Wer im Juni vergangenen Jahres noch glaubte, die Pläne rund um die Domplatte seien abgehakt, den belehrt die Stadt Köln nun eines besseren.

Wir blicken zurück: Bereits 2002 konnte das Büro Allmann Sattler Wappner den Wettbewerb rund um den Dionysoshof für sich gewinnen und wurde mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Dann passierte 7 Jahre lang erst einmal nichts. 2009 stellte die Stadt dann beim Bund einen Antrag auf eine Förderung aus Bundesmitteln im Rahmen des Konjunkturpakets II. Man hoffte auf 14 von 21 benötigten Millionen. Wegen Urheberrechtsfragen und Streitigkeiten unter den Kölner Beteiligten wurde der Antrag dann allerdings abgelehnt >>koelnarchitektur berichtete.

Trotz dieser Absage ermutigte man die Stadt allerdings, sich bei einer Neuauflage des Sonderprogramms 2010 erneut zu bewerben. Und die Kölner blieben dran. In einem Werkstattverfahren und mehreren moderierten Gesprächsrunden, in dem die gesamten Pläne überarbeitet wurden, holte die Stadt neben der Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner und Museumsdirektor Kasper König auch die Architekten des Umfelds, also Busmann + Haberer sowie Christian Schaller und Kaspar Kraemer ins Boot. Busmann + Haberer hatten Anfangs den Entwurf von Allmann Sattler Wappner kritisiert und mit einem Streit ums Urheberrecht gedroht. „Der Weg war beschwerlich, aber erfolgreich“, freut sich nun Ludwig Wappner. „Wir sind uns einig und richtig gut Freund geworden …!“

Von der Schmuddelecke zum Stadtboulevard

Die Einwände wurden ernst genommen und der „Entwurf sei besser geworden“, so Wappner. Grundgedanke der Planungen ist es, einen Teil der Domplatte abzubrechen, um Tageslicht in die bislang dunklen Räume zu bringen. Die Münchener Architekten haben vor, den Bahnhof durch einen Fußgänger-Überweg mit dem Dom zu verbinden. Bäume sollen den Bürgersteigen einen Boulevard-Charakter verleihen und so das gesamte Planungsgebiet als Aufenthaltsort attraktiver gestalten.

Neben dem Entwurf für den schmuddeligen Dionysoshof wurden aber auch Vorschläge zur Aufwertung des übrigen Domumfelds entwickelt. Dazu gehört die Anregung, die Blumenbeete auf der Südseite des Roncalliplatzes zu entfernen und die vorhandene Treppe zur Straße Am Hof in Richtung Domhotel zu erweitern. Im Westen soll die Treppe zum Kardinal-Höffner-Platz neu gestaltet werden.

Die UNESCO-Fördermittel

Jetzt soll also ein neuer Antrag gestellt werden. Und das recht bald. Laut Ludwig Wappner will der Bund noch im April zur Einreichung aufrufen. Trotz der erweiterten Planung wird der Antrag der Stadt Köln aber nur die Umgestaltung der Ostseite betreffen. Die Stadt hofft, dass der Bund Kosten in Höhe von mehr als 20 Millionen Euro übernimmt.

Man darf gespannt sein, ob die Mühen der Beteiligten belohnt werden. Der Wille zur Zusammenarbeit war da – jetzt kann man nur noch warten. Bleibt zu hoffen, dass nicht weitere 7 Jahre vergehen bis es weiter geht.

Im Mai soll – egal wie die Entscheidung des Bundes ausfallen wird – der Entwurf im Alten Rathaus der Öffentlichkeit im Rahmen einer Ausstellung präsentiert werden.

Natalie Bräuninger

 

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Weiterführende Links

Internetseite des Architekturbüros Allmann Sattler Wappner Architekten

Internetseite des Architekturbüros Busmann + Haberer

 

Dionysoshof 01

Neben dem Entwurf für den Dionysoshof wurden auch Vorschläge zur Aufwertung des übrigen Domumfelds entwickelt.

Dionysoshof 02

Heller und übersichtlicher soll es rund um den Dom werden.

Dionysoshof 03

Im Rahmen der moderierten Gesprächsrunden wurde auch der Zugang zum Museum Ludwig überarbeitet.

Dionysoshof 04

Aus der Schmuddelecke soll ein Stadtboulevard werden.

Perspektiven: Allmann Sattler Wappner Architekten

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Eine Reaktion auf “Die Zukunft der Domplatte Teil II”

  1. Matthias Unland

    Der Bereich um den Dionyshof ist für mich ein Schandfleck, den die Stadt Köln sofort verschwinden lassen soll. Auch die Touristen, die diesen Bereich des Domes queren, rümpfen die Nase und meinen, daß die Stadt Köln zu lange gewartet hat, um diesen Bereich, auch mit wenigen Haushaltsmitteln, einigermaßen wieder herzustellenm.

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