Müngstener Brücke und Brückenpark Müngsten

Raus aus der Stadt!

In loser Folge werden in Zukunft bei koelnarchitektur interessante Ausflugsziele in der Region vorgestellt. Nicht einfach irgendwelche Ausflugsziele, sondern solche, die mit einem Architektur-Highlight locken, landschaftlich schön gelegen und von Köln aus in maximal einer Auto- oder Bahnstunde zu erreichen sind. Wir freuen uns auf eine Reihe kleiner Urlaubsschnipsel: erlebnisreiche Tage, nach denen man inspiriert und gut gelüftet gerne wieder in die Stadt zurück kommt.

Denn Auftakt zur Serie machte die Umgestaltung des Drachenfels – weiter geht es mit der Müngstener Brücke.

Die Müngstener Brücke – Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke – bildete bis zur Regionale2006 den traurigen Mittelpunkt des Städtedreiecks Remscheid, Solingen und Wuppertal. Auf dem Schotterplatz unter der Brücke stand jahrzehntelang nur eine Disko-Baracke mit dem traurigen Namen „Last Exit“. Doch heute ist nicht nur die inzwischen restaurierte Brücke, sondern insbesondere der darunter angelegte Park ein außergewöhnliches Ausflugsziel.

Die drei bergischen Städte leiden bis heute stark unter dem industriellen Strukturwandel, wie verfallende Werkhallen und ausgestorbene Innenstädte belegen. So musste die Regionale2006, die es sich zum Ziel gesetzt hatte regionale Stärken und Eigenarten herauszuarbeiten, auf lange Vergangenes zurückgreifen. Doch mit dem Müngstener Brückenpark ist es gelungen, ein Projekt zu realisieren, das auf sehr zeitgemäße Weise vermittelt, wie wohlhabend und fortschrittlich das Bergische Land von der Frühindustrialisierung bis in die 1970er Jahre gewesen ist. Wasserkraft und Wasserwege wurden genutzt, die bergige Landschaft bezwungen und jede der drei Städte konnte sich mit den dort gefertigten Industrieprodukten europaweit profilieren.

Im Rahmen der Bergischen Regionale ist im Tal der Wupper, das Remscheid von Solingen trennt, eine Kulturlandschaft entstanden, die kulturelle, historische und landschaftliche Aspekte geschickt vereint. Sowohl in der markanten Architektur von pool2 (Kassel) als auch in der sensiblen Gestaltung der Landschaft Atelier Loidl (Solingen/Berlin) finden sich nur Materialien und Gestaltungselemente, die in einem direkten Bezug zum Ort stehen.

Der liegende Eiffelturm

Am 15. Juli 1897, acht Jahre nach der Eröffnung des Eiffelturms in Paris, konnten die deutschen Ingenieure endlich wieder aufatmen, als die nach den Plänen des Statikers und Flugzeugbauers Anton von Rieppel gebaute Brücke für den Eisenbahnverkehr freigegeben wurde. 107 Meter hoch und 465 Meter weit überspannt die stählerne Bogenbrücke das Wuppertal und wird bis heute alle 20 Minuten von einem Zug überquert.

Bis 2016 soll die korrodierte Stahlkonstruktion vollständig saniert werden und es bleibt spannend, ob der legendäre goldene Niet, der als letzter von 950.000 eingeschlagen wurde, tatsächlich noch gefunden wird.

Wiesen, Liegestühle, seichte Uferstellen, Auskragungen über den Flusslauf und eine höchst seltsame Schwebefähre bieten genau so viel Attraktion wie die Landschaft aufnehmen kann ohne zum Funpark zu werden. Da fügt sich auch das Gastronomiegebäudes in einer Hülle aus rostrotem Baustahl und einer aus dem klassischen Häuschen-Schema entwickelten Kubatur harmonisch ins Bild ohne gefällig zu sein. Terrassen und Plateaus zum Ufer und ein an zwei Seiten eingefassten Dorfplatz fügen das „Haus Müngsten“ setzen die schollenartige Entwicklung der Flusslandschaft fort.

Sehr zweckmäßig ist der flussseitige Unterstand mit Brückenblick, denn erfahrungsgemäß ist das Wetter im Bergischen Land immer etwas kälter und nasser als in Köln.

Weitere Infos zum >>Brückenpark Müngsten

Uta Winterhager

 

Heimaturlaub – Raus aus der Stadt!

In loser Folge werden bei koelnarchitektur interessante Ausflugsziele in der Region vorgestellt. Nicht einfach irgendwelche Ausflugsziele, sondern solche, die mit einem Architektur-Highlight locken, landschaftlich schön gelegen und von Köln aus in maximal einer Auto- oder Bahnstunde zu erreichen sind. Eine Reihe kleiner Urlaubsschnipsel: erlebnisreiche Tage, nach denen man inspiriert und gut gelüftet gerne wieder in die Stadt zurück kommt.

Raus aus der Stadt!

Heimaturlaub: Drachenfels

20.04.2011

Abbruchstimmung und Aufbruchstimmung auf dem Drachenfels

 

Parkterrasse und Panoramafenster, Brücke und Fluss immer im Blick

Foto: Dirk Knüll, Düsseldorf

So einfach ist gut: Das Brückenzitat wird unverhübscht zur Fassade und die Kubatur des Gebäudes formt den Dorfplatz

Foto: Dirk Knüll, Düsseldorf

zug

141 Meter länger als der Eiffelturm hoch ist, aber nur unter Eisenbahnfreaks weltbekannt. Jetzt nutzt das bergische Städtedreieck die Anziehungskraft der Müngstener Brücke um den Tourismus in der Region wiederzubeleben.

Foto: Dirk Knüll, Düsseldorf

Balkon zur Wupper

Foto: Atelier Loidl

Wupperplateau

Foto: Atelier Loidl

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