenfalls mögen ihr neues Seminargebäude, dessen zwölf Millionen Euro Baukosten wurden größtenteils aus Studiengebühren finanziert.

>>Architekturführer: „Seminargebäude Universität Köln“

Redaktion
koelnarchitektur.de

 

Die Wände von Paul Böhms Seminargebäude sind aus hellem, aufgerautem Sichtbeton. Zwei schräg gestellte, aufgeständerte Flügel rahmen einen mittigen, verglasten Eingangsbereich.

Foto: Heiko Heinemann

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